Illusionen - wie Schwanensee - Biographien
Illusionen - wie Schwanensee
Musik von Peter I. Tschaikowsky
Nationaltheater
Samstag, 30. März 2013
Choreographie und Inszenierung |
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Ihn interessiert der Mensch und seine Beziehungen, er spürt choreographisch dem nach, was mit Worten nicht (mehr) gesagt werden kann, und möchte der Musik durch den Tanz eine weitere Dimension geben. So formulierte John Neumeier einmal den Motor seines Schaffens, dem bisher über hundert Stücke zu verdanken sind: darunter Klassiker-Adaptionen wie Romeo und Julia, Der Nußknacker, Dornröschen und Illusionen – wie Schwanensee, die Menschen zeigen statt Märchenfiguren. Er hat dem Ballett – ähnlich wie John Cranko – Weltliteratur erschlossen, schuf Die Kameliendame, eine Reihe Shakespeare-Ballette oder Endstation Sehnsucht (nach Tennessee Williams) und wagte sich mit seinem auf der klassischen Technik basierenden, aber durch moderne Bewegungen oder wie improvisiert wirkende Gesten aufgebrochenen Vokabular an Kompositionen, die bis dahin als ganz und gar nicht "vertanzbar" galten: Werke von Gustav Mahler, die Matthäus-Passion, Bachs Magnifikat, das Requiem von Mozart. John Neumeier stammt aus Milwaukee, kam als einundzwanzigjähriger Tänzer 1963 ans Stuttgarter Ballett, begann zu choreographieren, wurde Ballettdirektor in Frankfurt und ging von dort 1973 nach Hamburg, wo er seitdem künstlerisch zu Hause ist. Hier hat er eine weltweit renommierte Kompanie aufgebaut, ein Ausbildungszentrum für den Nachwuchs eingerichtet und seine eigene, unverwechselbare Tanzsprache entwickelt. |
Musik |
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Bühne und Kostüme |
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Jürgen Rose, geboren in Bernburg/Saale, studierte an der Berliner Akademie der Bildenden Künste. Von 1961 bis 2001 wirkte er als Bühnen- und Kostümbildner für die Münchner Kammerspiele. Ab 1970 entwarf er Opernausstattungen in Wien, Hamburg, Stuttgart, Berlin, London, Paris, Mailand und New York sowie bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Von 1973 bis 2000 war er Ordentlicher Professor für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 1996 realisiert er auch als Regisseur eigene Operninszenierungen. Durch zahlreiche Arbeiten ist er mit der Bayerischen Staatsoper, dem Staatsballett und dem Bayerischen Staatsschauspiel verbunden. Zu sehen 2011/12: Die Zauberflöte, Così fan tutte, Le nozze di Figaro, Illusionen... wie Schwanensee, Der Widerspenstigen Zähmung, Der Nussknacker. |
Musikalische Leitung |
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wurde in Hamburg geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt und in Wien bei Klauspeter Seibel und Leopold Hager Dirigieren. Er war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes, erster Preisträger der Elise-Meyer-Stiftung und von 1996-2000 Mitglied im Dirigentenforum des Deutschen Musikrats. Erste Erfahrungen als Orchesterleiter sammelte er bereits während seines Studiums als Chefdirigent des Wandsbeker Kammerorchesters und des Harvestehuder Studentenorchesters. Nach Assistenzen an der Hamburgischen Staatsoper (bei Ingo Metzmacher) und am Deutschen Nationaltheater Weimar wurde er 1997 zunächst als Korrepetitor und Zweiter Kapellmeister an das Theater Lüneburg verpflichtet und rückte zur Spielzeit 2001/2002 in die Position des Ersten Kapellmeisters und stellvertretenden Musikdirektors auf. 1998 übernahm er erstmals ein Ballettdirigat beim Hamburg Ballett, mit dem ihn heute eine enge Zusammenarbeit verbindet. Er dirigiert regelmäßig Vorstellungen aller großen Neumeier-Kreationen und begleitete die Kompanie im Januar und Februar 2005 auf ihrer Japan-Tournee. Seit 2002 ist er auch als Dirigent beim Ballett der Sächsischen Staatsoper Dresden tätig, und im Januar 2005 gab er mit "La Bayadère" seinen Einstand beim Staatsballett Berlin. Im selben Monat hatte er sein erstes Dirigat für das Bayerische Staatsballett mit Neumeiers "Die Kameliendame", deren Premiere an der Pariser Oper im Juni 2006 ebenfalls unter seiner musikalischen Leitung stand. Mit einer Serie von "Schwanensee"-Aufführungen im Herbst 2006 stand er wieder am Pult des Bayerischen Staatsorchester. Es folgten Balanchines "Brahms-Schönberg Quartett", die "Große Fuge" (Beethoven/van Manen), "Le Corsaire" (Minkus/Petipa/Liška), "Raymonda" (Glasunow/Petipa/Barra) und "Onegin" (Tschaikowsky/Cranko). Von Kent Nagano übernahm er das Dirigat des Abends "Mein Ravel" mit "Daphnis und Chloé" in der Choreographie von Terence Kohler und Jörg Mannes' "Wohin er auch blickt…" zu Ravels "Une barque sur l’océan", "Klavierkonzert für die linke Hand" und "Pavane pour une infante défunte". Im April 2011 dirigiert er die Premiere von John Neumeiers "Illusionen – wie Schwanensee". Mats Eks "Giselle - Mats Ek" tanzt das Bayerische Staatsballett zu Schmidtsdorffs Einspielung der Musik mit dem Bayerischen Staatsorchester. |
