„Dmitri Tcherniakovs Inszenierung stellte bereits zu Beginn unmissverständlich klar: Mussorgskys Bühnenpersonal ist allgegenwärtig. Jeder kämpft gegen jeden, heute wie damals, als in Russland Zar Peter der Große sich anschickte, den Thron zu besteigen. Wie in einem Puppenhaus hat Tcherniakov, auch für die Ausstattung verantwortlich, seine Akteure auf der Bühne des Nationaltheaters untergebracht: eine aufgeschnittene Sichtbeton-Kulisse gibt den Blick frei auf verschiedene Räume.“
Volker Boser, Abendzeitung, 20.03.2007
„Kent Nagano und das gut disponierte Staatsorchester drücken nicht auf die russische Seelen-Drüse, sondern lassen die Bandbreite der Schostakowitsch-Bearbeitung expressiv Klang werden: Volksliedchen neben chorischer Klage und hysterischem Jubel (zu Recht Bravo-Stürme für den von Andrés Máspero einstudierten Chor); hochemotionale Liebesmelodien um das scheiternde Paar Andrej Chowansky (hünenhaft und tenoral schlank Klaus Florian Vogt) und Ex-Fürstin Marfa (hochexpressiv Doris Soffel), mal leise und mal tosende Intensität von Anatoli Kotschergas Hünen Dossifej (…).“
Wolf-Dieter Peter, Donaukurier, 19.03.2007
„Die Chöre und Extra-Chöre der Bayerischen Staatsoper singen mit famoser Präsenz, und auch die solistische Besetzung könnte besser nicht sein: Jeder Einzelne trägt seine Partie mit Verve."
Eleonore Büning, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2007
„Nagano sucht Lyrik, Trauer, Tröstung, er betont den esoterischen, quasi religiösen Charakter dieser Musik, er denkt die Partitur von der Moderne her, von John Adams und Olivier Messiaen, speziell dessen „Saint François d’Assise“.“
Reinhard J. Brembeck, Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007