Illusionen - wie Schwanensee - Biographien

Illusionen - wie Schwanensee. Daria Sukhorukova, Cyril Pierre, Ensemble. © Charles Tandy Illusionen - wie Schwanensee. Lucia Lacarra, Tigran Mikayelyan. © Wilfried Hösl Illusionen - wie Schwanensee. Ensemble. © Charles Tandy

Illusionen - wie Schwanensee

John Neumeier

Musik von Peter I. Tschaikowsky
Nationaltheater

BallettFestwoche 2013
Donnerstag, 25. April 2013

Choreographie und Inszenierung


John Neumeier. ©Steven Haberland
John Neumeier
Ihn interessiert der Mensch und seine Beziehungen, er spürt choreographisch dem nach, was mit Worten nicht (mehr) gesagt werden kann, und möchte der Musik durch den Tanz eine weitere Dimension geben. So formulierte John Neumeier einmal den Motor seines Schaffens, dem bisher über hundert Stücke zu verdanken sind: darunter Klassiker-Adaptionen wie Romeo und Julia, Der Nußknacker, Dornröschen und Illusionen – wie Schwanensee, die Menschen zeigen statt Märchenfiguren.

Er hat dem Ballett – ähnlich wie John Cranko – Weltliteratur erschlossen, schuf Die Kameliendame, eine Reihe Shakespeare-Ballette oder Endstation Sehnsucht (nach Tennessee Williams) und wagte sich mit seinem auf der klassischen Technik basierenden, aber durch moderne Bewegungen oder wie improvisiert wirkende Gesten aufgebrochenen Vokabular an Kompositionen, die bis dahin als ganz und gar nicht "vertanzbar" galten: Werke von Gustav Mahler, die Matthäus-Passion, Bachs Magnifikat, das Requiem von Mozart.

John Neumeier stammt aus Milwaukee, kam als einundzwanzigjähriger Tänzer 1963 ans Stuttgarter Ballett, begann zu choreographieren, wurde Ballettdirektor in Frankfurt und ging von dort 1973 nach Hamburg, wo er seitdem künstlerisch zu Hause ist. Hier hat er eine weltweit renommierte Kompanie aufgebaut, ein Ausbildungszentrum für den Nachwuchs eingerichtet und seine eigene, unverwechselbare Tanzsprache entwickelt.


Bühne und Kostüme


Jürgen Rose
Jürgen Rose
Jürgen Rose, geboren in Bernburg/Saale, studierte an der Berliner Akademie der Bildenden Künste. Von 1961 bis 2001 wirkte er als Bühnen- und Kostümbildner für die Münchner Kammerspiele. Ab 1970 entwarf er Opernausstattungen in Wien, Hamburg, Stuttgart, Berlin, London, Paris, Mailand und New York sowie bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Von 1973 bis 2000 war er Ordentlicher Professor für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 1996 realisiert er auch als Regisseur eigene Operninszenierungen. Durch zahlreiche Arbeiten ist er mit der Bayerischen Staatsoper, dem Staatsballett und dem Bayerischen Staatsschauspiel verbunden. Zu sehen 2013/14: Le nozze di Figaro, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum, Così fan tutte, Die Zauberflöte, Der Nussknacker, Der Rosenkavalier.