Der König |
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Erster Solist |
Prinzessin Natalia |
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Solistin Ekaterina Petina, geboren in Sevastopol, begann mit 10 Jahren ihre Ausbildung an der Waganova Akademie in St. Petersburg. 2001 trat sie ihr erstes Engagement am Mariinsky Theater in St. Petersburg an. Zu ihren solistischen Rollen dort zählten Balanchines „Rubies“, Partien in William Forsythes „In the Middle, Somewhat Elevated“, „Approximate Sonata“ und „Steptext“ und mehrere Feen in „Dornröschen“. Mit dem Mariinsky Ballett nahm sie an zahlreichen Tourneen u.a. durch Japan, England, China, Kanada und Mexiko teil. Ernennung zur Halbsolistin 2009/10. Solistin seit der Spielzeit 2011/12. Debut 2009/2010 Olympia in Die Kameliendame (J. Neumeier) Odaliske in Shéhérazade (M. Fokine) Freundin in Raymonda (M. Petipa) Odalisken in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe) Rivalin in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Debut 2010/2011 Woman 3 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Nymphe in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T, Kohler) Fliederfee, Fee Violente, Herzogin und Rubin in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Mercedes in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Louise in Der Nussknacker (J. Neumeier) Broken Fall (R. Maliphant) 1. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins) 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Odette/Odile in Schwanensee (Ray Barra/Lew Iwanow/Marius Petipa) Debut 2012/2013 Nikija in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart) 2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J.Robbins) Die Frau in Das Lied von der Erde (K. MacMillan) 6. Variation in Birthday Offering (F. Ashton) |
Der Mann im Schatten |
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Solist Der gebürtige Russe absolvierte seine Tanzausbildung an der St. Petersburger Ballettakademie und wurde direkt nach seinem Abschluss in das Corps de ballet des Marijinsky Balletts übernommen. Dort wurde er mit zahlreichen tragenden Rollen betraut, z.B. dem Prinz Siegfried bzw. Rotbart in Schwanensee oder dem Blauen Vogel in Dornröschen. Er war in den Vier Temperamenten (G. Balanchine) und verschiedenen Choreographien William Forsythes zu sehen. Nach einem ersten Gastauftritt als Blauer Vogel im Frühjahr 2007 trat er mit der Spielzeit 2007/2008 sein Engagement als Halbsolist beim Bayerischen Staatsballett an. Zu Beginn der Saision 2009/2010 wurde er zum Solisten ernannt. Debut 2007/2008 Pas de six und Spanischer Tanz in Schwanensee (R. Barra) Solo-Paar im 2. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine) Weißes Paar in Katalyse (J. Cranko) Alonso in Der Sturm (J. Mannes) Debut 2008/2009 Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier) Graf Paris in Romeo und Julia (J. Cranko) Athlet in Les Biches (B. Nijinska) Benno in Schwanensee (R. Barra) Des Grieux in Die Kameliendame (J. Neumeier) Bernard in Raymonda (M. Petipa) Debut 2009/2010 Bernard de Ventadour in Raymonda (M. Petipa) Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe) Der russische Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Aus Holbergs Zeit (J. Cranko), Pas de deux Debut 2010/2011 Erster Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Prinz Désiré in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Eduardo in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Erster Solist in Scènes de ballet (F. Ashton) Günther in Der Nussknacker (J. Neumeier) Der Mann im Schatten in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) 2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Debut 2012/2013 4. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine) Solor, ein Krieger in La Bayadère (Marius Petipa, Patrice Bart) Birthday Offering (F. Ashton) |
