Form und Statur gewinnt die Figur [Scarpia] auch durch das Bayerische Staatsorchester unter dem grandiosen Fabio Luisi: so plastisch, so gestisch und illustrativ tönt es aus dem Graben, dass allein das Orchester eine eigene Schauergeschichte erzählt.[…] Die Sopranistin Karita Mattila überzeugt mit souveränem, dramatischen Gestus und führt ihre Stimme von der Tiefe bis in die Höhe bruchlos sicher und unangestrengt.
Annika Täuschel, BR Klassik: Allegro, 29.06.2010
Kein Kostüm-Schnickschnack, keine Effekthascherei: Vor steinernen Mauern, die Ewigkeit ausstrahlen, spinnt Polizei-Diktator Scarpia seine tödlichen Intrigen gegen Tosca und ihren Geliebten Cavaradossi. Spielerisch hat Theater-Mann Bondy die Sänger glänzend eingestellt. Karita Mattila lieferte sich als Tosca ein ergreifendes Gefühlsduell mit Juha Uusitalo als Scarpia. Das war echtes Drama, selten hat Puccinis Musik so glaubhaft gewirkt.
Wolfgang Ranft, Bild München, 29.06.2010
Fabio Luisi führte das Bayerische Staatsorchester und die Solisten schwungvoll und einfühlsam durch die Partitur.
dpa, 29.06.2010
Toscas „Vissi d´arte“ bleibt selbst im szenischen Zusammenhang der erpresserischen, brutalen Nötigung Scarpias zum Beischlaf meist eine Wunschkonzertnummer. Nicht so bei der Premiere […] der Opernfestspiele im Nationaltheater. Karita Mattila zeigt hier, wie in einem Menschen ein ganzes Leben zusammenbricht. Als singt sie den erschütternden Abschied von ihrer Kunst als gefeierte Sängerin und von allen Idealen ihres Lebens wie unter Tränen und am Ende mit fast erstickter Stimme. Das ist die ganz große Kunst einer Sängerdarstellerin auf der Musiktheaterbühne. […] Schon mit den ersten, dissonant gegeneinander gesetzten, gewaltigen Akkorden, die Scarpias Welt wie in einem Brennglas umreißen, zeigt Fabio Luisi mit dem exzellenten Staatsorchester, dass es ihm um einen sehr präzisen Röntgenblick auf die Partitur geht, aber zugleich um größtmögliche Spannung der Gegensätze.
Klaus Kalchschmid, www.klassikinfo.de, 30.06.2010
Zu den überwiegend herausragenden Leistungen in den drei tragenden Sängerpartien ließen Fabio Luisi und das Bayerische Staatsorchester Puccinis Musik impulsiv und in kräftigen Farben erblühen. Wobei der Maestro am Pult sich sogar zurücknehmen konnte und die Sänger mit feiner Dynamik-Abstufung stütze.
Thomas Heinold, Nürnberger Zeitung, 30.06.2010
Karita Mattilas Stimme klingt durchwegs dramatisch, aber nie forciert und dabei immer wieder weich und schmeichelnd, wie die Stoffe der schönen Empire-Kostüme, die Milena Canonero, die aus dem Film bekannte und oscarprämierte Kostümbildnerin, sie geschmackvoll hüllt. Wenn sich Mattila zum Duett mit Cavaradossi alias Jonas Kaufmann im Schlussakt aufschwingt, ist es der reinste Genuss, wie hier zwei Stimmen miteinander bruchlos verschmelzen.[…] Neben den drei Hauptparteien brillierte vor allem Fabio Luisi, der mit dem Bayerischen Staatsorchester einen fabelhaften Opernkrimi hören ließ.
Barbara Angerer-Winterstetter, Donaukurier, 29.06.2010