Musikalische Leitung


Michael Schmidtsdorff
Michael Schmidtsdorff
wurde in Hamburg geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt und in Wien bei Klauspeter Seibel und Leopold Hager Dirigieren. Er war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes, erster Preisträger der Elise-Meyer-Stiftung und von 1996-2000 Mitglied im Dirigentenforum des Deutschen Musikrats. Erste Erfahrungen als Orchesterleiter sammelte er bereits während seines Studiums als Chefdirigent des Wandsbeker Kammerorchesters und des Harvestehuder Studentenorchesters. Nach Assistenzen an der Hamburgischen Staatsoper (bei Ingo Metzmacher) und am Deutschen Nationaltheater Weimar wurde er 1997 zunächst als Korrepetitor und Zweiter Kapellmeister an das Theater Lüneburg verpflichtet und rückte zur Spielzeit 2001/2002 in die Position des Ersten Kapellmeisters und stellvertretenden Musikdirektors auf. 1998 übernahm er erstmals ein Ballettdirigat beim Hamburg Ballett, mit dem ihn heute eine enge Zusammenarbeit verbindet. Er dirigiert regelmäßig Vorstellungen aller großen Neumeier-Kreationen und begleitete die Kompanie im Januar und Februar 2005 auf ihrer Japan-Tournee. Seit 2002 ist er auch als Dirigent beim Ballett der Sächsischen Staatsoper Dresden tätig, und im Januar 2005 gab er mit "La Bayadère" seinen Einstand beim Staatsballett Berlin. Im selben Monat hatte er sein erstes Dirigat für das Bayerische Staatsballett mit Neumeiers "Die Kameliendame", deren Premiere an der Pariser Oper im Juni 2006 ebenfalls unter seiner musikalischen Leitung stand. Mit einer Serie von "Schwanensee"-Aufführungen im Herbst 2006 stand er wieder am Pult des Bayerischen Staatsorchester. Es folgten Balanchines "Brahms-Schönberg Quartett", die "Große Fuge" (Beethoven/van Manen), "Le Corsaire" (Minkus/Petipa/Liška), "Raymonda" (Glasunow/Petipa/Barra) und "Onegin" (Tschaikowsky/Cranko). Von Kent Nagano übernahm er das Dirigat des Abends "Mein Ravel" mit "Daphnis und Chloé" in der Choreographie von Terence Kohler und Jörg Mannes' "Wohin er auch blickt…" zu Ravels "Une barque sur l’océan", "Klavierkonzert für die linke Hand" und "Pavane pour une infante défunte". Im April 2011 dirigiert er die Premiere von John Neumeiers "Illusionen – wie Schwanensee". Mats Eks "Giselle - Mats Ek" tanzt das Bayerische Staatsballett zu Schmidtsdorffs Einspielung der Musik mit dem Bayerischen Staatsorchester. 

Der König


Marlon Dino © Sascha Kletzsch
Marlon Dino
Erster Solist

Marlon Dino wurde in Albanien geboren und begann seine Ausbildung 1991 an der School of Choreography and Ballet in Tirana/Albanien. 1998 wechselte er nach Genf in der Schweiz ans Geneve Dance Center unter der Leitung von David Allen. Im Januar 2001 bekam er einen Vertrag an der Wiener Staatsoper.

Seit 2002 ist er beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Schnell wurde er mit solistischen Partien betraut, so dass schließlich 2005 die Ernennung zum Halbsolisten und zur Spielzeit 2007/2008 die Beförderung zum Solisten erfolgte. In der Spielzeit 2009/2010 wurde er zum Ersten Solisten ernannt.

Sein solistisches klassisches und zeitgenössisches Repertoire umfasst u.a. Jiří Kylián Sechs Tänze und die Solopartie im vierten Satz von George Balanchines Brahms-Schönberg-Quartett. In der Spielzeit 2004/2005 debütierte er als Graf Paris und Tybalt in Crankos Romeo und Julia und übernahm eine wichtige Partie in Balanchines Agon (zweiter Pas de trois). Außerdem tanzte er den Gaston in der Kameliendame (J. Neumeier), den Solo-Part in Hans van Manens Fünf Tangos und Rotbart in Schwanensee (R. Barra).
Seine erste eigene Choreographie, ein Pas de deux für Cheryl Wimperis und ihn selbst, entstand im Sommer 2003 im Rahmen der "Jungen Choreographen". Es folgte im Sommer 2004 die Choreographie Nimm's wie du willst.
Ende 2007 wurde Marlon Dino für sein Debüt als Onegin an der Seite von Lucia Lacarra in John Crankos Ballett mit dem TZ-Rosenstrauß des Jahres ausgezeichnet.

Debut 2003/2004
Brahms-Schoenberg Quartett (G. Balanchine)

Debut 2004/05:
Graf Paris und Tybalt in Romeo und Julia (J. Cranko)
Agon (G. Balanchine), zweiter Pas de trois
Gaston in Kameliendame (J. Neumeier)
Solo in Fünf Tangos (H. van Manen)

Debut 2005/2006
Bérenger in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007 
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Pas de six in Giselle (P. Wright)
Rotbart in Schwanensee (R. Barra)
Ali und Birbanto in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Fotograf in Die Silberne Rose (G. Murphy)
Der Mann in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)
Pas Fabergé in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinz Albrecht in Giselle (P. Wright) im Rahmen von Ballett und Wildnis

