Illusionen - wie Schwanensee - Biographien
Illusionen - wie Schwanensee
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Nationaltheater
BallettFestwoche 2012
Freitag, 27. April 2012
Choreographie und Inszenierung |
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Ihn interessiert der Mensch und seine Beziehungen, er spürt choreographisch dem nach, was mit Worten nicht (mehr) gesagt werden kann, und möchte der Musik durch den Tanz eine weitere Dimension geben. So formulierte John Neumeier einmal den Motor seines Schaffens, dem bisher über hundert Stücke zu verdanken sind: darunter Klassiker-Adaptionen wie Romeo und Julia, Der Nußknacker, Dornröschen und Illusionen – wie Schwanensee, die Menschen zeigen statt Märchenfiguren. Er hat dem Ballett – ähnlich wie John Cranko – Weltliteratur erschlossen, schuf Die Kameliendame, eine Reihe Shakespeare-Ballette oder Endstation Sehnsucht (nach Tennessee Williams) und wagte sich mit seinem auf der klassischen Technik basierenden, aber durch moderne Bewegungen oder wie improvisiert wirkende Gesten aufgebrochenen Vokabular an Kompositionen, die bis dahin als ganz und gar nicht "vertanzbar" galten: Werke von Gustav Mahler, die Matthäus-Passion, Bachs Magnifikat, das Requiem von Mozart. John Neumeier stammt aus Milwaukee, kam als einundzwanzigjähriger Tänzer 1963 ans Stuttgarter Ballett, begann zu choreographieren, wurde Ballettdirektor in Frankfurt und ging von dort 1973 nach Hamburg, wo er seitdem künstlerisch zu Hause ist. Hier hat er eine weltweit renommierte Kompanie aufgebaut, ein Ausbildungszentrum für den Nachwuchs eingerichtet und seine eigene, unverwechselbare Tanzsprache entwickelt. |
Musik |
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Bühne und Kostüme |
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Jürgen Rose, geboren in Bernburg/Saale, studierte an der Berliner Akademie der Bildenden Künste. Von 1961 bis 2001 wirkte er als Bühnen- und Kostümbildner für die Münchner Kammerspiele. Ab 1970 entwarf er Opernausstattungen in Wien, Hamburg, Stuttgart, Berlin, London, Paris, Mailand und New York sowie bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Von 1973 bis 2000 war er Ordentlicher Professor für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 1996 realisiert er auch als Regisseur eigene Operninszenierungen. Durch zahlreiche Arbeiten ist er mit der Bayerischen Staatsoper, dem Staatsballett und dem Bayerischen Staatsschauspiel verbunden. Zu sehen 2011/12: Die Zauberflöte, Così fan tutte, Le nozze di Figaro, Illusionen... wie Schwanensee, Der Widerspenstigen Zähmung, Der Nussknacker. |
Musikalische Leitung |
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wurde in Hamburg geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt und in Wien bei Klauspeter Seibel und Leopold Hager Dirigieren. Er war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes, erster Preisträger der Elise-Meyer-Stiftung und von 1996-2000 Mitglied im Dirigentenforum des Deutschen Musikrats. Erste Erfahrungen als Orchesterleiter sammelte er bereits während seines Studiums als Chefdirigent des Wandsbeker Kammerorchesters und des Harvestehuder Studentenorchesters. Nach Assistenzen an der Hamburgischen Staatsoper (bei Ingo Metzmacher) und am Deutschen Nationaltheater Weimar wurde er 1997 zunächst als Korrepetitor und Zweiter Kapellmeister an das Theater Lüneburg verpflichtet und rückte zur Spielzeit 2001/2002 in die Position des Ersten Kapellmeisters und stellvertretenden Musikdirektors auf. 1998 übernahm er erstmals ein Ballettdirigat beim Hamburg Ballett, mit dem ihn heute eine enge Zusammenarbeit verbindet. Er dirigiert regelmäßig Vorstellungen aller großen Neumeier-Kreationen und begleitete die Kompanie im Januar und Februar 2005 auf ihrer Japan-Tournee. Seit 2002 ist er auch als Dirigent beim Ballett der Sächsischen Staatsoper Dresden tätig, und im Januar 2005 gab er mit "La Bayadère" seinen Einstand beim Staatsballett Berlin. Im selben Monat hatte er sein erstes Dirigat für das Bayerische Staatsballett mit Neumeiers "Die Kameliendame", deren