La Bayadère - Pressestimmen

Marius Petipa: La Bayadère

La Bayadère
Ballett von Marius Petipa
Neufassung von Patrice Bart
Musik von Ludwig Minkus
Deutsche Erstaufführung beim Bayerischen Staatsballett am 24. März 1998 im Nationaltheater München

 

Die internationale Presse lobte enthusiastisch. So schrieb die Neue Züricher Zeitung: ...wird hervorragend getanzt vom Bayerischen Staatsballett, dessen Gruppenformationen zu ebenbürtigen Stars der Vorstellung werden. die fließende Genauigkeit der gemeinsamen Formgebung ist stupend und erreicht im berühmten "Schattenakt" eine unvergleichliche, lyrisch schwebende Qualität...Der Reichtum an Kostümen ist unvergleichlich...Fest der optischen Eindrücke...vermittelt "La Bayadère" das Erlebnis geglückter, ausdruckserfüllter Form tänzerisch, bildlich und musikalisch in seltener Ganzheit. Und Deutschlands Kritiker-Doyen Horst Koegler bezeichnete die Münchner "Bayadère" als das Spektakulärste, was es derzeit in Deutschland an Balletten zu sehen gibt. Münchens Tänzerinnen, so Koegler, offenbarten die Poesie, welche die Seele des klassisch-akademischen Tanzes ist. Die Londoner Dancing Times lobte: ...eine Orgie üppigster Farben und glänzendsten Schimmers, eine Ausstattung, die des russischen Zarenhofes würdig wäre... Zur tänzerischen Leistung der Company im legendären "Schattenakt" schrieb "Dance Europe" untadelige Linien und dieses unabdingbare Moment von souveräner Ruhe ohne das geringste Wackeln, - es war erstklassig. "Dance Australia" schließlich sprach von einer "großartigen Produktion", "brillanter Ausstattung" und "superbem Tanzen". "Die Tänzer waren absolut präzise und felsenfest in ihren Balancen, der ganze Schattenakt war pure Magie. Dies ist zweifellos die erfolgreichste Version dieses so schwierigen Balletts."
Bart’s restaging of La Bayadère was a wonderful return to times past in an oppulent and affluent orgy of coulours and golden and shiny materials in the Japanse Tomio Mohri’s costumes and stage sets. A setting that would have been worthy of the Russian Imperial Court.
The Dancing Times, London, June 1998

The Kingdom of the Shades...was as good as I have ever seen it. Immaculate lines, no nervous wobbles and that essential element of tranquility; it was first class.
Dance Europe, London, June/July 1998

Magnificent production...brilliant design...superb dancing...The dancers were absolutely precise and rock solid, the whole act absolutely magical. This is surely the most successful version of this difficult ballet.
Dance Australia, December98/January 99.

 

Neue Pressestimmen zur Wiederaufnahme:

 

La Bayadère, eines der kostbaren Petipa-Ballette zu der oft charakteristisch charmanten, oft leider bloß lärmenden Musik von Ludwig Minkus (...) war 1998 das prunkvolle Abschioedsgeschenk von Konstanze Vernon am Ende ihrer Staatsballett-Direktion. Nach 40 Vorstellungen hat es vier Jahre auf Eis gelegen. Mit einer neuen Besetzung und unter der Aufsicht des Choreografen Patrice Bart wurde es wieder wachgeküsst. Und ist schöner denn je.
Beate Kayser in der Münchner tz

 

Nikija und der Krieger Solor schworen sich ewige Liebe. Der mächtige Radscha – keiner trägt Tomio Mohris Prachtkostüm wie Jürgen Wienert – hat Solor jedoch für seine Tochter Gamzatti ausersehen. Dramatisch perfekt die Begegnung der beiden Frauen: Kalinitchenkos sowohl in Ausdruck als auch in ihrer brillanten Technik glänzend ausgespieltes Rang- und Machtbewusstsein trifft auf den unbrechbaren Stolz der Nikija von Lacarra.
Malve Gradinger in Münchner Merkur

 