Debut 2007/2008
Onegin in Onegin (J. Cranko)
Alonso in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Legende (J. Cranko)
Solor in La Bayadère (Bart)

Debut 2008/2009
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Siegfried in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Zeman in Shéhérazade (M. Fokine)
Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)
Jean de Brienne in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Der goldene Sklave in Shéhérazade (M. Fokine)
Armand in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Bach in Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere (N. Duato)

Debut 2010/2011
Prinz Désiré in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Petruccio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Der Mann im Schatten in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Günther in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2012/2013
Choreartium (L. Massine)
Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2013/2014
Theseus/Oberon in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)

Prinzessin Natalia


Lucia Lacarra © Sascha Kletzsch
Lucia Lacarra
Erste Solistin

Lucia Lacarra, geboren im spanischen San Sebastián, studierte an der Schule von Victor Ullate in Madrid. In dessen neoklassischer Compagnie, dem Ballett Victor Ullate, trat sie auch ihr erstes Engagement an.

1994 wechselte sie zum Ballet National de Marseille unter Roland Petit und ging 1997 als Principal Dancer zum San Francisco Ballet unter Helgi Tomasson. Bereits in Marseille wurde deutlich, dass mit Lucia Lacarra eine außergewöhnliche Tänzerin herangewachsen war, die sehr bald zur Crème de la Crème der international führenden Ballerinen zählte. Als umworbener Gaststar ist sie seit Jahren regelmäßig in allen Metropolen zwischen London, Paris und Tokio zu sehen.
Sie tanzt die klassischen Hauptrollen wie Giselle, Odette/Odile in Schwanensee und Aurora in Dornröschen, in Roland-Petit-Balletten wie Carmen, Notre Dame de Paris, Le Jeune Homme et la Mort (zusammen mit Nicolas Le Riche) ebenso wie ein weites modernes Repertoire:  Balanchines Agon und Sinfonie in C, Robbins' The Cage und In the Night, Kenneth MacMillans The Invitation sowie zahlreiche Werke von Helgi Tomasson.

Beim Bayerischen Staatsballett tanzte sie, noch vor ihrem offiziellen Antritt als Erste Solistin zu Beginn der Spielzeit 2002/2003, bereits im Juni 2002 in Jerome Robbins' In the Night. Ihr Debüt in einem großen abendfüllenden Klassiker gab sie im Oktober 2002 mit der Titelrolle in Raymonda. Es folgten im November 2002 Schwanensee und die Tatjana in John Crankos Onegin. Ihr Partner war ihr Lebensgefährte Cyril Pierre, der mit ihr als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett kam. In der Premiere von Portrait John Neumeier tanzte sie in Jupiter Sinfonie und in In the Blue Garden.

Als neue Rollen in der Saison 2003/2004 kamen Louise in John Neumeiers Der Nussknacker und Titania/Hippolyta in seinem Sommernachtstraum sowie die Titelpartie in Dornröschen und die Marguerite in John Neumeiers Die Kameliendame hinzu. Weitere Partien ihres Münchner Repertoires sind the second detail (Forsythe) und Brahms-Schönberg Quartett (Balanchine).

Im Dezember 2002 erhielt Lucia Lacarra in Monte Carlo den Nijinsky Award 2002 in der Kategorie "beste Tänzerin" und wurde im Frühjahr 2003 in Moskau mit dem Prix Benois ausgezeichnet. Sowohl 2004 als auch 2005 wurde sie für den Münchner Merkur-Theaterpreis nominiert. Geehrt wurde sie im Herbst 2005 mit dem spanischen Premio Nacional de Danza 2005. Der mit 30.000,- Euro dotierte Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die der spanische Staat vergibt.
Im Frühjahr 2007 wurde Lacarra zur kulturellen Botschafterin und Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt San Sebastián ernannt. 2008 verlieh ihr Kunstminister Dr. Goppel den Titel "Bayerische Kammertänzerin".