Premiere an der Pariser Oper im Juni 2006 ebenfalls unter seiner musikalischen Leitung stand. Mit einer Serie von "Schwanensee"-Aufführungen im Herbst 2006 stand er wieder am Pult des Bayerischen Staatsorchester. Es folgten Balanchines "Brahms-Schönberg Quartett", die "Große Fuge" (Beethoven/van Manen), "Le Corsaire" (Minkus/Petipa/Liška), "Raymonda" (Glasunow/Petipa/Barra) und "Onegin" (Tschaikowsky/Cranko). Von Kent Nagano übernahm er das Dirigat des Abends "Mein Ravel" mit "Daphnis und Chloé" in der Choreographie von Terence Kohler und Jörg Mannes' "Wohin er auch blickt…" zu Ravels "Une barque sur l’océan", "Klavierkonzert für die linke Hand" und "Pavane pour une infante défunte". Im April 2011 dirigiert er die Premiere von John Neumeiers "Illusionen – wie Schwanensee". Mats Eks "Giselle - Mats Ek" tanzt das Bayerische Staatsballett zu Schmidtsdorffs Einspielung der Musik mit dem Bayerischen Staatsorchester. |
Der König |
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Erster Solist Tigran Mikayelyan wurde in Yerevan/ Armenien geboren. Hier begann er seine Tanzausbildung 1989 an der Armenischen Ballettschule Erewan, bevor er 1997 an die Schweizerische Ballettberufsschule SBBS in Zürich wechselte, in der er Stipendiat der Nurejew-Stiftung war. Sein erstes Engagement trat er 1998 beim Zürcher Ballett an, in dem er 1999 zum Halbsolisten und 2003 zum Solisten ernannt wurde. Hier tanzte er das gesamte Repertoire von Heinz Spoerli sowie die Rolle des Dorkon in Daphnis und Chloé, den Solo-Boy in Rubies, in Hans van Manens Solo und dessen Große Fuge sowie Allegro Brillante von George Balanchine. Seit der Spielzeit 2005/2006 ist er als Solist beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Sein Debüt gab er im Rahmen des China-Gastspiels im Oktober 2005 in Shanghai als Béranger in Raymonda (R. Barra). Seinen ersten Auftritt im Nationaltheater hatte er als Goldenes Idol in La Bayadère (P. Bart). Es folgten der Bauern-Pas de deux in Giselle (P: Wright), sowie Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko), mit dem er auch beim Staatsballett-Gastspiel in Venedig (September 2006) einen großen Erfolg feierte. Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde Tigran Mikayelyan zum Ersten Solisten befördert. Im Jahr 1997 gewann er den armenischen Ballettwettbewerb "Amadeus" und nur ein Jahr später beim Prix de Lausanne den Prix Niveau Professionell. Im Frühjahr 2007 wurde Tigran Mikayelyan von seinem Heimatland zum "Honoured Artist of Armenia" ernannt, die höchste Auszeichung, die Künstlern seines Landes zuteil werden kann. Im Sommer 2007 erhielt er zudem den Theaterpreis des Münchner Merkurs. Mit der Partie des Ali in Le Corsaire wurde er im selben Jahr für den FAUST Theaterpreis nominiert. Debut 2006/2007 Elemental (J. Godani) Limb's Theorem (W. Forsythe) Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra) Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko) Ali und Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Sylvia Pas de deux (G. Balanchine) Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) Debut 2007/2008 Antonio in Der Sturm (J. Mannes), Kreation Große Fuge (H. v. Manen) Solor in La Bayadère (Bart) Adagio Hammerklavier (H. v. Manen) Debut 2008/2009 Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier) Erste Variation in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation Des Grieux und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier) Zugvögel (J. Kylian), Kreation Faun in L'après-midi d'un faune (V. Nijinsky) Béranger in Raymonda (M. Petipa) Debut 2009/2010 Lenski in Onegin (J. Cranko) Abderakhman in Raymonda (M. Petipa) Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe) Der erste Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Sylvia Pas de deux (G. Balanchine) Debut 2010/2011 Man 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler) Prinz Désire in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Debut 2011/2012 Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier) Petrucchio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) 3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Debut 2012/2013 Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón) 2. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine) |
