Forever Young - Biographien

The Moor's Pavane. Cyril Pierre, Tigran Mikayelyan. ©Day Kol Choreartium. Ensemble. ©Wilfried Hösl Broken Fall. Ekaterina Petina, Erik Murzagaliyev, Marlon Dino. ©Wilfried Hösl

Forever Young

José Limón /
Léonide Massine /
Russell Maliphant

Broken Fall / The Moor's Pavane / Choreartium
Choreographien von Russell Maliphant / José Limón / Léonide Massine

Musik von Henry Purcell, arrangiert von Simon Sadoff / Johannes Brahms, Symphony Nr. 4 e Moll op. 98 / Barry Adamson
Neuproduktion

Nationaltheater

Freitag, 23. November 2012

Broken Fall

Russell Maliphant

Choreographie

Russell Maliphant

Russell Maliphant, Choreograph

Russell Maliphant erhielt seine Ausbildung an der Royal Ballet School in London. Nach seinem Abschluss wurde er in die Sadler's Wells Royal Ballet Company übernommen, machte sich bald darauf jedoch selbstständig. Er arbeitete mit einer einiger der weltweit wichtigsten zeitgenössischen Compagnien zusammen, so zum Beispiel dem DV8 Physical Theatre, Michael Clark & Company, Laurie Booth und Rosemary Butcher. Außerdem studierte er Anatomie, Physiologie und Biomechanik. Im besonderen Maße setzte er sich mit der Rolfing Method of Structural Integration, einer komplementärmedizinischen Behandlungsmethode, auseinander, die er seit 1994 selbst anwenden darf. Dies bereicherte ihn in seiner Arbeit als Tanzpädagoge und Choreograph.

Maliphant schuf sein erstes Solo im Jahr 1992. Um seine künstlerischen Ideen frei umsetzen zu können, gründete er 1996 seine eigene Compagnie, die Russell Maliphant Company. Sie zeichnet sich dadurch aus, verschiedene Bewegungssprachen, unter anderem aus dem klassischen Ballett, der Contact Improvisation, dem Yoga, dem Capoeira, dem Tai Chi und dem Chi Gong, miteinander zu verbinden. Maliphant kreierte nicht nur Stücke für sein eigenes Ensemble, sondern auch für andere Künstler und Compagnien. Dazu gehören Sylvie Guillem, Robert Lepage, The Ballet Boyz, das Lyon Opera Ballet, die Ricochet Dance Company, CobosMika, das Batsheva Ensemble und das Ballet de Lorraine.

2003 entstand in Kooperation mit Sylvie Guillem und George Piper Dances das Stück Broken Fall. Es wurde mit dem Laurence Olivier Award (2003) und dem Critic’s Circle National Dance Award for Best Choreography in der Kategorie ‚Modern’ (2006) ausgezeichnet. In den darauffolgenden Jahren kamen Maliphant und Guillem erneut zusammen, so zum Beispiel für das Stück PUSH, das mit dem South Bank Show Award und dem Laurence Olivier Award (2006) bedacht wurde, und für Eonnagata, woran der kanadische Regisseur Robert Lepage beteiligt war.

Weitere Werke Maliphants sind Two:Four:Ten, Torsion und AfterLight, ein Solo, das in der Auseinandersetzung mit den Ballets Russes am Sadler’s Wells entstand. Dort war es Teil des abendfüllenden Programms In The Spirit Of Diaghilev. Derzeit arbeitet Maliphant an einem Projekt mit dem vorläufigen Titel The Rodin Project, welches im Februar 2012 Premiere feiern soll. Es ist inspiriert von dem Werk des französischen Bildhauers Auguste Rodin. Die Musik zum Stück liefert der russische Komponist Alexander Zekke. 
Russell Maliphant © Johan Persson

 



Musik

Barry Adamson

Barry Adamson, Songwriter, Musiker und seit 2011 auch Filmregisseur wurde 1958 in Manchester geboren. Mit zehn Jahren schon schrieb er sein erstes Lied, das den Titel Brain Pain trug.
Musikalisch wurde er stark von der aufblühenden Punkerszene in England geprägt. Sein Durchbruch gelang ihm mit 19 Jahren, als er Bassist der britischen Post-Punk Band Magazine wurde. Er nahm zahlreiche Alben auf und spielte in verschiedensten Bands. So war er unter anderem ein Gründungsmitglied der Gruppe Nick Cave and The Bad Seeds.
Im Jahre 1987 begann Adamson seine Solokarriere, wobei er stark von der Musik von Filmkomponisten wie John Barry oder Ennio Morricone beeinflusst war. Bis heute hat er neun Alben veröffentlicht und steuerte den Soundtrack zu mehreren namenhaften Filmen bei. So war er beispielsweise für die Musik in Natural Born Killers, Lost Highway oder auch The Beach verantwortlich. Für den Film Therapist aus dem Jahr 2011, verfasste er nicht nur selbst das Drehbuch, sondern er führte auch Regie und komponierte die Musik dazu. Mit seinem jüngsten Album "I will set you free", das 2012 veröffentlicht wurde, ging Adamson auf Welttournee. 
 

 



Licht

Michael Hulls

Michael Hulls studierte Tanz und Theater am Darlington College. Er bekam ein Stipendium vom Arts Council, um an Workshops für Beleuchtung bei Jennifer Tipton in New York und Paris teilzunehmen. Im Verlauf der letzten 20 Jahre hat er ausschließlich für Tanz gearbeitet, besonders mit dem Choreographen Russell Maliphant  zusammen. Ihre gemeinsamen Arbeiten wurden von der internationalen Presse gerühmt und mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet. So gewann z.B. Push vier wichtige Preise, darunter den Laurence Olivier Award für die beste neue Tanzproduktion und jüngst bekam After Light zwei Auszeichnungen des Critics Circle.
Michael Hulls und Russell Maliphant haben auch bei Broken Fall zusammengearbeitet, das vom Ballet Boyz in Auftrag gegeben wurde und ebenfalls einen Olivier Award erhielt. Die große britische Zeitung The Daily Telegraph pries ihre gemeinsame Arbeit als "die wichtigste künstlerische Partnerschaft im modernen britischen Tanz".
Michael Hulls hat viele Jahre lang mit Akram Khan zusammengearbeitet, so in einem Duett mit Juliette Binoche, und kürzlich mit dem Tänzer Aaksh Odedra. Weitere Arbeitspartner waren Javier De Frutos und Jonathan Burrows und William Forsythe, der mit ihm Walking/Music für das Frankfurt Ballett erarbeitete.
Eonnagate schuf Michael Hulls zusammen mit der außergewöhnlichen französischen Ballerina Sylvie Guillem, Robert Lepage und Russell Maliphant, gewann damit 2009 einen Tanzpreis, brachte es zusammen mit After Light am Sadler’s Wells Theater in London heraus und wurde daraufhin für den 2010 Olivier Award für herausragende Leistung im Fach Tanz nominiert.
Michael war glücklich über das Angebot einer festen Mitarbeit beim Sadler’s Wells im Jahr 2009, sowie 2010 seinen Eintrag im Oxford Dictionary of Dance.
Ende Januar hatte er im Théȃtre de Chaillot in Paris Das Rodin Projekt von Hulls und Maliphant Premiere.
 

 



Solistin

Stephanie Hancox

Demi-Solo

Stephanie Hancox wurde in Australien geboren und begann ihre Ballettausbildung in Sydney an der Tanya Pearson Classical Coaching Academy. Im Januar 2001 kam sie an die Ballettakademie/Heinz-Bosl-Stiftung nach München, um ihre Ausbildung zu vervollständigen. Sie tanzte unter anderem den Corsaire- Pas de deux, in Paquita, in Light Fandango von Robert North, wie auch eine Solopartie in In the Future von Hans van Manen.

Im September 2003 wurde sie Mitglied des Bayerischen Staatsballetts. In der Spielzeit 2004/2005 war sie sowohl in Forsythes Limb´s Theorem als auch in Hans van Manens Black Cake zu sehen. Mit Beginn der Spielzeit 2008/2009 wurde sie zur Halbsolistin befördert.