Odette |
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Erste Solistin Die gebürtige Russin Daria Sukhorukova absolvierte ihre Tanzausbildung an der Waganowa-Akademie in ihrer Heimatstadt St. Petersburg. Nach ihrem Diplom 2001 wurde sie direkt an das Ensemble des Marijinsky Theaters übernommen und während der sechs Jahre ihrer Tänzerkarriere mit zahlreichen solistischen Aufgaben betraut, so etwa mit der weiblichen Titelpartie aus Romeo und Julia, verschiedenen Feenvariationen aus Dornröschen und Soli in Les Sylphides (M. Fokine), Jewels (G. Balanchine) und La Sylphide (nach F. Taglioni). Seit Beginn der Spielzeit 2007/2008 ist Daria Sukhorukova als Solistin beim Bayerischen Staatsballett engagiert und wurde zur Spielzeit 2010/2011 zur Ersten Solistin ernannt. Ihr Münchner Debüt gab sie im Herbst 2007 als eine der drei Odalisken in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška). Debut 2007/2008 Medora und Odaliske in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška) Odette/Odile in Schwanensee (R. Barra) Solopaar im 2. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine) Ariel in Der Sturm (J. Mannes) Nikija in La Bayadère (Petipa, Bart) Debut 2008/2009 Schöne Tochter in A Cinderella Story (J. Neumeier) Odaliske in Shéhérazade (M. Fokine) Adagio Hammerklavier (H. v. Manen) Manon Lescaut in Die Kameliendame (J. Neumeier) Die Erste Nymphe in L'après-midi d'un faune (Vaslav Nijinsky) Debut 2009/2010 Titelpartie in Raymonda (M. Petipa) Die Dame im blauen Samtwams in Les Biches (B. Nijinska) Zobéide in Shéhérazade (M. Fokine) Sylvia Pas de deux (G. Balanchine) Debut 2010/2011 Woman 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Topas in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanesee (J. Neumeier) Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Prinzessin Aurora in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Erste Traum-Variation in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 Louise in Der Nussknacker (J. Neumeier) Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Erste Solistin in Scènes de ballet (F. Ashton) |
Prinzessin Claire |
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Solistin Katherina Markowskaja wurde in Kiew (Ukraine) geboren, wo sie auch ihre Ausbildung an der Nationalen Ballett Akademie der Kunst abschloss. Bereits als Studentin wirkte sie mit bei Aufführungen des Ukrainischen Nationalballetts in Kiev. Mit 16 nahm sie das Angebot von Konstanze Vernon für ein Stipendium der Heinz-Bosl-Stiftung an und vollendete ihr Studium an der Ballett-Akademie München. Direkt nach ihrem Examen erhielt sie ein Engagement an der Sächsischen Staatsoper Dresden unter der Leitung von Vladimir Derevianko, der sie zwei Jahre später zur Ersten Solistin ernannte.1999 wurde sie mit dem Mary Wigman Preis ausgezeichnet. Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem die klassischen Ballerinen Partien Aurora (Dornröschen), Giselle, Kitri (Don Quijote), Lise (La Fille mal gardée) sowie Bianca (Der Widerspenstigen Zähmung - Cranko), Otilie (Wahlverwandtschaften – Schilling ) und, in den Balletten von John Neumeier Prinzessin Natalia und Prinzessin Claire (Illusionen – wie Schwanensee), Marie (Der Nussknacker), Hermia (Ein Sommernachtsraum), Rosalind (Wie es euch gefällt) und Chloé (Daphnis und Chloé). Seit 2010 tanzt Katherina Markowskaja als freelance Ballerina und trainiert mit dem Bayerischen Staatsballett. Ab der Spielzeit 2012/13 ist sie Solistin. Münchener Debuts 2010/2011 Aurora in Dornröschen (M. Petipa/ I. Liška) Münchener Debuts 2011/2012 Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier) Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Frühlingsstimmen (F. Ashton) 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) 3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins) Lise in La Fille mal gardée (F. Ashton) Debut 2012/2013 5. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine) Pandora in Helden (T. Kohler) |
Graf Alexander |
