Palestrina - Pressestimmen

Hans Pfitzner: Palestrina.  Christopher Ventris Hans Pfitzner: Palestrina Hans Pfitzner: Palestrina.  Christopher Ventris
Palestrina
Hans Pfitzner
Hans Pfitzner

Premiere am 19. Januar 2009 im Nationaltheater

 
„Christian Stückl gelang mit freundlicher Ironie eine Ehrenrettung des widerborstigen Werks. Er ließ sich vom politischen Drumherum kaum irritieren, beobachtete aber die Menschen in ihren Schwächen genau. (...) Wer hätte gedacht, dass Pfitzner Spaß machen kann?“
Robert Braunmüller, Abendzeitung, 21.01.2009

„Simone Young aber und das durch Understatement beeindruckende Staatsorchester spielen, als hätten sie seit Jahrhunderten täglich mit dieser Partitur zu tun. Spielfluss und Konzentration sind ihr Motto, und so strömt die Musik Stunde um Stunde beglückend dahin.“
Reinhard J. Brembeck, Süddeutsche Zeitung, 21.01.2009

„Am Pult stand Simone Young, die der Hamburgischen Staatsoper vorsteht (…). Jeden der drei Akte legte Simone Young etwas anders an, überall herrschten jedoch Sinnlichkeit und Klarheit zugleich, weshalb nicht nur der Text in hohem Maße verständlich wurde, sondern auch die so besondere, durchaus narkotisierende Wirkung von Pfitzners Musik zur Geltung kam. Dazu trat der ausgeprägte Sinn der Dirigentin für die speziellen Farbwerte, von denen das 1917 am Münchner Prinzregententheater uraufgeführte Werk lebt. Vor allem in den tieferen Lagen entwickelt Pfitzner einen Reichtum sondergleichen; dass das – in einem schlanken, jeden pathetischen Druck vermeidenden Klangbild – voll zu erleben war, geht vorab auf das Bayerische Staatsorchester zurück, das von Kent Nagano auf ein ganz neues Niveau gehoben worden ist und sich auch mit Simone Young am Pult von bester Seite zeigte.“
Peter Hagmann, Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2009

Der Staatsoper steht für dieses Werk ein überzeugendes und homogenes Sängerensemble zur Verfügung. Christopher Ventris bewältigt die schwierige Titelpartie mit seinem hell timbrierten Tenor, Falk Struckmann ist ein zwar stimmgewaltiger, aber doch sehr klobiger Borromeo. Michael Volle ist ein die Bühne beherrschender Morone, glaubwürdig im Ausdruck und sehr wortdeutlich, während Christiane Kargs weich fließender Sopran als Sohn Palestrinas, Ighino, für sehr berührende Momente sorgt. Gabriela Scherer überzeugt als Silla. John Daszak ist ein wunderbar intriganter Novagerio, Ulrich Reß sorgt als Bischof von Budoja für die nötige Komik.
Simone Young am Pult des Staatsorchesters führt den sehr guten Chor und die Solisten souverän durch den Abend. In den drei Vorspielen setzt sie vor allem auf schönen Klang und dynamische Schattierungen und wählt eher langsame Tempi.
Marie von Baumbach, dpa, 21.01.2009