Prinzessin Natalia |
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Solistin Ekaterina Petina, geboren in Sevastopol, begann mit 10 Jahren ihre Ausbildung an der Waganova Akademie in St. Petersburg. 2001 trat sie ihr erstes Engagement am Mariinsky Theater in St. Petersburg an. Zu ihren solistischen Rollen dort zählten Balanchines „Rubies“, Partien in William Forsythes „In the Middle, Somewhat Elevated“, „Approximate Sonata“ und „Steptext“ und mehrere Feen in „Dornröschen“. Mit dem Mariinsky Ballett nahm sie an zahlreichen Tourneen u.a. durch Japan, England, China, Kanada und Mexiko teil. Ernennung zur Halbsolistin 2009/10. Solistin seit der Spielzeit 2011/12. Debut 2009/2010 Olympia in Die Kameliendame (J. Neumeier) Odaliske in Shéhérazade (M. Fokine) Freundin in Raymonda (M. Petipa) Odalisken in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe) Rivalin in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Debut 2010/2011 Woman 3 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Nymphe in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T, Kohler) Fliederfee, Fee Violente, Herzogin und Rubin in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Mercedes in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Louise in Der Nussknacker (J. Neumeier) Broken Fall (R. Maliphant) 1. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins) 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Odette/Odile in Schwanensee (Ray Barra/Lew Iwanow/Marius Petipa) Debut 2012/2013 Nikija in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart) 2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J.Robbins) Die Frau in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) 6. Variation in Birthday Offering (F. Ashton) |
Der Mann im Schatten |
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Erster Solist |
Odette |
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Erste Solistin Lucia Lacarra, geboren im spanischen San Sebastián, studierte an der Schule von Victor Ullate in Madrid. In dessen neoklassischer Compagnie, dem Ballett Victor Ullate, trat sie auch ihr erstes Engagement an. 1994 wechselte sie zum Ballet National de Marseille unter Roland Petit und ging 1997 als Principal Dancer zum San Francisco Ballet unter Helgi Tomasson. Bereits in Marseille wurde deutlich, dass mit Lucia Lacarra eine außergewöhnliche Tänzerin herangewachsen war, die sehr bald zur Crème de la Crème der international führenden Ballerinen zählte. Als umworbener Gaststar ist sie seit Jahren regelmäßig in allen Metropolen zwischen London, Paris und Tokio zu sehen. Sie tanzt die klassischen Hauptrollen wie Giselle, Odette/Odile in Schwanensee und Aurora in Dornröschen, in Roland-Petit-Balletten wie Carmen, Notre Dame de Paris, Le Jeune Homme et la Mort (zusammen mit Nicolas Le Riche) ebenso wie ein weites modernes Repertoire: Balanchines Agon und Sinfonie in C, Robbins' The Cage und In the Night, Kenneth MacMillans The Invitation sowie zahlreiche Werke von Helgi Tomasson. Beim Bayerischen Staatsballett tanzte sie, noch vor ihrem offiziellen Antritt als Erste Solistin zu Beginn der Spielzeit 2002/2003, bereits im Juni 2002 in Jerome Robbins' In the Night. Ihr Debüt in einem großen abendfüllenden Klassiker gab sie im Oktober 2002 mit der Titelrolle in Raymonda. Es folgten im November 2002 Schwanensee und die Tatjana in John Crankos Onegin. Ihr Partner war ihr Lebensgefährte Cyril Pierre, der mit ihr als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett kam. In der Premiere von Portrait John Neumeier tanzte sie in Jupiter Sinfonie und in In the Blue Garden. Als neue Rollen in der Saison 2003/2004 kamen Louise in John Neumeiers Der Nussknacker und Titania/Hippolyta in seinem Sommernachtstraum sowie die Titelpartie in Dornröschen und die Marguerite in John Neumeiers Die Kameliendame hinzu. Weitere Partien ihres Münchner Repertoires