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Solist Matej Urban ist gebürtiger Tscheche und besuchte bis 2006 das Staatliche Konservatorium in Prag. Anschließend erhielt er sein erstes Engagement am Nationaltheater Prag und tanzte dort zwei Spielzeiten. Seit Herbst 2008 ist Matej beim Bayerischen Staatsballett. Zuerst als Gruppentänzer, Halbsolist und seit der Spielzeit 2011/12 als Solist. Debut 2008/2009 Athlet in Les Biches (B. Nijinska) Debut 2009/2010 Albrecht in Giselle - Mats Ek (M. Ek) Debut 2010/2011 Mann 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler) Albrecht in Once Upon an Ever After (T. Kohler) Solo im Pas Fabergé 3. Akt in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška) Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Graf Alexander in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Fernando in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 Der Clown in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni) Gods and Dogs (J. Kylián) Pas de six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Rotbart in Schwanensee (Ray Barra/Lew Iwanow/Marius Petipa) Colas in La Fille mal gardée (F. Ashton) Sommer 2012 Gala für Tanya Pearson Zähmungs-Pas de deux, Gala Version Debut 2012/2013 Broken Fall (R. Maliphant) 1. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine) 'Mann im Schatten' in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Birthday Offering (F. Ashton) |
Prinz Siegfried / Prinz Leopold |
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Solist |
Die Königinmutter |
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Solistin Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz. Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda. Debut 2005/2006 Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy) Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart) Clémence in Raymonda (R. Barra) Debut 2006/2007 Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana) Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra) Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška) Debut 2007/2008 Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation Große Fuge (H. van Manen) Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine) Adagio Hammerklavier (H. van Manen) Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation Aus Holbergs Zeit (J. Cranko) Debut 2008/2009 Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier) Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska) Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier) Zugvögel (J. Kylián), Kreation Henriette in Raymonda (M. Petipa) Debut 2010/2011 Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek) Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler) Pas de deux in Artifact (W. Forsythe) Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes) Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler) Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko) Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier) Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Debut 2011/2012 Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition) Five Brahms Waltzes In The Manner Of Isadora Duncan (F. Ashton) Debut 2012/2013 Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón) Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine) Athena Parthenos in Helden (T. Kohler) Begrüßungs-Statement im Herbst 2004: Séverine Ferrolier trafen wir nach einer Probe zu Limb´s Theorem und fragten, in welchem Verhältnis die Arbeit an diesem Forsythe-Stück zum klassischen Training steht: "Man muss sich breiter, größer und riskanter bewegen, ohne Halt zu machen und sich zu kontrollieren, wie es in klassischen Posen möglich ist. Wenn man morgens trainiert, muss alles fest und stabil sein. Ich habe den Eindruck, dass es hier genauso sein muss - aber mit mehr Risiko, länger und extremer, tiefer in alle Bewegungen hineingehend, damit die neuen Linien deutlich zu sehen sind. Sonst bleibt es klassisches Ballett. Die Linien unserer Körper, die sich ergeben, wenn wir ein Stück von William Forsythe tanzen, beruhen auf einer anderen Ästhetik: ein anderer Körper, ein anderes Denken, ein anderes Verständnis unserer Muskulatur und Bewegung, auch der, die innen passiert. Man bekommt neue Impulse und nimmt sie anders auf, der Körper reagiert darauf und folgt. Wir sind ständig damit beschäftigt und entdecken jeden Tag etwas Neues. Dadurch kann man sich analysieren, allmählich verstehen, was wir gerade gemacht haben. Man lässt den Körper einfach mitmachen und lernt dadurch eine andere Art von Bewegung. Das ist eine schöne, kreative Arbeit. Wenn wir improvisieren, bekommen wir Informationen, wie wir improvisieren sollen. Aber wie wir das, jeder für sich, verstehen und spontan verarbeiten, das