Debut 2007/2008:
Solo-Ariel in Der Sturm (Mannes)
Solopartie in Brahms-Schönberg-Quartett (Balanchine)
Cambio d'abito (S. Sandroni), Kreation

Debut 2008/2009
Schöne Tochter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler)
Prudence in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Henriette in Raymonda (Petipa/Barra)

Debut 2009/2010
Giselle in Giselle - Mats Ek (M. Ek)
Five Brahms Waltzes in the manner of Isadora Duncan (F. Ashton)

Debut 2010/2011
Frau 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Solo im Pas Fabergé 3. Akt in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)

Debut 2011/2012
Maries kunstbeflissene Tante/ "Die Schöne von Granada" in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Feenvariation in Dornröschen (I. Liska nach M. Petipa)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Sommer 2012
Gala für Tanya Pearson Zähmungs-Pas de deux, Gala Version

Debut 2012/2013
1. und 2. Schattenvariation in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)
Broken Fall (R. Maliphant)
4. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)
Stephanie Hancox Foto: S. Kletzsch

 



Solist 1

Matej Urban

Solist

Matej Urban ist gebürtiger Tscheche und besuchte bis 2006 das Staatliche Konservatorium in Prag. Anschließend erhielt er sein erstes Engagement am Nationaltheater Prag und tanzte dort zwei Spielzeiten.

Seit Herbst 2008 ist Matej beim Bayerischen Staatsballett. Zuerst als Gruppentänzer, Halbsolist und seit der Spielzeit 2011/12 als Solist.

Debut 2008/2009
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)

Debut 2009/2010
Albrecht in Giselle - Mats Ek (M. Ek)

Debut 2010/2011
Mann 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Albrecht in Once Upon an Ever After (T. Kohler)
Solo im Pas Fabergé 3. Akt in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Graf Alexander in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Fernando in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Der Clown in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Pas de six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Rotbart in Schwanensee (Ray Barra/Lew Iwanow/Marius Petipa)
Colas in La Fille mal gardée (F. Ashton)
Sommer 2012
Gala für Tanya Pearson Zähmungs-Pas de deux, Gala Version

Debut 2012/2013
Broken Fall (R. Maliphant)
1. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
'Mann im Schatten' in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Birthday Offering (F. Ashton)
Matej Urban.©Sascha Kletzsch

 



Solist 2

Erik Murzagaliyev

Corps de ballet

Erik Murzagaliyev, wurde in Almaty, Kasachstan, geboren. An der staatlichen Ballettschule von Almaty erhielt er seine Ausbildung und war 2007-2008 als Volontär am Staatstheater Almaty, sowie von 2009-2010 an der Cinevox Junior Company engagiert.

Seit der Spielzeit 2010/2011 tanzt er am Bayerischen Staatsballett. Ernennung zum Gruppentänzer ab der Spielzeit 2011/12.

Debut 2011/2012
Broken Fall (R. Maliphant)
Erik Murzagaliyev.©Sascha Kletzsch

 


Choreartium

Léonide Massine

Choreographie

Léonide Massine

Leonide Massine kam am 08. August 1895 auf die Welt. Er erhielt seine Ausbildung als Tänzer an der berühmten kaiserlichen Ballett Akademie. Noch während er als Solist in Charakterrollen am Bolschoi Theater auftrat, entstand eine immer stärkere Begeisterung für das Schauspiel und so trat er bald in Stücken am Maly Theater auf. Er dachte schon an eine Karriere als Schauspieler, als ihn Serge Diaghilew 1913 als Charaktertänzer sah. Da Diaghilew auf der Suche nach einem Ersatz für Nijinsky war, bot er Massine einen Vertrag bei den Ballets Russes an. Im Jahr 1914 stellte er in Paris den Joseph in Fokines Josephs Legende dar und im Jahr darauf schuf er sein erstes eigenes Werk Soleil de Nuit. Damit wurde er erster Solist und Choreograph der Ballets Russes.

Massine machte Diaghilews aufsehenerregende Vision von einem Zusammenwirken der Künste zu seiner eigenen. Folglich schuf er zahlreiche Werke in enger Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten und bildenden Künstlern der Zeit, darunter Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque, André Derain, Leon Bakst, Natalia Goncharova, Michail Larionov, Robert und Sonia Delaunay, sowie Manuel de Falla, Erik Satie, Igor Strawinsky und Sergej Prokofieff. Zwischen 1917 und 1920, während der Turbulenzen der Kriegs- und Nachkriegsjahre des Ersten Weltkriegs, schuf diese Künstlergemeinschaft eine Reihe bahnbrechender Werke, die den Tanz unmittelbar ins Reich der Moderne führten: Parade 1917 choreographiert im Zusammenspiel mit Erik Satie, Pablo Picasso und Jean Cocteau, The Good Humoured Ladies (Scarlatti - Tommasini und Bakst), ebenso 1917, La Boutique Fantasque (Rossini - Respighi und Derain), La Tricorne (De Falla und Picasso), beide 1919, Pulcinella 1920 mit Strawinsky und Roerich. Meist war Massine selbst in diesen Stücken die charismatische Zentralfigur.
Im Jahr 1920 veranlasste ihn sein Drang, sich als eigenständiger schöpferischer Künstler weiter zu entwickeln, dazu, in London eine kleine Kompanie zu gründen, die in Großbritannien und Südamerika Tourneen unternahm, wobei sowohl neue Stücke als auch Wiederaufnahmen höchst erfolgreich waren. Im Jahr 1924 wurde er Mitglied bei Graf Etienne de Beaumont’s "Soirées de Paris" und schuf Salade (Milhaud/ Braque), Mercure (Satie/ Picasso) und das ganz besonders beliebte Le Beau Danube zu Musiken der Brüder Strauß und der Mitarbeit des gräflichen Designers und Ballettmäzens. 1925 kehrte er zu den Ballets Russes zurück und brachte eine Reihe neuer Stücke auf die Bühne, so etwa Zéphyre et Flore (Dukelsky/ Braque), Les Matelots (Georges Auric/ Pruna) und 1928 Ode (Nabokov/ Tchelitchev - Charbonnier).
Im Jahr 1928 reiste er in die Vereinigten Staaten auf der Suche nach neuen Schaffensmöglichkeiten. Mehr als zwei Jahre lang schuf er wöchentlich ein neues Ballett am Roxy Theater in New York City. Im Philadelphia brachte er erfolgreich sein Sacre du Printemps wieder auf die Bühne und 1930 auch an der Metropolitan Oper, wo Martha Graham die Rolle des auserwählten Mädchens darstellte. 1932 kehrte er nach Europa zurück, um bei den neu gegründeten Ballets Russes de Monte Carlo als Ballettmeister und Choreograph, dann als künstlerischer Direktor zu arbeiten. Die Ballets Russes de Monte Carlo bewirkten durch ihr vitales und breit gefächertes Repertoire und die Publikumswirksamkeit der brillanten jungen Tänzer eine  neue Ballets Russes Ära, die zu einem begeisterten Interesse für Ballett führte, bei einem weitgestreuten internationale Publikum – Ballett war bis dahin eher das Privileg einer Oberschicht der Gesellschaft.
Kreativer Leiter der Ballets Russes de Monte Carlo, verwirklichte Massine 1933 sein Ziel, eine bekannte Symphonie als choreographische Partitur zu benutzen. Es war dies das erste Mal im Westen, dass eine Symphonie für ein Ballett genutzt wurde. Unter großen Protesten gegen diesen Gebrauch von Musik schuf er Les Présages zu Tschaikowskys Fünfter Symphonie und später im selben Jahr Choreartium ein vollkommen abstraktes Ballett, das wesentlich ein sichtbarer Ausdruck der Musik sein sollte. Beide Ballette sind Meilensteine in der Geschichte des Tanzes. Er arbeitete weiter an seiner Idee, musikalische Strukturen sichtbar zu interpretieren mit einer Reihe symphonischer Ballette: Symphonie Fantastique (Beethoven/ Berard – Lourie, 1933), Seventh Symphony (= Siebte Symphonie) (Beethoven/ Berard, 1938), Nobilissima Visione (Hindemith, Tchelitchev, 1938), und endlich Le Rouge et le Noir (Schostakowitch, Matisse, 1939). Zu den vielen weiteren Balletten, die er für die Ballets Russes de Monte Carlo schuf, zählen Jeux d’Enfants (Bizet, Miró, 1932), Gaiёté Parisienne (Offenbach, arrangiert von Rosenthal, Etienne de Beaumont, 1938), Capriccio Espagnol (Rimsky-Korsakow, Andreau, 1939), Bacchanale (Wagner, Dalí, 1939) und Labyrinth (Schubert, Dalí, 1941). Zwischen 1933 und 1939, ob auf Tourneen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexico, oder in Europa, wo sie in ihrer Heimstatt am Royal Opera House Convent Garden in London auftraten, gewannen die Ballets Russes de Monte Carlo enormes internationales Ansehen und dies war auch der Höhepunkt von Leonide Massines Laufbahn als Tänzer und Choreograph. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges emigrierte die Kompanie in die Vereinigten Staaten, wo sie drei Jahre lang unter zermürbenden Umständen Tourneen unternahm, meist jeden Tag in einer anderen Stadt. Das Repertoire bestand aus Massine Klassikern, die ungeheuer beliebt geworden waren, aber auch einigen seiner jüngeren Werke. Im Jahre 1942 endete Massines Arbeit für die Ballets Russes und Massine begann eine weitgefächerte internationale Karriere als Choreograph. Er brachte weltweit für bedeutende Ballettkompanien seine Werke auf die Bühne.
1952 verwirklichte er einen lang gehegten Wunsch und choreographierte die Passion Christi als Erzählung in stilisierten Bewegungen, im Geist byzantinischer Mosaiken und primitiver, italienischer Malerei. Ursprünglich hatte er das Werk bereits im Jahr 1916 choreographiert unter dem Titel Liturgie, für Diaghilews Ballets Russes. Es kam aber nie zur Aufführung. Geschaffen zu Gregorianischen Gesängen des dreizehnten Jahrhunderts, für das Orchester bearbeitet von Valentino Bucchi, wurde Laudes Evangelii in europäischen Kathedralen aufgeführt, z.B. in Nantes 1951, Perugia 1952 und an der Scala in Mailand 1959, gepriesen als monumentales künstlerisches Ereignis. Das Werk wurde auch fürs Fernsehen produziert und in Europa und den Vereinigten Staaten im April 1962 gesendet. In seinen letzten Lebensjahren war Massine einerseits damit beschäftigt, Wiederaufnahmen seiner Stücke zu betreuen, widmete aber zugleich viel seiner Zeit dem Erstellen und Lehren einer Theorie des Choreographierens.
Er starb am 15. März 1979 in dem kleinen deutschen Städtchen Borken, wo er neben seiner vierten Frau Hannelore begraben liegt.
Léonide Massine ©Anthony