sind the second detail (Forsythe) und Brahms-Schönberg Quartett (Balanchine). Im Dezember 2002 erhielt Lucia Lacarra in Monte Carlo den Nijinsky Award 2002 in der Kategorie "beste Tänzerin" und wurde im Frühjahr 2003 in Moskau mit dem Prix Benois ausgezeichnet. Sowohl 2004 als auch 2005 wurde sie für den Münchner Merkur-Theaterpreis nominiert. Geehrt wurde sie im Herbst 2005 mit dem spanischen Premio Nacional de Danza 2005. Der mit 30.000,- Euro dotierte Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die der spanische Staat vergibt. Im Frühjahr 2007 wurde Lacarra zur kulturellen Botschafterin und Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt San Sebastián ernannt. 2008 verlieh ihr Kunstminister Dr. Goppel den Titel "Bayerische Kammertänzerin". Debut 2004/2005 Julia in Crankos Romeo und Julia (J. Cranko) Fünf Tangos (H. van Manen) Black Cake (H. van Manen) Agon (G. Balanchine) Nikija in La Bayadère (P. Bart) Debut 2005/2006 Sophie in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation Century Rolls (D. Bombana), Kreation Debut 2006/2007 Giselle (P. Wright) Medora in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Die Frau in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) Debut 2007/2008 Ariel in Der Sturm (J. Mannes), Kreation Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation Adagio Hammerklavier (H. v. Manen) Legende (J. Cranko), Pas de deux Debut 2008/2009 Zobeide in Shéhérazade (M. Fokine) Odette in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation Debut 2009/2010 Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe) Die französische Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Debut 2010/2011 The Old Men and Me (H. van Manen) Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Debut 2011/2012 Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Die älteste Schwester in Las Hermanas (K. MacMillan) 3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Debut 2012/2013 Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine) Broken Fall (R. Meliphant) |
Prinzessin Claire |
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Solistin Ilana Werner wurde in Zürich in der Schweiz, geboren. Beide Eltern waren ebenfalls Tänzer. Ihre Ballettausbildung absolvierte sie zunächst in Zürich, dann hauptsächlich in Monte Carlo, und zum Abschluß an der Münchner Ballettakademie/Heinz-Bosl-Stiftung, an der sie ihr Diplom erhielt. Sie war Stipendiatin der internationalen Kulturstiftung Ambrosoli Foundation und der Migros Kulturgenossenschaft. Ihr erstes Engagement trat sie 2003/2004 als Gruppentänzerin beim Bayerischen Staatsballett an. In ihrer ersten Spielzeit tanzte sie in Mats Eks Apartment und ein Solo in Balanchines Serenade anlässlich der Terpsichore-Gala IV. In der folgenden Spielzeit debütierte sie in Forsythes Limb´s Theorem, außerdem in einer der drei Schattenvarationen in La Bayadère, sie tanzte in Kyliáns Bella Figura und eine der Solopartien in van Manens Five Tangos. Im Februar 2009 wurde Sie zur Halbsolistin ernannt. Es folgte im Juli 2012 die Ernennung zur Solistin. Debut 2006/2007 Solopartie in Das Lied von der Erde (MacMillan) Feenvariation in Dornröschen (Petipa, Liška) Debut 2007/2008 Miranda in Der Sturm (Mannes) Debut 2008/2009 Schöne Tochter in A Cinderella Story (J. Neumeier) Julia in Romeo und Julia (J. Cranko) Mädchen in Grau in Les Biches (B. Nijinska) Olympia in Die Kameliendame (J. Neumeier) Solopartie in Violakonzert II (M. Schläpfer) Odalisque in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška) Pas de six in Schwanensee (M. Petipa/L. Iwanow/R.Barra) Clémence in Raymonda (M. Petipa) Olga in Onegin (J. Cranko) Debut 2009/2010 Giselle in Once Apon An Ever After (T. Kohler) Solo in Dämmern in Terpsichore-Gala IX (J. Neumeier) Debut 2010/2011 Prinzessin Claire in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) 2. Traum-Variation in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Rocio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Prinzessin Florine in Dornröschen (I. Liška nach M. Petipa) Debut 2011/2012 Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Frühlingsstimmen (F. Ashton) Pas fabergée in Dornröschen (M. Petipa / I. Liška) Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier) Solo "Von der Jugend" in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) Die jüngste Schwester in Las Hermanas (K. MacMillan) 2. