Gastspiel Michailowsky Ballett, St. Petersburg: Dornröschen - Biographien

Dornröschen. ©Mikhailovsky Ballett St. Petersburg Dornröschen. ©Mikhailovsky Ballett St. Petersburg Dornröschen. ©Mikhailovsky Ballett St. Petersburg

Gastspiel Michailowsky Ballett, St. Petersburg: Dornröschen

Nacho Duato

Musik von Peter I. Tschaikowsky
Nationaltheater

BallettFestwoche 2013
Dienstag, 23. April 2013

Choreographie und Inszenierung


Nacho Duato. © Bernardo Doral
Nacho Duato
Nacho Duato, geboren im spanischen Valencia, begann seine professionelle Ballettausbildung im Alter von 18 Jahren an der Rambert School in London. Er setzte sie an Maurice Béjarts Mudra School in Brüssel fort und vervollständigte sein Studium am Alvin Ailey American Dance Center in New York City. Sein erstes Engagement unterzeichnete Duato 1980 beim Cullberg Ballet in Stockholm, ein Jahr später brachte ihn Jirí Kylián zum Nederlands Dans Theater, wo er sich schnell in die Compagnie und ihr Repertoire einfügte. In Anerkennung seiner Leistungen als Tänzer erhielt Nacho Duato 1987 den Golden Dance Award in Schouwburgen in den Niederlanden. Duato gehörte zu den ausdrucksstarken Interpreten des NDT und interessierte sich sehr früh für Choreographie; gleich sein erster Versuch im Jahr 1983 war ein großer Erfolg: „Jardí Tancat“ zu katalanischer Musik von Maria del Mar Bonet wurde mit dem ersten Preis beim Internationalen Choreographie-Workshop in Köln ausgezeichnet und ist heute in den Repertoires vieler großer Compagnien zu finden.
 
1988 wurde Nacho Duato zusammen mit Hans van Manen und Jirí Kylián zum ständigen Choreographen am Nederlands Dans Theater benannt (choreographer in residence). Berufen vom Instituto Nacional de las Artes Escénicas y de la Música des spanischen Kulturministeriums, ist Nacho Duato seit Juni 1990 künstlerischer Direktor der Compañía Nacional de Danza. Seine Ballette befinden sich heute im Repertoire zahlreicher Compagnien, darunter das Cullberg Ballet, das Nederlands Dans Theater, Les Grands Ballets Canadiens de Montréal, das Australian Ballet, San Francisco Ballet, Royal Ballet und nun bald auch beim Bayerischen Staatsballett. Im Jahr 1995 erhielt Nacho Duato den Titel „Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres“, der alljährlich von der französischen Botschaft in Spanien verliehen wird. Die spanische Regierung zeichnete ihn 1998 mit der Goldmedaille für seine Verdienste um die schönen Künste aus. Im April 2000 gewann er den Prix Benois de la Danse für „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“, das jetzt in München einstudiert wird. Im Jahr 2003 war Duato Gewinner des Spanischen Tanzpreises in der Kategorie „Kreativität“.

„In den bis heute über 50 Werken des charismatischen Choreographen sind verschiedene Einflüsse erkennbar – die Rasanz und das pulsierende Rhythmusgefühl des Amerikaners Alvin Ailey, der komisch-groteske Klassizismus des Schweden Mats Ek, sicher auch Hans van Manens Liebe zu Klarheit und Abstraktion. Vor allem aber das musikalische Fließen von Jirí Kyliáns Stil, ein Gleiten und Schweben, das kaum einen Stillstand, kaum eine Pose duldet, sondern sich stets von der Musik forttragen lässt. Nacho Duato choreographiert eher assoziativ und episodisch als in großen Strukturen, und bei aller Liebe zur geheimnisvollen Dunkelheit wirkt sein Tanz fast immer sinnlich, körperlich, kraftvoll. Duatos spanische Herkunft zeigt sich in der eleganten Haltung seiner Interpreten, in einem mediterranen Furor des Tanzes, der immer wieder auch vom afrikanischen Teil des Mittelmeers beeinflusst wird.“ (Angela Reinhard)

Nach 20 Jahren als künstlerischer Leiter der Comapnia Nacional de Danza in Madrid hat Nacho Duato 2011 die Leitung des Balletts des Michailowsky-Theaters in St. Petersburg übernommen.


Bühne und Kostüme


 

Musikalische Leitung


Valery Ovsianikov
Valery Ovsianikov
1960 in Moskau geboren, wurde nach seinem Studium am St. Petersburger Konservatorium bei Prof. W.A. Fjedotow Dirigent am dortigen Mariinski-Theater.