Ein volles Haus, große Begeisterung, viel Applaus schon nach den einzelnen Nummern. (...) Die Münchner Einstudierung von Patrice Bart ist ein großer ästhehtischer Wurf – zu verdanken nicht zuletzt der filigranen Ausstattung von Tomio Mohri – welch ein Crescendo der subtil aufeinander abgestimmten Farben, ohne allen Postkarten-Indianismen. Wie hat sich auch Myron Romanul seit seinem kruden Stuttgarter Dornröschen-Debüt als Dirigent weiterentwickelt – wie sensibel begleitet er die Tänzer in ihren Variationen.
Bart hat sich alles in allem an die Petipaschen Überlieferungen gehalten, denen er sich in seinen Eigenbeiträgen hautnah angepasst hat. Geradezu fabulös der rituelle Aufbau der Verlobungsfeier mit ihren immer neuen Tänzerauftritten. (...) Jedenfalls geht man regelrecht berauscht in die Pause.
Um danach noch eine Steigerung zu erfahren mit dem "Königreich der Schatten" und der ebenmäßigen Harmonie der 24 Bayaderen – plus den Solisten. Ein großes Kompliment an das für die Wiederaufnahme zuständige Ballettmeister-Team! Ihm ist auch die exquisite stilistische Kompetenz des Bayerischen Staatsballetts zu verdanken: es ist – Stuttgart, Berlin und Hamburg in allen Ehren! – die klassischste aller unserer Ballettkompanien.
Diverse Rollendebüts an diesem Abend! Auch Lucia Lacarra als Nikija – eine Idealbesetzung ihrer bisher wohl besten Münchner Rolle – schon von ihrer Erscheinung her (selbst noch in der Verschleierung), mit ihrem langgestreckten Gesicht, ihren so wunderbar kantablen Phrasierungen – auch ihrer Beine, denen man fast ein Port des jambes andichten möchte.
Horst Koegler bei www.tanznetz.de im koeglerjournal

 

(...) erinnerte schon der floral durchwirkte transparente Prospekt mit dem Buddha im Zentrum daran, dass diese Ausstattung eines Balletts durch den japanischen Star-Designer Tomio Mohri an Pracht alle Grenzen des Üblichen übertrifft. Als Peter Jolesch, zwischen Priestern und Tempeltänzerinnen als Großer Brahmane auftretend, die erste seiner Pantomimen zeigte, war von dem erhabenen Beginn an Spannung da. Lucia Lacarra trat als Nikija aus dem Tempel, hochkonzentriert jede Bewegung zelebrierend. Das Zusammenspiel mit Jolesch, der die seelische Verzweiflung des sie vergeblich Begehrenden verkörperte, geriet hochdramatisch. (...) Als Solor begann Cyril Pierre seine Auftritts-Variation gut aufgelegt zu Capriolen und Pirouetten(...). Nach Lacarras makelloser Variation entfaltete sich der Pas de deux beider zu fühlbarer Innigkeit (...) Im zweiten Bild nahm Natalia Kalinitchenko in der Rolle der Gamzatti strahlend die als Palast des Radscha fantastisch eingerichtete Bühne in Besitz (...) Die aus den Pirouetten heraus schwierigen Richtungswechsel, die Arabesken auf den Punkt und die verheißenden Adressen an den Auserwählten – das alles ergab auch vom Selbstbewusstsein her eine Radscha-Tochter, von der sich Solor irritieren ließ. (...) Ebenso dramatisch gerieten Nikijas imaginäres Auftauchen im Hochzeits-Pas de deux und Gamzattis einfühlsam gewinnendes Bemühen um Solors verlorene Aufmerksamkeit – folgerichtig eine Einheit eingehend mit dem Chaos des Erdbebens, das die Trauung beider durch den Brahmanen auslöst. Welch ein Finale, auf das die lichte Apotheose folgt, in der alle in das die Gegensätze aufhebende Nirwana eingehen. – Mit La Bayadère hat das Bayerische Staatsballett, eine weitgehend neue Generation des Corps de ballett und neue Solisten erfolgreich integrierend, sein spektakulärstes Tanzfest überzeugend wiederaufgenommen.
Karl-Peter Fürst in www.tanznetz.de


 
© Bayerische Staatsoper
 
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