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J.Robbins) Lise in La Fille mal gardée (F. Ashton) Debut 2012/2013 2. Schattenvariation in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart) 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) 3. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine) Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón) |
Graf Alexander |
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Erster Solist Lukáš Slavický, in Prag geboren, absolvierte seine Ausbildung am Prager Konservatorium, dessen Ballettabteilung sein Vater Jaroslav Slavický leitet. Beide Eltern waren Solisten, und so fiel der Apfel tatsächlich nicht weit vom Stamm - Lukáš Slavický machte sehr bald auf sich aufmerksam. Schon in der Schule stieg er hoch ein mit Solorollen im Nussknacker und in La fille mal gardée. Bei einem Gastspiel der Schule am Theater in Brünn zeigte er bereits den Don Quijote- Pas de deux. Für diesen, wie für viele andere Auftritte, wählte er Zuzana Zahradníková als Partnerin, die ebenso wie Lukas mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 zum Bayerischen Staatsballett kam. 1997 gewann Lukáš Slavický den 1. Preis beim Ballettwettbewerb in Wien, 1998 war er Finalist beim Prix de Lausanne und gewann den 3. Preis beim Nurejew-Wettbewerb in Budapest; 1999 nahm er am Japanischen Ballettwettbewerb in Nagoja teil und gewann den 3. Preis. Er tanzte schon vor seinem ersten professionellen Engagement bei Gala-Abenden, u.a. 1997 und 1998 bei der Birgit-Keil-Stiftung in Ludwigsburg, 1998 beim Gala-Abend anlässlich der Verleihung des Deutschen Tanzpreises an Birgit Keil, 1999 im Kreml-Palast in Moskau mit dem Jeune Ballet de France und 1999 bei der Nurejew-Gedächtnis-Gala in Budapest. Im Frühling 2003 wurde ihm in Moskau die höchste Auszeichnung der Tanzwelt zuteil, als eine internationale Jury den Prix Benois de la Danse in der Kategorie "Bester männlicher Tänzer" an ihn verlieh. Seit der Spielzeit 1999/2000 ist Lukáš Slavický beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Zunächst noch als Gruppentänzer, übernahm er schon bald erste Soloaufgaben im Pas de six in Giselle und als Vogel-Geist in John Neumeiers A Cinderella Story. Zu Beginn der Spielzeit 2000/2001 debütierte er gleich als Romeo in Crankos Romeo und Julia, und nachdem er diese Aufgabe glänzend bewältigt hatte, übertrug Ivan Liška ihm den Prinzen in Neumeiers A Cinderella Story; beides zunächst an der Seite von Anna Villadolid. Lucinda Childs kreierte für Lukáš Slavický 2001 eine Hauptpartie in Händel/Corelli. Im Dezember 2001 tanzte er zum ersten Mal den Jean de Brienne in Raymonda. Mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 wurde er folgerichtig zum Solisten ernannt und tanzte im September auf dem Venedig-Gastspiel den Basilio in Don Quijote mit Maria Eichwald als Kitri. Danach erarbeitete er sich die Partie des Lenski in Crankos Onegin sowie den Lysander in Neumeiers Ein Sommernachtstraum. Des Weiteren tanzte er eine Solo-Partie in John Neumeiers Jupiter-Sinfonie und in After Dark von Jacopo Godani. Zu Beginn der Spielzeit 2003/04 ernannte Ivan Liška ihn zum Ersten Solisten. Er erweiterte sein Repertoire um Günther in Der Nussknacker (John Neumeier), Prinz Désiré, den Blauen Vogel und Pas Fabergé in Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Liška), den Bräutigam in Svadebka (Jiří Kylián), das Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine), Solo (Hans van Manen), The second detail (W. Forsythe) und Apartment (Mats Ek). Debut 2004/2005 Limb's Theorem (W. Forsythe) Agon (G. Balanchine) Five Tangos (H. van Manen) Solo (H. van Manen) Debut 2005/2006 Ricercare (Solo von I. Liska), Kreation für die Terpsichore-Gala V Octavian in Die silberne Rose (G. Murphy), Kreation Century Rolls (D. Bombana) My Way (S. Thoss) Debut 2006/2007 Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Debut 2007/2008 Ferdinand in Der Sturm (J. Mannes), Kreation Große Fuge (H. van Manen) Aus Holbergs Zeit (J. Cranko) Adagio Hammerklavier (H. van Manen) Debut 2008/2009 Benvolio in Romeo und Julia (J. Cranko) Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko) Goldener Sklave in Shéhérazade (M. Fokine) Armand und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier) Zugvögel (J. Kylián), Kreation Debut 2009/2010 Hilarion in Giselle - Mats Ek (M. Ek) Debut 2010/2011 Man 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Petruccio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Graf Alexander in Illusionen wie Schwanensee (J. Neumeier) Debut 2011/2012 Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Frühlingsstimmen (F. Ashton) Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Gods and Dogs (J. Kylián) Debut 2012/2013 Solor in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart) 1. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine) Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón) Prometheus in Helden (T. Kohler) Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) |
Prinz Siegfried / Prinz Leopold |
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Erster Solist Cyril Pierre, im französischen Nancy geboren, begann mit acht Jahren am Conservatoire der Stadt mit dem Tanzstudium. Er wechselte später an die Ballettschule der Pariser Oper, bei der Serge Golovine sein wichtigster Lehrer wurde. Sein erstes Engagement erhielt er beim Ballet National de Marseille unter Roland Petit, der ihn 1990 zum Solisten und 1992 zum Etoile ernannte. 1996 folgte er dem Ruf von Helgi Tomasson zum San Francisco Ballet. Als Principal Dancer dieser nach ABT und NYCB wichtigsten amerikanischen Ballettcompagnie tanzte er alle Klassiker sowie das bedeutende zeitgenössische Repertoire der Compagnie, darunter viele für ihn kreierte Werke u.a. von Helgi Tomasson und James Kudelka. Cyril Pierre ist darüber hinaus weltweit ein gefragter Gastballerino und tanzte u. a. am Nationaltheater in Prag, in Neapel, an der Mailänder Scala, beim Ballett der Berliner Staatsoper sowie bei Galaabenden in allen Metropolen zwischen New York, Paris und Tokio. Mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 kam Cyril Pierre, zusammen mit Lucia Lacarra, als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett. Hier tanzte er in seiner ersten Saison in Jerome Robbins' In the Night, die Titelrolle in John Crankos Onegin, Prinz Siegfried in Schwanensee, Abderakhman in Raymonda, Demetrius in John Neumeiers Ein Sommernachtstraum und im Rahmen des Abends Porträt John Neumeier in den Balletten Dämmern und Jupiter Sinfonie. In den folgenden Jahren konnte er sowohl sein klassisches als auch sein zeitgenössisches Repertoire um einige wichtige Rollen erweitern, u.a. um Günther in Der Nussknacker (John Neumeier), Oberon/Theseus in Ein Sommernachtstraum (John Neumeier) und Prinz Désiré in Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Liška). Debuts 2004/2005 Romeo und Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko) Gaston in Die Kameliendame (J. Neumeier) Black Cake (H. van Manen) Bella Figura (J. Kylián) Agon (G. Balanchine) Solor in La Bayadère (P. Bart) Debuts 2005/2006 Baron Ochs in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation Century Rolls (D. Bombana), Kreation Hilarion in Giselle (P. Wright) Debut 2006/2007 Prinz Albrecht in Giselle (P. Wright)Debut 2006/2007 Lankedem und Birbanto in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Debut 2007/2008 Prospero in Der Sturm (J. Mannes) Große Fuge (H. van Manen) Adagio Hammerklavier (H. van Manen) Debut 2008/2009 Vater in A Cinderella Story (J. Neumeier) Tybalt in Romeo und Julia (J. Cranko) Shahriar in Shéhérazade (M. Fokine) Erster Athlet in Les Biches (B. Nijinska) Zugvögel (J. Kylián), Kreation Debut 2009/2010 Abderakhman in Raymonda (M. Petipa Freund der Ballerina des 20. Jahrhunderts