Er ist häufiger Gastdirigent des Royal Ballet, London, des Königlich Schwedischen Balletts in Stockholm und des Finnischen Nationalballetts.

Dazu kommen Konzertverpflichtungen bei zahlreichen Orchestern, u.a. Symphonie San José, Philharmonie Rochester, Pacific SO, Mexico CityPO, in Turin, Ankara, Madrid, Frankfurt, Helsinki.

Außerdem obliegt ihm die musikalische Leitung der Vaganova Ballettakademie in St. Petersburg.

Sein Ballettrepertoire (Auszug):

Schwanensee, Dornröschen, Nußknacker, La Bayadère, Korsar, Don Quijote, Giselle, Romeo und Julia, Cinderella, Sylphide (Løvenskiold),
La Fille mal gardée
, Symphonie in C, Apollon Musaget.

Prinzessin Aurora


 

Prinz Désiré


Leonid Sarafanov
Leonid Sarafanov
In Kiew geboren, studierte Leonid Sarafanov zunächst an der State School of Choreography, bevor er 2000, unmittelbar nach Abschluss seiner Ballettausbildung, als Solist an das
Nationalballett der Ukraine engagiert wurde.
 
2002 erfolgte der Wechsel ans Mariinsky Theater, wo er bald zu den hoffnungsvollsten Talenten der Compagnie avancierte.
 
Im Rahmen der International Rudolf Nurejev Ballet Competition (2000) wurde Sarafanov mit einem Preis ausgezeichnet. Eine weitere Honorierung seiner tänzerischen Fähigkeiten erfolgte in Paris (2000). 2001 gewann er die Goldmedaille beim internationalen Ballettwettbewerb in Moskau; 2004 wurde er in Seoul ausgezeichnet. 2006 erhielt Sarafanov den internationalen Preis Benois de la danse sowie den Spirit of Dance Award des Ballet Magazines in der Kategorie „Star“.
 
Internationale Tourneen und Gastspiele des Mariinsky Theaters führten ihn bisher nach Großbritannien, Italien, Deutschland, China und in die Vereinigten Staaten von Amerika.
 
Sein breites, klassisches Repertoire umfasst unter anderem die Rolle des Basilio in "Don Quijote", Solor in "La Bayadère", Prinz Desire in "Dornröschen", Albrecht in "Giselle", James in "La Sylphide", Romeo und Mercutio in "Romeo und Julia",  Prinz Siegfried in "Schwanensee", Ali und Lankedem in "Le Corsaire" und den Prinzen in Kirill Simonovs Choreographie des "Nussknackers".
 
Sarafanov tanzte in den Balanchine-Balletten "Die vier Temperamente", "Sinfonie in C", und "Jewels" und war in "Farewell to the Jungle", "Undine" sowie Harald Landers "Études" zu sehen.
 
Auch William Forsythes’ "The Vertiginous Thrill of Exactitude" zählt zu seinem Repertoire: In diesem Stück konnte ihn das Münchner Publikum bereits im Rahmen der Terpsichore Gala VI am 21. April 2006 bewundern.
 
2007 spielte er in einer Filmversion des "Nussknacker" von Mikhail Chemiakin.
 
Foto: © Mariinsky Ballett, St. Petersburg   

Fliederfee


Ekaterina Borchenko. ©Mikhailovsky Theater St. Petersburg
Ekaterina Borchenko
Ekaterina Borchenko
Principal Dancer am Mikhailovsky Ballett St. Petersburg

Ekaterina Borchenko stammt aus St. Petersburg und erhielt ihre Ballettausbildung an der Waganowa-Ballettakademie. Von 2000-2003 war sie Erste Solistin am Moskauer Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Musiktheater. 2003 wechselte sie als Erste Solistin zum Bolschoi Theater Weißrussland in Minsk. Seit 2008 ist Ekaterina Borchenko Principal Dancer am Mikhailovsky Ballett St. Petersburg, das seit kurzem von Nacho Duato geleitet wird.

Ihr Repertoire umfasst alle klassischen Hauptpartien wie Odette/Odile (Schwanensee), Giselle, Kitri (Don Quixote), Aurora (Dornröschen), Medora (Le Corsaire), Nikija (La Bayadère), Esmeralda, La Sylphide und Laurencia. Selbstverständlich ist sie auch im modernen Repertoire, das Nacho Duato in die Compagnie bringt, prominent eingesetzt. Unter den internationalen Wettbewerbspreisen, die sie gewann, sind besonders der erste Preis von Nagoya (2007) und die Silbermedaille in Varna (2006) zu nennen.

In der Spielzeit 2011/12 wird Ekaterina Borchenko ihr Münchner Debut als Aurora in Dornröschen geben.