Die Bassariden - Weitere Infos
Hans Werner Henze
Wystan Hugh Auden, Chester Kallman nach Euripides
Uraufführung am 6. August 1966 im Großen Festspielhaus, Salzburg
Die Librettisten W.H. Auden und Chester Kallman interpretierten Euripides’ fast 2500 Jahre altes Drama mit unserem heutigen Wissen und unseren Erfahrungen, verdichteten die mythische Handlung durch christliche Themen wie die Himmelfahrt des Dionysos am Ende und psychoanalytische Motive. Letztere sind besonders deutlich in dem Intermezzo „Das Urteil der Kalliope“, das Pentheus’ innere Zwänge allegorisch illustriert.
In bewusster Abwendung von der damals vorherrschenden Avantgarde bereichert Hans Werner Henze seit den 1950er Jahren das Musiktheater durch unterschiedliche und außergewöhnlich vielfältige Werke. „Die Bassariden“, 1966 als Auftragswerk der Salzburger Festspiele uraufgeführt, sind eine Auseinandersetzung mit dem durchkomponierten Musikdrama. Bezugnehmend auf die Symphonie, die klassische Form musikalischer Konfrontation, gestaltet Henze zwei gegensätzliche musikalische Welten, die den beiden Antipoden zugeordnet werden. Dabei geht es ihm nicht um einseitige Parteinahme oder simple Erklärungsmodelle: „In jedem Menschen leben ein Pentheus und ein Dionysos“.