in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler), Kreation Debut 2010/2011 Zar in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Pas de deux in Artifact (W. Forsythe) Mann 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Carabosse in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Prinz Leopold in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Don Quijote in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier) Hortensio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Der Mann in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) Der Verlobte in Las Hermanas (K. MacMillan) Witwe Simone in La Fille mal gardée (F. Ashton) Debut 2012/2013 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Der Mohr in The Moor's Pavane (José Limón) Partner der Primaballerina und Pas de deux in Birthday Offering (F. Ashton) |
Königinmutter |
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Solistin Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz. Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda. Debut 2005/2006 Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy) Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart) Clémence in Raymonda (R. Barra) Debut 2006/2007 Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana) Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra) Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Debut 2007/2008 Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation Große Fuge (H. van Manen) Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine) Adagio Hammerklavier (H. van Manen) Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation Aus Holbergs Zeit (J. Cranko) Debut 2008/2009 Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier) Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska) Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier) Zugvögel (J. Kylián), Kreation Henriette in Raymonda (M. Petipa) Debut 2010/2011 Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek) Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Pas de deux in Artifact (W. Forsythe) Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler) Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2012/2013 Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón) Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine) Athena Parthenos in Helden (T. Kohler) Begrüßungs-Statement im Herbst 2004: Séverine Ferrolier trafen wir nach einer Probe zu Limb´s Theorem und fragten, in welchem Verhältnis die Arbeit an diesem Forsythe-Stück zum klassischen Training steht: "Man muss sich breiter, größer und riskanter bewegen, ohne Halt zu machen und sich zu kontrollieren, wie es in klassischen Posen möglich ist. Wenn man morgens trainiert, muss alles fest und stabil sein. Ich habe den Eindruck, dass es hier genauso sein muss - aber mit mehr Risiko, länger und extremer, tiefer in alle Bewegungen hineingehend, damit die neuen Linien deutlich zu sehen sind. Sonst bleibt es klassisches Ballett. Die Linien unserer Körper, die sich ergeben, wenn wir ein Stück von William Forsythe tanzen, beruhen auf einer anderen Ästhetik: ein anderer Körper, ein anderes Denken, ein anderes Verständnis unserer Muskulatur und Bewegung, auch der, die innen passiert. Man bekommt neue Impulse und nimmt sie anders auf, der Körper reagiert darauf und folgt. Wir sind ständig damit beschäftigt und entdecken jeden Tag etwas Neues. Dadurch kann man sich analysieren, allmählich verstehen, was wir gerade gemacht haben. Man lässt den Körper einfach mitmachen und lernt dadurch eine andere Art von Bewegung. Das ist eine schöne, kreative Arbeit. Wenn wir improvisieren, bekommen wir Informationen, wie wir improvisieren sollen. Aber wie wir das, jeder für sich, verstehen und spontan verarbeiten, das gehört uns. Darum ist es, glaube ich, auch für die Crew der ehemaligen Forsythe-Tänzer, die sein Stück mit uns einstudieren, und für unsere Ballettmeister schön, jeden Einzelnen zu sehen. Da sehen sie unterschiedliche Menschen, Charaktere, Persönlichkeiten. Auch Intelligenz. Aber sie brauchen viel Geduld, denn wir sind diese