Salome / Das Gehege - Weitere Infos

Richard Strauss: Salome. Angela Denoke Wolfgang Rihm: Das Gehege. Gabriele Schnaut Richard Strauss: Salome. Wolfgang Schmidt, Angela Denoke
Salome / Das Gehege
Wolfgang Rihm /
Richard Strauss

Das Gehege: Uraufführung des Auftragswerks am 27. Oktober 2006 im Nationaltheater
Salome: Uraufführung am 9. Dezember 1905 an der Hofoper, Dresden

 

Schon die Dresdner Uraufführung 1905 von „Salome“ war skandalumwittert, Primadonna und Publikum die ebenso erotische wie brutale Beziehung zwischen der Prinzessin von Judäa und Johannes dem Täufer höchst suspekt. Und doch brachte gerade diese frühe Literaturoper, deren Libretto fast wortgetreu Oscar Wildes Schauspiel folgt, dem Münchner Richard Strauss den ersehnten Durchbruch als anerkannter Opernkomponist. Nach seinen spätromantischen Erstlingen „Guntram“ und „Feuersnot“ inspirierte das exotische Sujet den Komponisten zu einer bis dahin ungehörten Fülle von orchestralen Farben und musikdramatischen Effekten, die besonders durch den „Tanz der sieben Schleier“ und Salomes morbiden Schlussgesang Berühmtheit erlangte.
Diesem Klassiker des frühen zwanzigsten Jahrhunderts geht die Uraufführung von Wolfgang Rihms jüngstem Musiktheater-Werk „Das Gehege“ voraus. Auf einen Schauspieltext von Botho Strauß hat Rihm, der längst zu den erfolgreichsten und meistgespielten zeitgenössischen Komponisten gehört, ein Monodram für eine Sänger-Darstellerin geschaffen. Die Frau in diesem musiktheatralischen Solo hält Zwiesprache mit einem Adler im Gehege. Sie beleuchtet dabei in aller Konzentration und der expressiven (Ton-)Sprache unserer Gegenwart die im Menschen unvermittelt nebeneinander stehenden Sehnsüchte nach Stärke und Hingabe, nach individueller Verwirklichung und gesellschaftlicher Integration – und verschwistert darin mit der rund hundert Jahre zuvor auf die Opernbühne gebrachten Salome.


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