 



Musik

Johannes Brahms


 

 



Bühne

Keso Dekker

Sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland war der Holländer Keso Dekker als Bühnen- und Kostümbildner bei einer großen Anzahl von Theaterproduktionen, vor allem im Tanz- und Ballettbereich, tätig und hat mit vielen großen Tanz- und Ballett-Truppen Europas zusammengearbeitet, u.a. mit den Choreographen Heinz Spoerli, Nina Wiener, Matthew Hawkins, Victor Ullate, Nils Christe, und - vor allem - Hans van Manen.

Seine Zusammenarbeit mit Hans van Manen begann 1978 mit Dumbarton Oaks für das Niederländische Nationalballett. Beim Nederlands Dans Theater entwarf Keso Dekker die Bühnenbilder und Kostüme für die Stücke, die Hans van Manen ab 1985 choreographierte.

Neben seinem Engagement für das Theater ist Dekker mit Ausstellungsdesign beschäftigt. Außerdem tragen eine Reihe von Veröffentlichungen und Innenarchitekturen seinen Namen.

Für das Scapino Ballett choreographierte er 1989 ein Stück mit dem Titel Next.

In München sind seine Ausstattungen zu Before Nightfall (Nils Christe) und zu den van-Manen-Balletten Concertante, Nacht, Black Cake, Déjà vu und Kammerballett im Repertoire zu sehen.
 

 



Musikalische Leitung

Robertas Šervenikas

Robertas Šervenikas, studierte Dirigieren am Konservatorium in St. Petersburg. 1993 begann er mit dem Nationalen Litauischen Sinfonieorchester in Vilnius zu arbeiten und ist nun sein erster Gastdirigent. Ab 1997 wurde er wiederholt zum Evian Festival/Frankreich eingeladen, wo er die Philharmonie der Nationen, sowie das Orchestra Synfonica di Milano Giuseppe Verdi mit Mstislav Rostropovich als Solisten zu leiten. Seit dieser Zeit dirigierte Šervenikas das Nationale Litauische Sinfonieorchester auf Tourneen nach Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Estland und Lettland. Er machte sich besonders um die Uraufführung litauischer Komponisten verdient und zählt zu den talentiertesten litauischen Dirigenten seiner Generation. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Robertas Šervenikas den Litauischen Nationalpreis und ist Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters. Im Februar 2008 wurde Šervenikas zum Musik-Direktor des litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett (LNOBT) ernannt.

Mit der musikalischen Leitung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina beim Bayerischen Staatsballett gab er im April 2008 sein Debut als Dirigent des Bayerischen Staatsorchesters. Die Zusammenarbeit wurde in der Spielzeit 2008/2009 in größerem Rahmen fortgesetzt, als Šervenikas das Ballett Der Sturm dirigierte, eine Partitur, die den 1. und 4. Satz von Bruckners Vierter Sinfonie, Sibelius 7. Sinfonie und die Sturm-Tondichtungen von Sibelius und Tschaikowsky umfasst. Daneben weitete er seine Arbeit am Nationaltheater in Vilnius aus mit Opern- und Ballettdirigaten (u.a. Boris Godunow).
In der Spielzeit 2012/13 übernimmt Robertas Šervenikas die musikalische Leitung für Forever Young beim Bayerischen Staatsballett.
Robertas Servenikas

 



Einstudierung

Lorca Massine

Lorca Massine, der Sohn Léonide Massines, wurde am 25. Juli 1944 in New York geboren. Er wurde von seinem Vater ausgebildet und studierte auch bei Yves Brieux und Victor Gsovsky in Paris, bevor er begann, mit den bedeutendsten Choreographen unserer Zeit zusammen zu arbeiten: Georges Balanchine, Maurice Béjart und natürlich seinem Vater Léonide Massine. Von ihm hat er auch die Vorliebe für erzählende Ballette geerbt. Dazu kam seine außerordentliche Begabung, zeitgenössische Themen im Tanz darzustellen, auf der Grundlage  des klassischen Ballettvokabulars.
Er hat die Choreographie für mehr als fünfzig Ballette und Musikwerke geschaffen. Darunter sind z.B. Mario and the Magician (Mario und der Zauberer), Metamorphosis, Four Last Songs (Vier letzte Lieder), Esoterik Satie, Ondine, Sebastian, Fortepianissimo, Streets the Musical und Zorba. Die Premiere von Zorba fand 1988 in der Arena von Verona statt. Mehr als drei Millionen begeisterte Zuschauer in mehr als dreißig Ländern haben es gesehen. Lorca Massine setzte völlig neue Maßstäbe, als er für die große Pferde – Schautournée APASIONATA eine extravagante Choreographie lieferte.

Seine Werke sind im Repertoire zahlreicher international bedeutender Compagnien, etwa dem New York City Ballett, dem American Ballet Theatre, dem Londoner Royal Ballet, Béjart Ballett des Zwanzigsten Jahrhunderts, dem Ballett der Pariser Oper sowie der Mailänder Scala und haben so die Bühnen großer Opernhäuser wie eben der Metropolitan Oper in New York, der Scala in Mailand, dem königlichen Opernhaus Covent Garden in London, des Teatro la Fenice in Venedig, Teatro San Carlo in Neapel, Teatro Carlo San Felice in Genua, Teatro Massimo in Palermo und der Arena die Verona erobert.
Zusammen mit drei Geschwistern ist Lorca Massine natürlich auch der Erbe der vielgestaltigen Hinterlassenschaft seines Vaters Léonide. Seine Einstudierungen von Balletten seines Vaters werden an der Pariser Oper, beim American Ballet Theatre, dem Joffey Ballet, dem Royal Ballet London, dem Holländischen National Ballett (Dutch National Ballet) getanzt. Am 14. April 2005 fanden drei Werke von Léonide Massine sogar den Weg auf die "heiligen" Bretter des Bolschoi Theaters in Moskau.
 

