Limb's Theorem - Weitere Infos

Limb's Theorem von William Forsythe Limb's Theorem: Séverine Ferrolier Limb's Theorem
Limb's Theorem
Ballett von William Forsythe. Musik von Thom Willems

Uraufführung am 17. März 1990 beim Ballett Frankfurt

 

Gleich die erste Premiere der Spielzeit 2004/05 markiert einen wichtigen Punkt in der Auseinandersetzung mit einem der radikalsten Choreographen der Moderne, William Forsythe. Das Bayerische Staatsballett konnte sich in den letzten Spielzeiten zwei der großen Ensembleproduktionen aus den 80er Jahren sichern, die inzwischen über ihre ursprüngliche Vertragsdauer hinweg von Forsythe verlängert wurden und die vom Bayerischen Staatsballett auch auf Tourneen im Ausland getanzt werden dürfen, the second detail und Artifact II. Nun, da das Aus für das Ballett Frankfurt in seiner bisherigen Form endgültig zu sein scheint, ist es umso wichtiger, die übertragbaren Produktionen Forsythes zu erhalten. Neben der Pariser Oper waren wir eines der ersten Ensembles, das Forsythe angeboten hat, regelmäßig eines seiner abendfüllenden Ballette ins Repertoire aufzunehmen und so einen Teil des Werkes zu retten.

So sind wir, glaube ich, mit Recht stolz darauf, am 7. Dezember 2004 mit Limb’s Theorem eines der wichtigsten Stücke von William Forsythe als Premiere in München zu präsentieren. Limb's Theorem mit der Klanginstallation von Thom Willems ist ein abendfüllendes Ballett in drei Teilen für insgesamt 38 Tänzerinnen und Tänzer, aus der Phase von Forsythes Auseinandersetzung mit architektonischen Prinzipien wie denen des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind. Es verlangt dem Ensemble einiges an Neuem ab, dieses große Ballett einzustudieren. Vier Ballettmeister werden die Einstudierug der einzelnen Sätze vornehmen, die zum Teil auf Improvisation beruhen, eine Arbeitsweise, die dem Münchner Ensemble bisher noch wenig vertraut ist. Workshops werden die Tänzer mit der speziellen Arbeitsweise vertraut machen, bevor die eigentliche Einstudierungsphase beginnen kann. Die letzten zwei Wochen wird William Forsythe dann selbst mit dem Ensemble arbeiten.

Limb’s Theorem gehört zu den erfolgreichsten Werken aus dem Frankfurter Repertoire und wurde auf der ganzen Welt gezeigt. Ein eminent tänzerisches, virtuoses Stück, das ganz und gar strukturell angelegt ist und in seiner Qualität ganz dem Input der Akteure vertraut. Es war das Programm, mit dem das Ballett Frankfurt 1994 in München, zum ersten Mal im Nationaltheater, sein Publikum eroberte.

Ivan Liska
Ballettdirektor
März 2004