Debut 2004/2005
Julia in Crankos Romeo und Julia (J. Cranko) 
Fünf Tangos (H. van Manen)
Black Cake (H. van Manen)
Agon (G. Balanchine)
Nikija in La Bayadère (P. Bart)

Debut 2005/2006
Sophie in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana), Kreation

Debut 2006/2007
Giselle (P. Wright)
Medora in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Die Frau in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Ariel in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)
Legende (J. Cranko), Pas de deux

Debut 2008/2009
Zobeide in Shéhérazade (M. Fokine)
Odette in Once Upon An Ever After
(T. Kohler), Kreation

Debut 2009/2010
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Die französische Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)

Debut 2010/2011
The Old Men and Me (H. van Manen)
Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Die älteste Schwester in Las Hermanas (K. MacMillan)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2013/2014
Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Spiral Pass (R. Maliphant)

Der Mann im Schatten


Maxim Chashchegorov
Solist

Der gebürtige Russe absolvierte seine Tanzausbildung an der St. Petersburger Ballettakademie und wurde direkt nach seinem Abschluss in das Corps de ballet des Marijinsky Balletts übernommen. Dort wurde er mit zahlreichen tragenden Rollen betraut, z.B. dem Prinz Siegfried bzw. Rotbart in Schwanensee oder dem Blauen Vogel in Dornröschen. Er war in den Vier Temperamenten (G. Balanchine) und verschiedenen Choreographien William Forsythes zu sehen.

Nach einem ersten Gastauftritt als Blauer Vogel im Frühjahr 2007 trat er mit der Spielzeit 2007/2008 sein Engagement als Halbsolist beim Bayerischen Staatsballett an. Zu Beginn der Saison 2009/2010 wurde er zum Solisten ernannt.

Debut 2007/2008
Pas de six und Spanischer Tanz in Schwanensee (R. Barra)
Solo-Paar im 2. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Weißes Paar in Katalyse (J. Cranko)
Alonso in Der Sturm (J. Mannes)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Graf Paris in Romeo und Julia (J. Cranko)
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)
Benno in Schwanensee (R. Barra)
Des Grieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Bernard in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Bernard de Ventadour in Raymonda (M. Petipa)
Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe)
Der russische Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko), Pas de deux

Debut 2010/2011
Erster Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinz Désiré in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Eduardo in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Erster Solist in Scènes de ballet (F. Ashton)
Günther in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Der Mann im Schatten in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)

Debut 2012/2013
4. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Solor, ein Krieger in La Bayadère (Marius Petipa, Patrice Bart)
Birthday Offering (F. Ashton)

Odette


Daria Sukhorukova.©Sascha Kletzsch
Daria Sukhorukova
Erste Solistin

Die gebürtige Russin Daria Sukhorukova absolvierte ihre Tanzausbildung an der Waganowa-Akademie in ihrer Heimatstadt St. Petersburg. Nach ihrem Diplom 2001 wurde sie direkt an das Ensemble des Marijinsky Theaters übernommen und während der sechs Jahre ihrer Tänzerkarriere mit zahlreichen solistischen Aufgaben betraut, so etwa mit der weiblichen Titelpartie aus Romeo und Julia, verschiedenen Feenvariationen aus Dornröschen  und Soli in Les Sylphides (M. Fokine), Jewels (G. Balanchine) und La Sylphide (nach F. Taglioni).

Seit Beginn der Spielzeit 2007/2008 ist Daria Sukhorukova als Solistin beim Bayerischen Staatsballett engagiert und wurde zur Spielzeit 2010/2011 zur Ersten Solistin ernannt.

Ihr Münchner Debüt gab sie im Herbst 2007 als eine der drei Odalisken in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška).

Debut 2007/2008
Medora und Odaliske in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška)
Odette/Odile in Schwanensee (R. Barra)
Solopaar im 2. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Ariel in Der Sturm (J. Mannes)
Nikija in La Bayadère (Petipa, Bart)

Debut 2008/2009
Schöne Tochter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Odaliske in Shéhérazade (M. Fokine)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)
Manon Lescaut in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Die Erste Nymphe in L'après-midi d'un faune (Vaslav Nijinsky)

Debut 2009/2010
Titelpartie in Raymonda (M. Petipa)
Die Dame im blauen Samtwams in Les Biches (B. Nijinska)
Zobéide in Shéhérazade (M. Fokine)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2010/2011
Woman 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Topas in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanesee (J. Neumeier)
Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Prinzessin Aurora in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Erste Traum-Variation in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Louise in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Erste Solistin in Scènes de ballet (F. Ashton)

Debut 2013/2014
Hermia in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Choreartium (L. Massine), Kreation
Mütterliche Gestalt in Le Sacre du printemps (M. Wigman)

Prinzessin Claire


Ivy Amista.©Sascha Kletzsch
Ivy Amista
Erste Solistin 

Ivy Amista, geboren in Sao Paolo, Brasilien, studierte an der dortigen Camilla Ballett-Schule. Nach der Teilnahme am IX. Seminario Internacional de danca in Brasilia, bei dem sie die Goldmedaille gewann, erhielt sie im Jahr 2001 ein Stipendium, um in München an der Ballettakademie/Heinz-Bosl-Stiftung ihre Ausbildung zu beenden.
Nach ihrem Examen wurde sie zur Spielzeit 2001/2002 als Mitglied des Bayerischen Staatsballetts übernommen.