 



Einstudierung

Anna Krzyskow

Anna Krzyskow schloss ihre Ballettausbildung an der Staatlichen Ballettschule in Lodz (Polen) ab und wurde anschließend an das Staatstheater Lodz verpflichtet und 1991 zur Ersten Solistin befördert. Während ihrer Tänzerlaufbahn schloss sie ein Pädagogik - und Choreographiestudium an der Musikhochschule in Warschau ab.
Sie kreierte zahlreiche Rollen u. a. die Titania im Sommernachtstraum von Gray Veredon, Silvia von Germinal Cassado, die Witwe in Zorba von Lorca Massine und profilierte sich gleichermaßen im klassischen und modernen Repertoire. Seit 1990 arbeitet Anna Krzyskow als Pädagogin, Ballettmeisterin und freie Choreographin. 1991 wurde sie die maßgebliche Assistentin von Lorca Massine für dessen sowie Werke seines Vaters Léonide und ist für die Einstudierung ihrer Ballette auf der ganzen Welt zuständig. Im Jahr 1997 wurde Anna Krzyskow in Italien mit dem "Premio Danza" geehrt. Bis zum heutigen Tage hat sie über 38 Ballettproduktionen an namenhaften Theatern einstudiert von der Pariser Oper, Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Nationaltheater Kiew, Staatsoper Kairo, National Oper Warschau, Birmingham Royal Ballet, National Oper Sofia, Les Grand Ballets Canadiens, Arena in Verona, Teatro dell‘ Opera Rom, National Oper Ankara bis zum Bolschoi in Moskau.
 

 



Solistin 1

Luisa Díaz González

Solistin

Luisa Díaz González stammt aus der Schweiz und hat mexikanische Wurzeln. Ihre Ausbildung begann sie an der School of American Ballet (SAB) in New York, wechselte später zur National School of Dance of Mexico (Honor award, Diplom mit Auszeichnung) und schloss 2000 an der École de Danse de l’Opéra de Paris ab.

Während ihrer Ausbildung ertanzte sie sich Goldmedaillen in der Mexican National Dance Competition (1995, 1996 und 1997), erhielt 1997 den Mexican Morelos Award, 2000 die Goldmedaille des französischen Salle Pleyel Ballettinstituts, 2001 den itlaienischen "Danza e Danza" Award und im selben Jahr vom mexikanischen Präsidenten den National Youth Award.

Sie tanzte im Ensemble des New York City Ballet, des Ópera Paris Ballet und der National Dance Company of Mexico. 2001 bis 2012 war sie Solistin beim Béjart Ballett Lausanne, wo sie nahezu alle großen Partien tanzte, unter anderem in Le Sacre du Printemps, Romeo und Julia, Serait ce la mort, Die Zauberflöte, Le Presbytère, Wien, Wien nur du allein oder Sonate á trois. Darüber hinaus zählen auch klassische Partien wie Clara in Der Nussknacker oder Schwanensee zu ihrem Repertoire.

Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 wurde Luisa Díaz González als Solistin beim Bayerischen Staatsballett engagiert.

Debut 2012/2013
3. Schattenvariation in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)
1. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Luisa Diaz González © Sascha Kletzsch

 



Solistin 2

Luiza Bernardes Bertho

Corps de ballet

Geboren in Rio de Janeiro,Brasilien. Ausbildung an der Petite Danse School of Dance und am Brazilian Conservatory of Dance in Rio de Janeiro. Ab 2005 parallel zur Ausbildung tanzt sie im Corps de ballet der Brazilian Company of Ballet, ab 2008 auch im Corps des Municipal Theatre Ballet of Rio de Janeiro. 2007 und 2008 Goldmedaille beim Wettbewerb des Dance Festivals of Joinville im brasilianischen Santa Catarina. 2008 Semi-Finalist beim 36. Prix de Lausanne/Schweiz und Bronzemdedaille beim 2. Internationalen Ballettwettbewerb in Beijing/China. Mit der Brazilian Company of Ballet tanzt sie zwischen 2008 und 2010 Hauptrollen wie die Titelpartie in Giselle, Kitri in Don Quixote, verschiedene Soli in Der Nussknacker und die Gamzatti in La Bayadère. Im Frühjahr 2010, beim Cuban Classical Ballet of Miami/USA die Mercedes in Don Quixote.

Seit der Spielzeit 2010/2011 ist Bayerischen Staatsballett engagiert. Ernennung zur Gruppentänzerin in der Spielzeit 2011/12.Debut 2012/2013
2. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
5. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)
Luiza Bernardes Bertho.©Sascha Kletzsch

 



Solistin 3

Evgenia Dolmatova

Demi-Solo

Evgenia Dolmatova wurde in Lida, Weißrussland geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Waganowa Ballett Akademie. 2005 wurde sie am Mariinsky Theater St. Petersburg engagiert, wo sie in den vergangenen Jahren in nahezu allen großen Klassikern auf der Bühne stand. Zu ihrem Repertoire gehören Partien aus La Sylphide, Giselle, La Bayadère, Raymonda, Der Nussknacker, Dornröschen, Romeo und Julia, Anna Karenina, Shéhérazade, Der Feuervogel, Schwanensee, Symphonie in C, La Valse, Cinderella, Don Quixote und andere. Mit der Compagnie des Mariinsky Theaters tourte sie außerdem durch Europa, die USA und Japan.

Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 trat Evgenia Dolmatova ihr Engagement als Demi-Solistin beim Bayerischen Staatsballett an.

Debut 2012/2013
3. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
3. Schattenvariation in La Bayadère (M. Petipa / P. Bart)
2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
3. Variation in Birthday Offering (F. Ashton) 
Evgenia Dolmatova © Sascha Kletzsch

 



Solistin 4

Gözde Özgür

Demi-Solo

Gözde Özgür wurde in Ankara/Türkei geboren und erhielt ihre Ausbildung am Staatlichen Konservatorium Ankara. Mit 15 Jahren wechselte sie an die Ballettakademie Zürich und erhielt dort 2008 ihr Diplom.

Mit der Spielzeit 2008/2009 begann sie als Gruppentänzerin beim Bayerischen Staatsballett.
In Jiří Kyliáns Kreation Zugvögel tanzte sie eine Solovarition.
Ernennung zur Halbsolistin ab der Spielzeit 2011/12.

Debut 2009/2010
Mädchen in Grau in Les Biches (B. Nijinska)
Giselle in Giselle - Mats Ek (M. Ek)
Cello in Vielfältigkeit - Formen von Stille und Leere (N. Duato)

Debut 2010/2011
Amor in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Feenvariation in Dornröschen (I. Liska nach M. Petipa)

Debut 2012/2013
2. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J.Robbins)
Die Frau des Freundes in The Moor's Pavane (J. Limón)
4. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier)
1. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)

Gözde Özgür.©Sascha Kletzsch

 



Solistin 5

Mai Kono

Demi-Solo

Die Japanerin erhielt ihre Tanzausbildung zunächst in ihrer Heimat am Hitomi Kikuchi Ballet, bevor sie 2005 an die Münchner Heinz-Bosl-Stiftung wechselte. In ihrer noch jungen Karriere gewann sie bereits zahlreiche Wettbewerbe, wie die NBA Ballet Competition of Japan 2004, die Saitama Dance Competition of Japan 2005 und wurde darüber hinaus beim Prix de Lausanne 2007 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. 

Zu Beginn der Spielzeit 2011/12 wurde Mai zur Halbsolistin ernannt. 

Debut 2010/2011
Chloé in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Feenvariation und Prinzessin Prinzessin Florine in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Amor in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Rocio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
"Der chinesische Vogel" in Der Nussknacker (J. Neumeier)

Debut 2012/2013
Gods and Dogs (J. Kylián)
5. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Pandora in Helden (T. Kohler)
Mai Kono.©Sascha Kletzsch

 



Solistin 2. Satz

Séverine Ferrolier

Solistin

Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz.

Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda.