gehört uns. Darum ist es, glaube ich, auch für die Crew der ehemaligen Forsythe-Tänzer, die sein Stück mit uns einstudieren, und für unsere Ballettmeister schön, jeden Einzelnen zu sehen. Da sehen sie unterschiedliche Menschen, Charaktere, Persönlichkeiten. Auch Intelligenz. Aber sie brauchen viel Geduld, denn wir sind diese Arbeitsweise nicht gewohnt. Am Ende werden wir Vorgaben haben, die wir respektieren müssen; aber wir haben auch die Möglichkeit mit den Elementen zu improvisieren, die wir bis jetzt - auch schon in dem Workshop vor den Ferien - erarbeitet haben. Während des Urlaubs hat das Unbewusste von allein daran gearbeitet. Jetzt ist die Compagnie besser imstande zu verstehen, was man von uns erwartet. Es ist ein langfristiger Prozess, bis sich das entwickelt. Damit uns die neuen Bewegungen und Gedanken zu einer zweiten Natur werden und natürlich aussehen lassen, brauchten wir auch einen Abstand, so dass wir nun das Bewusstsein der täglichen Arbeit und das, was im Unterbewusstsein passiert ist, kombinieren können. Man muss die Tanzsprache von Forsythe verdauen, aber natürlich auch jeden Tag üben." Diese aktuelle Erfahrung passt zu Séverine Ferroliers Überlegungen, warum sie nach München kam: "Man kann bekanntlich nicht ewig tanzen. Deshalb möchte ich die Zeit nutzen, um Neues zu entdecken, mit verschiedenen Choreographen zu arbeiten und eine andere Umgebung kennenzulernen. Ich habe in Leipzig sieben Jahre lang mit Uwe Scholz gearbeitet, und das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Ich habe schöne Choreographien von ihm getanzt, viel gelernt und schließlich den Eindruck gehabt, in Leipzig alles, was mir dort möglich war, erreicht zu haben. Als ich fühlte weitergehen zu sollen, wollte ich diesem Impuls ehrlich folgen und in eine schöne Compagnie mit einem guten Renommee gehen, wo viele gute Choreographen arbeiten und viele unterschiedliche Stücke im Repertoire sind. Eine breite Erfahrung ist wichtig für eine Tänzerin. Für München habe ich mich auch entschieden, weil ich viele gute Kritiken gelesen habe und einige Tänzer von hier schon kannte. Gestern Abend - in der Vorstellung Porträt Mats Ek - habe ich gesehen, wie stark die Tänzer sind und wie viel sie geben. Auch dadurch kann man weiter lernen. Es ist eine starke Compagnie mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wenn ich eine Vorstellung ansehe, habe ich Distanz, sitze im Publikum, sehe Tänzer und denke: Gut, ich gehöre auch zu diesen Menschen, zu dieser Compagnie, und das macht mich froh. Ich habe auch andere Besetzungen gesehen, aber ich vergleiche nicht, wer besser war. Jeder hat seine Kraft, seine Schönheit, sein Temperament, und man erkennt die Leute auch durch den Ausdruck, den sie auf der Bühne haben. Das ist das Schöne an der Kunst. Denn auf der Bühne benimmt man sich oft stärker als im alltäglichen Leben, und diese Kraft der Kunst bewirkt, dass man jemand ist, sich ausdrückt. Im Leben traut man sich ja manchmal nicht, das eine odere andere zu sagen, zu tun oder überhaupt zu denken. Und wenn man in einer Rolle, oder einfach mit einer Musik oder in einem Kostüm auf die Bühne geht, lässt man seine augenblicklichen Gefühle sprechen. Daher kommen die Kraft und das Temperament auf der Bühne. Das war gestern Abend beim Porträt Mats Ek der Fall. Die gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich die Compagnie in anderen Stücken sah. Die Energie dieser Compagnie gefällt mir, die Atmosphäre, auch diese Leidenschaft, die wir haben. Für mich selbst bevorzuge ich keine bestimmte Rolle und keinen spezifischen Stil. Ich bin offen, ganz Unterschiedliches auszuprobieren. So sehe ich auch unsere Aufgabe. Wir sind nicht nur körperlich begabt, sondern müssen auch unsere anderen Talente nutzen. Es geht darum, die richtigen Informationen zu bekommen, sie zu verstehen und dann die eigenen Erfahrungen zu benutzen, um etwas auf der Bühne auszudrücken. Für eine Rolle wird man besetzt, wenn man dafür bereit ist. Wenn mir jemand eine Rolle anbietet, habe ich ein schönes Gefühl, weil ich mir sage, dass er etwas Entsprechendes in mir gesehen hat. Dann werde ich versuchen, meine Beziehung dazu, auch wenn ich sie selbst vorher nicht gesehen habe, weiter zu entwickeln. Nehmen, was man bekommt, und geben, was man kann, dann ist es wie ein Ping-Pong-Spiel. Vertrauen und Respekt gehören zu diesem Austausch, das entspricht der Menschlichkeit." |