Im Oktober 2001 wurde sie von der Heinz-Bosl-Stiftung eingeladen, Paquita unter der Leitung von Konstanze Vernon zu tanzen. 2004/2005 ernannte man sie zur Halbsolistin, zur Spielzeit 2007/2008 folgte die Beförderung zur Solistin.

In der Spielzeit 2003/2004 erarbeitete sie sich den Pas Fabergé, die Feen Fleur de Farine und Miettes qui tombent in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), die Sechs Tänze (J. Kylián), eine der Freundinnen in Raymonda (R. Barra), eine der drei Solo Damen im 2. Satz von Balanchines Brahms-Schönberg-Quartett und die Olympia in Die Kameliendame (J. Neumeier).

Zu Beginn der Spielzeit 2004/2005 debütierte sie in der Rolle der Prinzessin Florine in Dornröschen und tanzte im Juni 2005 zum ersten Mal die Titelpartie in La Bayadère (P. Bart), nachdem sie kurz zuvor bei der Wiederaufnahme des Balletts bereits in der ersten Schattenvariation zu sehen war.

Im Herbst 2005 wurde sie mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Tanz ausgezeichnet.

Mit Beginn der Spielzeit 2014/15 tanzt sie als Erste Solistin an der Spitze des Staatsballetts.

Debut 2006/2007
Pas de six in Giselle (P. Wright)
Charlotte, Verlobte des Prinzen in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Solopartie in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Olga in Onegin (J. Cranko)
Solo-Ariel in Der Sturm (J. Mannes)
Solo-Paar im 3. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Große Fuge (H. van Manen)
Ebony Concerto (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Zweite Variation in Once Upon And Ever After (T. Kohler), Kreation
Dame in blau in Les Biches (B. Nijinska)
Manon Lescaut in Die Kameliendame  (J. Neumeier)

Debut 2010/2011
Nymphe in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Solo im Pas Fabergé 3. Akt in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinzessin Aurora in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinzessin Claire in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Kitri in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Zweite Traum-Variation in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2012/2013
1. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Lise in La Fille mal gardée (F. Ashton)
Gamzatti, Tochter des Radscha in La Bayadère (Marius Petipa, Patrice Bart)
2. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)

Debut 2013/2014
1. Pas de trois und 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Julia in Romeo und Julia (J. Cranko)
3. Schatten-Variation in La Bayadère (M. Petipa/ P. Bart)
Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)

Graf Alexander


Karen Azatyan.©Sascha Kletzsch
Karen Azatyan
Solist

Der gebürtige Armenier absolvierte seine Tanzausbildung zunächst in seiner Heimat am Yerevan Dancing Art State College, und schloss sie nach seinem Wechsel an die Tanz Akademie Zürich im Jahre 2007 ab. Während der zweiten Ausbildungsphase belegte er beim Wettbewerb „Tanz Olymp Berlin 2005“ in der Kategorie Klassische Variation den 2. Platz, gewann im selben Jahr ein Stipendium beim Prix de Lausanne und den Nachwuchsförderpreis des internationalen Ballettwettbewerbs Varna 2006.

Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde er als Gruppentänzer beim Bayerischen Staatsballett engagiert und stieg im Herbst 2010 zum Halbsolisten auf. Seit der Spielzeit 2012/13 tanzt Karen Azatyan als Solist.