Debut 2005/2006
Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy)
Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart)
Clémence in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska)
Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Henriette in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2010/2011
Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek)
Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Five Brahms Waltzes In The Manner Of Isadora Duncan (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)


Begrüßungs-Statement im Herbst 2004:

Séverine Ferrolier trafen wir nach einer Probe zu Limb´s Theorem und fragten, in welchem Verhältnis die Arbeit an diesem Forsythe-Stück zum klassischen Training steht: "Man muss sich breiter, größer und riskanter bewegen, ohne Halt zu machen und sich zu kontrollieren, wie es in klassischen Posen möglich ist. Wenn man morgens trainiert, muss alles fest und stabil sein. Ich habe den Eindruck, dass es hier genauso sein muss - aber mit mehr Risiko, länger und extremer, tiefer in alle Bewegungen hineingehend, damit die neuen Linien deutlich zu sehen sind. Sonst bleibt es klassisches Ballett. Die Linien unserer Körper, die sich ergeben, wenn wir ein Stück von William Forsythe tanzen, beruhen auf einer anderen Ästhetik: ein anderer Körper, ein anderes Denken, ein anderes Verständnis unserer Muskulatur und Bewegung, auch der, die innen passiert. Man bekommt neue Impulse und nimmt sie anders auf, der Körper reagiert darauf und folgt. Wir sind ständig damit beschäftigt und entdecken jeden Tag etwas Neues. Dadurch kann man sich analysieren, allmählich verstehen, was wir gerade gemacht haben. Man lässt den Körper einfach mitmachen und lernt dadurch eine andere Art von Bewegung. Das ist eine schöne, kreative Arbeit. Wenn wir improvisieren, bekommen wir Informationen, wie wir improvisieren sollen. Aber wie wir das, jeder für sich, verstehen und spontan verarbeiten, das gehört uns. Darum ist es, glaube ich, auch für die Crew der ehemaligen Forsythe-Tänzer, die sein Stück mit uns einstudieren, und für unsere Ballettmeister schön, jeden Einzelnen zu sehen. Da sehen sie unterschiedliche Menschen, Charaktere, Persönlichkeiten. Auch Intelligenz. Aber sie brauchen viel Geduld, denn wir sind diese Arbeitsweise nicht gewohnt. Am Ende werden wir Vorgaben haben, die wir respektieren müssen; aber wir haben auch die Möglichkeit mit den Elementen zu improvisieren, die wir bis jetzt - auch schon in dem Workshop vor den Ferien - erarbeitet haben. Während des Urlaubs hat das Unbewusste von allein daran gearbeitet. Jetzt ist die Compagnie besser imstande zu verstehen, was man von uns erwartet. Es ist ein langfristiger Prozess, bis sich das entwickelt. Damit uns die neuen Bewegungen und Gedanken zu einer zweiten Natur werden und natürlich aussehen lassen, brauchten wir auch einen Abstand, so dass wir nun das Bewusstsein der täglichen Arbeit und das, was im Unterbewusstsein passiert ist, kombinieren können. Man muss die Tanzsprache von Forsythe verdauen, aber natürlich auch jeden Tag üben."

Diese aktuelle Erfahrung passt zu Séverine Ferroliers Überlegungen, warum sie nach München kam: "Man kann bekanntlich nicht ewig tanzen. Deshalb möchte ich die Zeit nutzen, um Neues zu entdecken, mit verschiedenen Choreographen zu arbeiten und eine andere Umgebung kennenzulernen. Ich habe in Leipzig sieben Jahre lang mit Uwe Scholz gearbeitet, und das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Ich habe schöne Choreographien von ihm getanzt, viel gelernt und schließlich den Eindruck gehabt, in Leipzig alles, was mir dort möglich war, erreicht zu haben. Als ich fühlte weitergehen zu sollen, wollte ich diesem Impuls ehrlich folgen und in eine schöne Compagnie mit einem guten Renommee gehen, wo viele gute Choreographen arbeiten und viele unterschiedliche Stücke im Repertoire sind. Eine breite Erfahrung ist wichtig für eine Tänzerin. Für München habe ich mich auch entschieden, weil ich viele gute Kritiken gelesen habe und einige Tänzer von hier schon kannte. Gestern Abend - in der Vorstellung Porträt Mats Ek - habe ich gesehen, wie stark die Tänzer sind und wie viel sie geben. Auch dadurch kann man weiter lernen. Es ist eine starke Compagnie mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wenn ich eine Vorstellung ansehe, habe ich Distanz, sitze im Publikum, sehe Tänzer und denke: Gut, ich gehöre auch zu diesen Menschen, zu dieser Compagnie, und das macht mich froh. Ich habe auch andere Besetzungen gesehen, aber ich vergleiche nicht, wer besser war. Jeder hat seine Kraft, seine Schönheit, sein Temperament, und man erkennt die Leute auch durch den Ausdruck, den sie auf der Bühne haben. Das ist das Schöne an der Kunst. Denn auf der Bühne benimmt man sich oft stärker als im alltäglichen Leben, und diese Kraft der Kunst bewirkt, dass man jemand ist, sich ausdrückt. Im Leben traut man sich ja manchmal nicht, das eine odere andere zu sagen, zu tun oder überhaupt zu denken. Und wenn man in einer Rolle, oder einfach mit einer Musik oder in einem Kostüm auf die Bühne geht, lässt man seine augenblicklichen Gefühle sprechen. Daher kommen die Kraft und das Temperament auf der Bühne. Das war gestern Abend beim Porträt Mats Ek der Fall. Die gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich die Compagnie in anderen Stücken sah. Die Energie dieser Compagnie gefällt mir, die Atmosphäre, auch diese Leidenschaft, die wir haben.

Für mich selbst bevorzuge ich keine bestimmte Rolle und keinen spezifischen Stil. Ich bin offen, ganz Unterschiedliches auszuprobieren. So sehe ich auch unsere Aufgabe. Wir sind nicht nur körperlich begabt, sondern müssen auch unsere anderen Talente nutzen. Es geht darum, die richtigen Informationen zu bekommen, sie zu verstehen und dann die eigenen Erfahrungen zu benutzen, um etwas auf der Bühne auszudrücken. Für eine Rolle wird man besetzt, wenn man dafür bereit ist. Wenn mir jemand eine Rolle anbietet, habe ich ein schönes Gefühl, weil ich mir sage, dass er etwas Entsprechendes in mir gesehen hat. Dann werde ich versuchen, meine Beziehung dazu, auch wenn ich sie selbst vorher nicht gesehen habe, weiter zu entwickeln. Nehmen, was man bekommt, und geben, was man kann, dann ist es wie ein Ping-Pong-Spiel. Vertrauen und Respekt gehören zu diesem Austausch, das entspricht der Menschlichkeit."
Séverine Ferrolier.©Sascha Kletzsch

 



Solist 1

Matej Urban

Solist

Matej Urban ist gebürtiger Tscheche und besuchte bis 2006 das Staatliche Konservatorium in Prag. Anschließend erhielt er sein erstes Engagement am Nationaltheater Prag und tanzte dort zwei Spielzeiten.

Seit Herbst 2008 ist Matej beim Bayerischen Staatsballett. Zuerst als Gruppentänzer, Halbsolist und seit der Spielzeit 2011/12 als Solist.

Debut 2008/2009
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)

Debut 2009/2010
Albrecht in Giselle - Mats Ek (M. Ek)

Debut 2010/2011
Mann 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Albrecht in Once Upon an Ever After (T. Kohler)
Solo im Pas Fabergé 3. Akt in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Graf Alexander in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Fernando in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Der Clown in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Pas de six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Rotbart in Schwanensee (Ray Barra/Lew Iwanow/Marius Petipa)
Colas in La Fille mal gardée (F. Ashton)
Sommer 2012
Gala für Tanya Pearson Zähmungs-Pas de deux, Gala Version

Debut 2012/2013
Broken Fall (R. Maliphant)
1. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
'Mann im Schatten' in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Birthday Offering (F. Ashton)
Matej Urban.©Sascha Kletzsch

 



Solist 2

Tigran Mikayelyan

Erster Solist

Tigran Mikayelyan wurde in Yerevan/ Armenien geboren. Hier begann er seine Tanzausbildung 1989 an der Armenischen Ballettschule Erewan, bevor er 1997 an die Schweizerische Ballettberufsschule SBBS in Zürich wechselte, in der er Stipendiat der Nurejew-Stiftung war. Sein erstes Engagement trat er 1998 beim Zürcher Ballett an, in dem er 1999 zum Halbsolisten und 2003 zum Solisten ernannt wurde. Hier tanzte er das gesamte Repertoire von Heinz Spoerli sowie die Rolle des Dorkon in Daphnis und Chloé, den Solo-Boy in Rubies, in Hans van Manens Solo und dessen Große Fuge sowie Allegro Brillante von George Balanchine.

