Wozzeck - Pressestimmen
Wozzeck
Alban Berg
Alban Berg nach Georg Büchner
Premiere am 10. November 2008 im Nationaltheater
„Wenn sich das erst herumgesprochen haben wird, werden immer mehr österreichische Opernliebhaber die Reise nach München antreten. Dort, an der Bayerischen Staatsoper, dem größten Opernhaus Deutschlands, hat Noch-Burgtheater-Intendant Klaus Bachler einen Traumstart hingelegt. Er wolle die Oper theatralischer machen, hatte er bei der Übernahme des Jobs des Bayerischen Staatsintendanten gemeint. Das ist mit seinen ersten beiden Produktionen vollends geglückt. [...]
Dirigent ist Bachlers Generalmusikdirektor Kent Nagano, der für das 20. Jahrhundert ein idealer Gestalter zu sein scheint. Wie er mit dem Orchester jene Sprachlosigkeit, die bei diesem Libretto nach Georg Büchner auf der Bühnen herrscht, hörbar macht, verdient großes Lob. [...]
Ein intensives Opernerlebnis auf höchstem Niveau. Wäre keine Überraschung, wenn diese Aufführung mit Preisen überhäuft würde.“
Gert Korentschnig, Kurier, 11.11.2008„Nagano und der Naturlaut. An der Bayerischen Staatsoper hat Alban Bergs 1925 erstaufgeführter 'Wozzeck' mit dem Münchner Musikchef einen besonders zärtlichen und einfühlsamen Liebhaber gefunden.“
Reinhard J. Brembeck, Süddeutsche Zeitung, 12.11.2008
„If any 'Wozzeck' production can convince the hesitating masses to listen to this difficult 20th century master piece, it would have to be this one.“
Jens F. Laurson, Opera Today, 16.11.2008
„Kriegenburg und seine hervorragenden Ausstatter Harald B. Thor (Bühne) und Andrea Schraad (Kostüme) finden eine eigentümliche Ästhetik. Eine Mischung aus Stummfilm-Expressionismus, stilisierter Choreographie und traumsymbolhaften Andeutungen. [...] Eine Regie, so genau, unprätentiös und musikalisch, die oft mit einfachsten Theatermitteln arbeitet. [...]
Ein Triumph. Vor allem für Andreas Kriegenburg und seine bescheidene, umso eindringlichere Lesart.“
Markus Thiel, Münchner Merkur, 12.11.2008
„Dieser 'Wozzeck', die zweite Produktion unter dem neuen Intendanten Nikolaus Bachler, ist auf einen grandiosen Hauptdarsteller fokussiert, lebt aber in seiner suggestiven Wucht auch von der Ensembleleistung und der szenischen Überzeugungskraft. Michael Volle singt nicht nur jede Note mit nahezu belcantischer stimmlicher Opulenz, sondern erweist sich auch als intelligenter und begnadeter Darsteller. [...]
Da Kent Nagano bei diesem Ensemble kaum mit Rücksicht auf die Sänger kalkulieren muss, setzt er auch im Graben auf das finstere Schimmern einer musikalischen Poesie, die in den Abgrund der menschlichen Natur zu blicken vermag. Er liefert mit dem Bayerischen Staatsorchester den großen Ton zur großen und großartigen Szene. Das Publikum musste erst einmal durchatmen vor dem Unisono-Jubel.“
Joachim Lange, Frankfurter Rundschau, 13.11.2008
„Auf der Münchner Opernbühne zeichnet er (Kriegenburg) das Schicksal des Soldaten Wozzeck, der noch und noch gedemütigt und darum zum Mörder wird, in einer Zeichensprache nach, wie sie sich greller kaum denken lässt. Nicht einmal bei dem wilden Calixto Bieito (Madrid 2007) war es so schlimm, ganz zu schweigen von Christoph Marthaler (Paris 2008), der sich den Figuren des Stücks voller Empathie zugewandt hat.“
Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2008
„Das Beste zum Schluss: Michael Volle in der Titelpartie sang und spielte bewunderungswürdig. Er ist ein Glücksfall für die Bayerische Staatsoper. Ihm ebenbürtig die Marie der Michaela Schuster. Beiden war die dramatische Intensität ebenso wichtig wie der Kampf mit Alban Bergs kniffliger Noten-Akrobatik.“
Volker Boser, Abendzeitung, 12.11.2008