Arbeitsweise nicht gewohnt. Am Ende werden wir Vorgaben haben, die wir respektieren müssen; aber wir haben auch die Möglichkeit mit den Elementen zu improvisieren, die wir bis jetzt - auch schon in dem Workshop vor den Ferien - erarbeitet haben. Während des Urlaubs hat das Unbewusste von allein daran gearbeitet. Jetzt ist die Compagnie besser imstande zu verstehen, was man von uns erwartet. Es ist ein langfristiger Prozess, bis sich das entwickelt. Damit uns die neuen Bewegungen und Gedanken zu einer zweiten Natur werden und natürlich aussehen lassen, brauchten wir auch einen Abstand, so dass wir nun das Bewusstsein der täglichen Arbeit und das, was im Unterbewusstsein passiert ist, kombinieren können. Man muss die Tanzsprache von Forsythe verdauen, aber natürlich auch jeden Tag üben." Diese aktuelle Erfahrung passt zu Séverine Ferroliers Überlegungen, warum sie nach München kam: "Man kann bekanntlich nicht ewig tanzen. Deshalb möchte ich die Zeit nutzen, um Neues zu entdecken, mit verschiedenen Choreographen zu arbeiten und eine andere Umgebung kennenzulernen. Ich habe in Leipzig sieben Jahre lang mit Uwe Scholz gearbeitet, und das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Ich habe schöne Choreographien von ihm getanzt, viel gelernt und schließlich den Eindruck gehabt, in Leipzig alles, was mir dort möglich war, erreicht zu haben. Als ich fühlte weitergehen zu sollen, wollte ich diesem Impuls ehrlich folgen und in eine schöne Compagnie mit einem guten Renommee gehen, wo viele gute Choreographen arbeiten und viele unterschiedliche Stücke im Repertoire sind. Eine breite Erfahrung ist wichtig für eine Tänzerin. Für München habe ich mich auch entschieden, weil ich viele gute Kritiken gelesen habe und einige Tänzer von hier schon kannte. Gestern Abend - in der Vorstellung Porträt Mats Ek - habe ich gesehen, wie stark die Tänzer sind und wie viel sie geben. Auch dadurch kann man weiter lernen. Es ist eine starke Compagnie mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wenn ich eine Vorstellung ansehe, habe ich Distanz, sitze im Publikum, sehe Tänzer und denke: Gut, ich gehöre auch zu diesen Menschen, zu dieser Compagnie, und das macht mich froh. Ich habe auch andere Besetzungen gesehen, aber ich vergleiche nicht, wer besser war. Jeder hat seine Kraft, seine Schönheit, sein Temperament, und man erkennt die Leute auch durch den Ausdruck, den sie auf der Bühne haben. Das ist das Schöne an der Kunst. Denn auf der Bühne benimmt man sich oft stärker als im alltäglichen Leben, und diese Kraft der Kunst bewirkt, dass man jemand ist, sich ausdrückt. Im Leben traut man sich ja manchmal nicht, das eine odere andere zu sagen, zu tun oder überhaupt zu denken. Und wenn man in einer Rolle, oder einfach mit einer Musik oder in einem Kostüm auf die Bühne geht, lässt man seine augenblicklichen Gefühle sprechen. Daher kommen die Kraft und das Temperament auf der Bühne. Das war gestern Abend beim Porträt Mats Ek der Fall. Die gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich die Compagnie in anderen Stücken sah. Die Energie dieser Compagnie gefällt mir, die Atmosphäre, auch diese Leidenschaft, die wir haben. Für mich selbst bevorzuge ich keine bestimmte Rolle und keinen spezifischen Stil. Ich bin offen, ganz Unterschiedliches auszuprobieren. So sehe ich auch unsere Aufgabe. Wir sind nicht nur körperlich begabt, sondern müssen auch unsere anderen Talente nutzen. Es geht darum, die richtigen Informationen zu bekommen, sie zu verstehen und dann die eigenen Erfahrungen zu benutzen, um etwas auf der Bühne auszudrücken. Für eine Rolle wird man besetzt, wenn man dafür bereit ist. Wenn mir jemand eine Rolle anbietet, habe ich ein schönes Gefühl, weil ich mir sage, dass er etwas Entsprechendes in mir gesehen hat. Dann werde ich versuchen, meine Beziehung dazu, auch wenn ich sie selbst vorher nicht gesehen habe, weiter zu entwickeln. Nehmen, was man bekommt, und geben, was man kann, dann ist es wie ein Ping-Pong-Spiel. Vertrauen und Respekt gehören zu diesem Austausch, das entspricht der Menschlichkeit." |