Seit der Spielzeit 2005/2006 ist er als Solist beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Sein Debüt gab er im Rahmen des China-Gastspiels im Oktober 2005 in Shanghai als Béranger in Raymonda (R. Barra). Seinen ersten Auftritt im Nationaltheater hatte er als Goldenes Idol in La Bayadère (P. Bart). Es folgten der Bauern-Pas de deux in Giselle (P: Wright), sowie Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko), mit dem er auch beim Staatsballett-Gastspiel in Venedig (September 2006) einen großen Erfolg feierte. Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde Tigran Mikayelyan zum Ersten Solisten befördert.

Im Jahr 1997 gewann er den armenischen Ballettwettbewerb "Amadeus" und nur ein Jahr später beim Prix de Lausanne den Prix Niveau Professionell.
Im Frühjahr 2007 wurde Tigran Mikayelyan von seinem Heimatland zum "Honoured Artist of Armenia" ernannt, die höchste Auszeichung, die Künstlern seines Landes zuteil werden kann. Im Sommer 2007 erhielt er zudem den Theaterpreis des Münchner Merkurs. Mit der Partie des Ali in Le Corsaire wurde er im selben Jahr für den FAUST Theaterpreis nominiert.

Debut 2006/2007
Elemental (J. Godani)
Limb's Theorem (W. Forsythe)
Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Ali und Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)
Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Antonio in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge  (H. v. Manen)
Solor in La Bayadère (Bart)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Erste Variation in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Des Grieux und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylian), Kreation
Faun in L'après-midi d'un faune (V. Nijinsky)
Béranger in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Lenski in Onegin (J. Cranko)
Abderakhman in Raymonda (M. Petipa)
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Der erste Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2010/2011
Man 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Prinz Désire in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Petrucchio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
2. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Tigran Mikayelyan. ©Sascha Kletzsch

 



Solist 3

Wlademir Faccioni

Solist

Der Brasilianer Wlademir Faccioni erhielt seine Ballettausbildung an der Münchener Ballett-Akademie/Heinz-Bosl-Stiftung. Im Herbst 2002 trat er als Volontär beim Bayerischen Staatsballett sein erstes Theaterengagement an und wurde im Januar 2003 als Gruppentänzer übernommen.

Sein Reprtoire umfasst eine Solopartie in Sechs Tänze von Jiří Kylián, Flaut/Thisbe in John Neumeiers Ein Sommernachtstraum, Jiří Kyliáns Svadebka und Sechs Tänze und Solo von Hans van Manen sowie eine prominente Partie im dritten Teil von Itzik Galilis Kreation So nah so fern.

Für das Programm "Junge Choreographen" 2004 choreographierte er das Stück Vivace auf Musik von Antonio Vivaldi.

Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde Wlademir Faccioni zum Halbsolisten befördert. Seit der Spielzeit 2011/12 tanzt er als Solist.

Im Sommer  2007 debütierte er als Hilarion in Giselle im Rahmen von Ballett und Wildnis. Mit Jörg Mannes kreierte er die Partie des Caliban in Der Sturm.
Anlässlich der Terpsichore Gala VII - Zu Ehren von John Cranko debütierte er 2008 in dessen Ebony Concerto. Zudem kreierte er eine Partie in Simone Sandronis Cambio d'abito (Spielzeit 2007/2008).

Debut 2009/2010
Kreation in Zugvögel (J. Kylián)

Debut 2010/2011
Detektiv in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pan in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Der kleine Däumling in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Gremio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)

Debut 2011/2012
Paco in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Der Messerwerfer in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni)
2. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Gods and Dogs (J. Kylián)

Debut 2012/2013
Herr in Maske in Choreartium (L. Massine)
3. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Birthday Offering (F. Ashton)
Epimetheus in Helden (T. Kohler)
Wlademir Faccioni.©Sascha Kletzsch

 



Solist 4

Karen Azatyan

Solist

Der gebürtige Armenier absolvierte seine Tanzausbildung zunächst in seiner Heimat am Yerevan Dancing Art State College, und schloss sie nach seinem Wechsel an die Tanz Akademie Zürich im Jahre 2007 ab. Während der zweiten Ausbildungsphase belegte er beim Wettbewerb „Tanz Olymp Berlin 2005“ in der Kategorie Klassische Variation den 2. Platz, gewann im selben Jahr ein Stipendium beim Prix de Lausanne und den Nachwuchsförderpreis des internationalen Ballettwetbewerbs Varna 2006.

Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde er als Gruppentänzer beim Bayerischen Staatsballett engagiert und stieg im Herbst 2010 zum Halbsolisten auf. Seit der Spielzeit 2012/13 tanzt Karen Azatyan als Solist.

Debut 2007/2008
Sebastian und Antonio in Der Sturm (J. Mannes)

Debut 2008/2009
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation

Debut 2009/2010
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)

Debut 2010/2011
Albrecht in Once Upon an Ever After (T. Kohler)
Daphnis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Hortensio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Graf Alexander in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Fritz in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Blauer Vogel in Dornröschen (M. Petipa / I. Liška)
Frühlingsstimmen-Pas de deux (F. Ashton)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Pas de six und russischer Tanz in Schwanensee (R. Barra)

Debut 2012/2013
Goldenes Idol in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)
4. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Birthday Offering (F. Ashton)
Karen Azatyan.©Sascha Kletzsch

 


The Moor's Pavane

José Limón

Musikalische Leitung

Robertas Šervenikas

Robertas Šervenikas, studierte Dirigieren am Konservatorium in St. Petersburg. 1993 begann er mit dem Nationalen Litauischen Sinfonieorchester in Vilnius zu arbeiten und ist nun sein erster Gastdirigent. Ab 1997 wurde er wiederholt zum Evian Festival/Frankreich eingeladen, wo er die Philharmonie der Nationen, sowie das Orchestra Synfonica di Milano Giuseppe Verdi mit Mstislav Rostropovich als Solisten zu leiten. Seit dieser Zeit dirigierte Šervenikas das Nationale Litauische Sinfonieorchester auf Tourneen nach Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Estland und Lettland. Er machte sich besonders um die Uraufführung litauischer Komponisten verdient und zählt zu den talentiertesten litauischen Dirigenten seiner Generation. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Robertas Šervenikas den Litauischen Nationalpreis und ist Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters. Im Februar 2008 wurde Šervenikas zum Musik-Direktor des litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett (LNOBT) ernannt.

Mit der musikalischen Leitung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina beim Bayerischen Staatsballett gab er im April 2008 sein Debut als Dirigent des Bayerischen Staatsorchesters. Die Zusammenarbeit wurde in der Spielzeit 2008/2009 in größerem Rahmen fortgesetzt, als Šervenikas das Ballett Der Sturm dirigierte, eine Partitur, die den 1. und 4. Satz von Bruckners Vierter Sinfonie, Sibelius 7. Sinfonie und die Sturm-Tondichtungen von Sibelius und Tschaikowsky umfasst. Daneben weitete er seine Arbeit am Nationaltheater in Vilnius aus mit Opern- und Ballettdirigaten (u.a. Boris Godunow).
In der Spielzeit 2012/13 übernimmt Robertas Šervenikas die musikalische Leitung für Forever Young beim Bayerischen Staatsballett.
Robertas Servenikas

 



Kostüme

Pauline Lawrence


 

 



Choreographie

José Limón

geb. 12.1.1908 in Culiacán, Mexiko, gest. 2.12.1972 in New Jersey. Kam als Siebenjähriger in die USA, begann mit 20 Jahren Malerei zu studieren und entschloss sich nach einem Tanzabend von Kreutzberg-Georgi Tänzer zu werden. Studierte bei Doris Humphrey und Charles Weidmann, debütierte 1928 in New York, tanzte dann in der Gruppe Humphrey-Weidmann und begann 1931 seine ersten Stücke zu choreographieren. Sein erster Gruppentanz Danza de la Muerte (Musik: H. Clark) entstand für die Bennington School of Dance. Es folgten 1939 die Danzas mexicanas (Musik: L. Nowak) und 1940 War Lyrics (Musik: E. Williamson); von daher datiert seine Zusammenarbeit mit der Tänzerin May O' Donnell, mit der er erfolgreiche Tourneen unternahm. Er heiratete 1942 seine Kostümbildnerin Pauline Lawrence und choreographierte Chaconne in d- Moll  (Musik: J.S. Bach).
Nach seiner Militärzeit (1943-45) studierte er noch akademischen Tanz und gab eine Reihe von Duo-Abenden mit Beatrice Seckler und Dorothy Bird. 1947 gründete er seine José Limón American Dance Company, die sich mit ihrem Debüt in New York zugleich als eine der wichtigsten Gruppen des Modern Dance etablierte. Mit Doris Humphrey als künstlerischer Kodirektorin und Pauline Korner, R. Currier, B. Jones und L. Hoving sowie ihm selbst in vielen Hauptrollen schuf er seine bedeutendsten Werke, u.a. The Moor's Pavane (Musik: Purcell, 1949), La Malinche (Musik: N. Lloyd, 1949), The Exiles (Musik: Schönberg, 1950), The Traitor (Musik: G. Schuler, 1954), There is a Time (Musik: N. Dello Joio, 1956), The Emperor Jones (Musik: H. Villa Lobos, 1956), Missa Brevis (Musik: Kodály, 1958), My Son, My Enemy (Musik: Faine, 1965), The Winged (Musik: H. Johnson, 1966), Psalm (Musik: E. Lester, 1967), Comedy (Musik: J. Wittmann, 1968), und The Unsung (ohne Musik, Juilliard Dance Ensemble, 1970). Limóns Kompagnie konnte auch nach seinem Tode 1972 ihren Rang als stilbildendes modernes Ensemble behaupten. Sie wird seit 1978 von Carla Maxwell geleitet.José Limón begeisterte die Welt mit seinem dynamischen, maskulinen Bewegungsstil und dramatischer Choreographie. 1928, als er nach New York kam, wo er seine erste Tanzvorstellung sah, sagte Limón: "Was ich gesehen habe, hat einfach und unumstößlich mein Leben verändert. Ich sah den Tanz als Erscheinung von unbeschreiblicher Kraft. Ein Mann kann mit Würde und überragende Majestät tanzen… tanzen wie Michelangelos Erscheinungen und so wie die Musik von Bach tanzt."
José Limon

 



Einstudierung

Sarah Stackhouse

Sarah Stackhouse wurde im Mittleren Westen der USA geboren. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie in Michigan, bis ihre Familie in einen Vorort von New York umzog.
Sie begann ihre moderne Tanzausbildung an einer lokalen Tanzschule. Ein Stipendium ermöglichte ihr die Teilnahme am American Dance Festival (ADF) am Connecticut College, einem sechswöchigen Sommerkurs bei Martha Graham und José Limón.
Es folgte ein Studium im Hauptfach Tanz an der Hochschule in Wisconsin, die diesen Studiengang als erste amerikanische Universität anbot. Die Lehrer und Künstler, die Sarah Stackhouse am meisten prägten waren José Limón, Merce Cunningham und Antony Tudor.
1958 wurde sie Mitglied der José Limón Dance Company, tanzte bis 1969 als erste Solistin sowie auch als Partnerin von José Limón und arbeitete auch als seine Assistentin an der Julliard School. Sie war abwechselnd auch Mitglied des American  Dance Theatre im Lincoln Center, des Alvin Ailey American Dance Theatre, Louis Falco and Featured Dancers, "The Workgroup" von Daniel Nagrin und Annabelle Gamson Dance Solos. 1969 verließ sie die Vereinigten Staaten und zog nach Italien. 1972 kehrte Sarah Stackhouse nach Amerika zurück, um an der State University von New York zu unterrichten und als freischaffende Tänzerin zu arbeiten. Sie unterrichtete an der Juillard School, dem American Dance Festival und dem Conservatory of Dance im Purchase College. Als Kulturbeauftragte des amerikanischen Außenministeriums hielt sie Vorträge und Kurse in Rom, Perugia und Florenz.
Essays von Sarah Stackhouse sind erschienen in "East Meets West in Dance", "Voices in the Cross-Cultural Dialogue", "José Limón: The Artist Reviewed" und "José Limón and La Malinche". Ihr Dokument "The Moor’s Pavane: Notes on the Characters, Casting and Scenes" ist in der Labannotation des Werkes inbegriffen.

Heute wirkt sie als eine der wichtigsten Ballettmeisterinnen, die sich der Einstudierung von José Limón Balletten bei Compagnien auf der ganzen Welt widmet.
 

 



Musik

Henry Purcell


 

 



arrangiert von

Simon Saddoff


 

 



Der Mohr

Cyril Pierre

Erster Solist

Cyril Pierre, im französischen Nancy geboren, begann mit acht Jahren am Conservatoire der Stadt mit dem Tanzstudium. Er wechselte später an die Ballettschule der Pariser Oper, bei der Serge Golovine sein wichtigster Lehrer wurde.
Sein erstes Engagement erhielt er beim Ballet National de Marseille unter Roland Petit, der ihn 1990 zum Solisten und 1992 zum Etoile ernannte. 1996 folgte er dem Ruf von Helgi Tomasson zum San Francisco Ballet. Als Principal Dancer dieser nach ABT und NYCB wichtigsten amerikanischen Ballettcompagnie tanzte er alle Klassiker sowie das bedeutende zeitgenössische Repertoire der Compagnie, darunter viele für ihn kreierte Werke u.a. von Helgi Tomasson und James Kudelka.

Cyril Pierre ist darüber hinaus weltweit ein gefragter Gastballerino und tanzte u. a. am Nationaltheater in Prag, in Neapel, an der Mailänder Scala, beim Ballett der Berliner Staatsoper sowie bei Galaabenden in allen Metropolen zwischen New York, Paris und Tokio.

Mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 kam Cyril Pierre, zusammen mit Lucia Lacarra, als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett.
Hier tanzte er in seiner ersten Saison in Jerome Robbins' In the Night, die Titelrolle in John Crankos Onegin, Prinz Siegfried in Schwanensee, Abderakhman in Raymonda, Demetrius in John Neumeiers Ein Sommernachtstraum und im Rahmen des Abends Porträt John Neumeier in den Balletten Dämmern und Jupiter Sinfonie.

In den folgenden Jahren konnte er sowohl sein klassisches als auch sein zeitgenössisches Repertoire um einige wichtige Rollen erweitern, u.a. um Günther in Der Nussknacker (John Neumeier), Oberon/Theseus in Ein Sommernachtstraum (John Neumeier) und Prinz Désiré in Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Liška).

Debuts 2004/2005
Romeo und Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Gaston in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Black Cake (H. van Manen)
Bella Figura (J. Kylián)
Agon (G. Balanchine)
Solor in La Bayadère (P. Bart)

Debuts 2005/2006
Baron Ochs in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana), Kreation
Hilarion in Giselle (P. Wright)

Debut 2006/2007
Prinz Albrecht in Giselle (P. Wright)Debut 2006/2007
Lankedem und Birbanto in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Prospero in Der Sturm (J. Mannes)
Große Fuge (H. van Manen)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)

Debut 2008/2009
Vater in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Tybalt in Romeo und Julia (J. Cranko)
Shahriar in Shéhérazade (M. Fokine)
Erster Athlet in Les Biches (B. Nijinska)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation

Debut 2009/2010
Abderakhman in Raymonda (M. Petipa
Freund der Ballerina des 20. Jahrhunderts in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler), Kreation

Debut 2010/2011
Zar in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Mann 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Carabosse in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinz Leopold in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Don Quijote in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Hortensio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Der Mann in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)
Der Verlobte in Las Hermanas (K. MacMillan)
Witwe Simone in La Fille mal gardée (F. Ashton)

Debut 2012/2013
1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Der Mohr in The Moor's Pavane (José Limón)
Partner der Primaballerina und Pas de deux in Birthday Offering (F. Ashton)
Cyril Pierre.©Sascha Kletzsch

 



Seine Frau

Séverine Ferrolier

Solistin

Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz.

Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda.

Debut 2005/2006
Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy)
Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart)
Clémence in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska)
Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Henriette in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2010/2011
Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek)
Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Five Brahms Waltzes In The Manner Of Isadora Duncan (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)


Begrüßungs-Statement im Herbst 2004:

Séverine Ferrolier trafen wir nach einer Probe zu Limb´s Theorem und fragten, in welchem Verhältnis die Arbeit an diesem Forsythe-Stück zum klassischen Training steht: "Man muss sich breiter, größer und riskanter bewegen, ohne Halt zu machen und sich zu kontrollieren, wie es in klassischen Posen möglich ist. Wenn man morgens trainiert, muss alles fest und stabil sein. Ich habe den Eindruck, dass es hier genauso sein muss - aber mit mehr Risiko, länger und extremer, tiefer in alle Bewegungen hineingehend, damit die neuen Linien deutlich zu sehen sind. Sonst bleibt es klassisches Ballett. Die Linien unserer Körper, die sich ergeben, wenn wir ein Stück von William Forsythe tanzen, beruhen auf einer anderen Ästhetik: ein anderer Körper, ein anderes Denken, ein anderes Verständnis unserer Muskulatur und Bewegung, auch der, die innen passiert. Man bekommt neue Impulse und nimmt sie anders auf, der Körper reagiert darauf und folgt. Wir sind ständig damit beschäftigt und entdecken jeden Tag etwas Neues. Dadurch kann man sich analysieren, allmählich verstehen, was wir gerade gemacht haben. Man lässt den Körper einfach mitmachen und lernt dadurch eine andere Art von Bewegung. Das ist eine schöne, kreative Arbeit. Wenn wir improvisieren, bekommen wir Informationen, wie wir improvisieren sollen. Aber wie wir das, jeder für sich, verstehen und spontan verarbeiten, das gehört uns. Darum ist es, glaube ich, auch für die Crew der ehemaligen Forsythe-Tänzer, die sein Stück mit uns einstudieren, und für unsere Ballettmeister schön, jeden Einzelnen zu sehen. Da sehen sie unterschiedliche Menschen, Charaktere, Persönlichkeiten. Auch Intelligenz. Aber sie brauchen viel Geduld, denn wir sind diese Arbeitsweise nicht gewohnt. Am Ende werden wir Vorgaben haben, die wir respektieren müssen; aber wir haben auch die Möglichkeit mit den Elementen zu improvisieren, die wir bis jetzt - auch schon in dem Workshop vor den Ferien - erarbeitet haben. Während des Urlaubs hat das Unbewusste von allein daran gearbeitet. Jetzt ist die Compagnie besser imstande zu verstehen, was man von uns erwartet. Es ist ein langfristiger Prozess, bis sich das entwickelt. Damit uns die neuen Bewegungen und Gedanken zu einer zweiten Natur werden und natürlich aussehen lassen, brauchten wir auch einen Abstand, so dass wir nun das Bewusstsein der täglichen Arbeit und das, was im Unterbewusstsein passiert ist, kombinieren können. Man muss die Tanzsprache von Forsythe verdauen, aber natürlich auch jeden Tag üben."

Diese aktuelle Erfahrung passt zu Séverine Ferroliers Überlegungen, warum sie nach München kam: "Man kann bekanntlich nicht ewig tanzen. Deshalb möchte ich die Zeit nutzen, um Neues zu entdecken, mit verschiedenen Choreographen zu arbeiten und eine andere Umgebung kennenzulernen. Ich habe in Leipzig sieben Jahre lang mit Uwe Scholz gearbeitet, und das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Ich habe schöne Choreographien von ihm getanzt, viel gelernt und schließlich den Eindruck gehabt, in Leipzig alles, was mir dort möglich war, erreicht zu haben. Als ich fühlte weitergehen zu sollen, wollte ich diesem Impuls ehrlich folgen und in eine schöne Compagnie mit einem guten Renommee gehen, wo viele gute Choreographen arbeiten und viele unterschiedliche Stücke im Repertoire sind. Eine breite Erfahrung ist wichtig für eine Tänzerin. Für München habe ich mich auch entschieden, weil ich viele gute Kritiken gelesen habe und einige Tänzer von hier schon kannte. Gestern Abend - in der Vorstellung Porträt Mats Ek - habe ich gesehen, wie stark die Tänzer sind und wie viel sie geben. Auch dadurch kann man weiter lernen. Es ist eine starke Compagnie mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Wenn ich eine Vorstellung ansehe, habe ich Distanz, sitze im Publikum, sehe Tänzer und denke: Gut, ich gehöre auch zu diesen Menschen, zu dieser Compagnie, und das macht mich froh. Ich habe auch andere Besetzungen gesehen, aber ich vergleiche nicht, wer besser war. Jeder hat seine Kraft, seine Schönheit, sein Temperament, und man erkennt die Leute auch durch den Ausdruck, den sie auf der Bühne haben. Das ist das Schöne an der Kunst. Denn auf der Bühne benimmt man sich oft stärker als im alltäglichen Leben, und diese Kraft der Kunst bewirkt, dass man jemand ist, sich ausdrückt. Im Leben traut man sich ja manchmal nicht, das eine odere andere zu sagen, zu tun oder überhaupt zu denken. Und wenn man in einer Rolle, oder einfach mit einer Musik oder in einem Kostüm auf die Bühne geht, lässt man seine augenblicklichen Gefühle sprechen. Daher kommen die Kraft und das Temperament auf der Bühne. Das war gestern Abend beim Porträt Mats Ek der Fall. Die gleichen Gedanken hatte ich auch, als ich die Compagnie in anderen Stücken sah. Die Energie dieser Compagnie gefällt mir, die Atmosphäre, auch diese Leidenschaft, die wir haben.

Für mich selbst bevorzuge ich keine bestimmte Rolle und keinen spezifischen Stil. Ich bin offen, ganz Unterschiedliches auszuprobieren. So sehe ich auch unsere Aufgabe. Wir sind nicht nur körperlich begabt, sondern müssen auch unsere anderen Talente nutzen. Es geht darum, die richtigen Informationen zu bekommen, sie zu verstehen und dann die eigenen Erfahrungen zu benutzen, um etwas auf der Bühne auszudrücken. Für eine Rolle wird man besetzt, wenn man dafür bereit ist. Wenn mir jemand eine Rolle anbietet, habe ich ein schönes Gefühl, weil ich mir sage, dass er etwas Entsprechendes in mir gesehen hat. Dann werde ich versuchen, meine Beziehung dazu, auch wenn ich sie selbst vorher nicht gesehen habe, weiter zu entwickeln. Nehmen, was man bekommt, und geben, was man kann, dann ist es wie ein Ping-Pong-Spiel. Vertrauen und Respekt gehören zu diesem Austausch, das entspricht der Menschlichkeit."
Séverine Ferrolier.©Sascha Kletzsch

 



Der Freund

Tigran Mikayelyan

Erster Solist

Tigran Mikayelyan wurde in Yerevan/ Armenien geboren. Hier begann er seine Tanzausbildung 1989 an der Armenischen Ballettschule Erewan, bevor er 1997 an die Schweizerische Ballettberufsschule SBBS in Zürich wechselte, in der er Stipendiat der Nurejew-Stiftung war. Sein erstes Engagement trat er 1998 beim Zürcher Ballett an, in dem er 1999 zum Halbsolisten und 2003 zum Solisten ernannt wurde. Hier tanzte er das gesamte Repertoire von Heinz Spoerli sowie die Rolle des Dorkon in Daphnis und Chloé, den Solo-Boy in Rubies, in Hans van Manens Solo und dessen Große Fuge sowie Allegro Brillante von George Balanchine.

Seit der Spielzeit 2005/2006 ist er als Solist beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Sein Debüt gab er im Rahmen des China-Gastspiels im Oktober 2005 in Shanghai als Béranger in Raymonda (R. