Nabucco - Weitere Infos

Giuseppe Verdi: Nabucco. Daniela Sindram, Paolo Gavanelli Giuseppe Verdi: Nabucco. Maria Guleghina, Paolo Gavanelli Giuseppe Verdi: Nabucco. Maria Guleghina
Nabucco
Giuseppe Verdi
Temistocle Solera

Uraufführung am 9. März 1842 im Teatro alla Scala, Mailand

 

Dieses ewige „Wüten, Blutvergießen, Schimpfen, Schlagen und Morden“ sei kein Sujet für ihn, befand Otto Nicolai, dem der Impresario der Mailänder Scala das Libretto zu „Nabucco“ angeboten hatte. Vor dem Hintergrund des damals so populären romantischen Melodramma Donizettis und Bellinis sind seine Vorbehalte verständlich. Statt Liebesverwirrungen beherrschen in „Nabucco“ kriegerische Religionsstreitigkeiten, Geiselnahmen und Despoten die Handlung. Jerusalem wird vom babylonischen König Nabucco und seinem Heer belagert. Die Juden, die im Tempel Zuflucht genommen haben, werden Opfer einer Intrige Abigailles, der Stieftochter des Königs. Der siegreiche Nabucco lässt den Tempel zerstören und verschleppt die Juden nach Babylon. Zwischen Abigaille und Nabucco kommt es zum Machtkampf. Nabucco erklärt sich selbst zum Gott und wird für seine Hybris mit Wahnsinn geschlagen. Abigaille nützt seine hilflose Situation aus und reißt die Herrschaft an sich. In seiner Verzweiflung ruft Nabucco schließlich den ihm fremden Gott Jahwe an und kann seine Macht wiedergewinnen. Nun selbst jüdischen Glaubens,
verspricht er, einen neuen Tempel zu errichten.
Verdi, der nach dem Misserfolg von „Un giorno di regno“ eigentlich keine Oper mehr komponieren wollte, erkannte, welche sein Talent herausfordernde Vorlage sich ihm bot. Für diesen Stoff komponierte er eine Musik, die mit ihren unmittelbaren Emotionen und ihrem dramatischen Furor das Publikum seit der Uraufführung 1842 zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Vor allem der Chor der gefangenen Juden, „Va pensiero“ (Flieg Gedanke), wurde zur Hymne unterdrückter Völker.