Die Walküre
(Inszenierung: Hans-Peter Lehmann; 2002) - CD Tip

Die Walküre
(Inszenierung: Hans-Peter Lehmann; 2002)

Richard Wagner

Aufnahme vom 28. 9. - 6. 10. 1954, Wien, Musikverein, Großer Saal, EMI 763 045-2 (3 CD)

Musikalische Leitung: Wilhelm Furtwängler


 
 


Martha Mödl (Brünnhilde)
Leonie Rysanek (Sieglinde)
Ferdinand Frantz (Wotan)
Ludwig Suthaus (Siegmund)
Margarete Klose (Fricka)
Gottlob Frick (Hunding)
Gerda Schreyer (Gerhilde)
Judith Hellwig (Ortlinde)
Dagmar Schmedes (Waltraute)
Ruth Siewert (Schwertleite)
Erika Köth (Helmwige)
Hertha Töpper (Siegrune)
Johanna Blatter (Grimgerde)
Dagmar Hermann (Rossweisse)
Wiener Philharmoniker


Eine einzigartige Aufnahme, dokumentiert sie doch das letzte Dirigat Wilhelm Furtwänglers, der zwei Monate nach Abschluß der Produktion im Alter von 68 Jahren starb. Furtwängler war kein Freund von Studioaufnahmen, die meisten von ihnen, sieht man einmal von seinem singulären "Tristan" ab, erreichen nicht das Niveau seiner Live-Mitschnitte. Ganz anders hier: der so typische "große Bogen", die Fähigkeit, ein divergentes Riesenwerk zu einer Einheit zu formen, dabei äußerste Sorgfalt im Detail - all das machte ihm keiner nach. Einerseits ist gegenüber den beiden italienischen Live-Mitschnitten (La Scala 1950 /RAI 1953) keinerlei Spannungsabfall zu hören, andererseits profitiert diese Studioaufnahme von der unvergleichlichen Qualität des Orchesters, Sängerleistungen ohne Bühnenstress und der Klangtechnik (in technischer Hinsicht handelt es sich um die beste Furtwängler-Einspielung überhaupt). Besonders erfreulich, daß sich auch die Sängerleistungen auf einem des Dirigats würdigen Niveau bewegen: Martha Mödl in der Titelrolle stand damals im Zenit ihrer Kunst, eine ideale Brünnhilde, technisch bombensicher und doch mit viel Wärme und menschlich berührend (wer sich bei dem großen Dialog Wotan-Brünnhilde im zweiten Akt üblicherweise langweilt, sollte ihn sich einmal mit Ferdinand Frantz, Martha Mödl und Wilhelm Furtwängler anhören - er wird fundamentale Hochspannung erleben!). Ferdinand Frantz, der nie den Bekanntheitsgrad seines Kollegen Hans Hotter erreichte, steht ihr als Göttervater in nichts nach, Ludwig Suthaus gibt einen grundsoliden Siegmund. Ein besonderes High-light stellt das Schallplattendebüt der damals blutjungen Leonie Rysanek dar, deren jugendlichen Impetus und Jubel Furtwängler aufs Schönste unterstützt.

Ludwig Robeller

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