Debut 2007/2008
Sebastian und Antonio in Der Sturm (J. Mannes)

Debut 2008/2009
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation

Debut 2009/2010
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)

Debut 2010/2011
Albrecht in Once Upon an Ever After (T. Kohler)
Daphnis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Hortensio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Graf Alexander in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Fritz in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Blauer Vogel in Dornröschen (M. Petipa / I. Liška)
Frühlingsstimmen-Pas de deux (F. Ashton)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Pas de six und russischer Tanz in Schwanensee (R. Barra)

Debut 2012/2013
Goldenes Idol in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)
4. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Birthday Offering (F. Ashton)
Prometheus in Helden (T. Kohler)

Debut 2013/2014
Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Demetrius in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Prinz Siegfried / Prinz Leopold


Cyril Pierre.©Sascha Kletzsch
Cyril Pierre

Erster Solist

Cyril Pierre, im französischen Nancy geboren, begann mit acht Jahren am Conservatoire der Stadt mit dem Tanzstudium. Er wechselte später an die Ballettschule der Pariser Oper, bei der Serge Golovine sein wichtigster Lehrer wurde.
Sein erstes Engagement erhielt er beim Ballet National de Marseille unter Roland Petit, der ihn 1990 zum Solisten und 1992 zum Etoile ernannte. 1996 folgte er dem Ruf von Helgi Tomasson zum San Francisco Ballet. Als Principal Dancer dieser nach ABT und NYCB wichtigsten amerikanischen Ballettcompagnie tanzte er alle Klassiker sowie das bedeutende zeitgenössische Repertoire der Compagnie, darunter viele für ihn kreierte Werke u.a. von Helgi Tomasson und James Kudelka.

Cyril Pierre ist darüber hinaus weltweit ein gefragter Gastballerino und tanzte u. a. am Nationaltheater in Prag, in Neapel, an der Mailänder Scala, beim Ballett der Berliner Staatsoper sowie bei Galaabenden in allen Metropolen zwischen New York, Paris und Tokio.

Mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 kam Cyril Pierre, zusammen mit Lucia Lacarra, als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett.
Hier tanzte er in seiner ersten Saison in Jerome Robbins' In the Night, die Titelrolle in John Crankos Onegin, Prinz Siegfried in Schwanensee, Abderakhman in Raymonda, Demetrius in John Neumeiers Ein Sommernachtstraum und im Rahmen des Abends Porträt John Neumeier in den Balletten Dämmern und Jupiter Sinfonie.

In den folgenden Jahren konnte er sowohl sein klassisches als auch sein zeitgenössisches Repertoire um einige wichtige Rollen erweitern, u.a. um Günther in Der Nussknacker (John Neumeier), Oberon/Theseus in Ein Sommernachtstraum (John Neumeier) und Prinz Désiré in Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Liška).

Debuts 2004/2005
Romeo und Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Gaston in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Black Cake (H. van Manen)
Bella Figura (J. Kylián)
Agon (G. Balanchine)
Solor in La Bayadère (P. Bart)

Debuts 2005/2006
Baron Ochs in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana), Kreation
Hilarion in Giselle (P. Wright)

Debut 2006/2007
Prinz Albrecht in Giselle (P. Wright)

Debut 2006/2007
Lankedem und Birbanto in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Prospero in Der Sturm (J. Mannes)
Große Fuge (H. van Manen)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)

Debut 2008/2009
Vater in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Tybalt in Romeo und Julia (J. Cranko)
Shahriar in Shéhérazade (M. Fokine)
Erster Athlet in Les Biches (B. Nijinska)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation

Debut 2009/2010
Abderakhman in Raymonda (M. Petipa
Freund der Ballerina des 20. Jahrhunderts in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler), Kreation

Debut 2010/2011
Zar in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Mann 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Carabosse in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinz Leopold in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Don Quijote in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Hortensio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Der Mann in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)
Der Verlobte in Las Hermanas (K. MacMillan)
Witwe Simone in La Fille mal gardée (F. Ashton)

Debut 2012/2013
1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Der Mohr in The Moor's Pavane (José Limón)
Partner der Primaballerina und Pas de deux in Birthday Offering (F. Ashton)

Debut 2013/2014
Graf Capulet in Romeo und Julia (J. Cranko)
Zettel in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Der Weise in Le Sacre du printemps (M. Wigman)


Die Königinmutter


Séverine Ferrolier.©Sascha Kletzsch
Séverine Ferrolier
Solistin

Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz.

Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda.

Debut 2005/2006
Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy)
Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart)
Clémence in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska)
Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Henriette in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2010/2011
Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek)
Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Five Brahms Waltzes In The Manner Of Isadora Duncan (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)
Athena Parthenos in Helden (T. Kohler)

Debut 2013/2014
Gräfin Capulet in Romeo und Julia (J. Cranko)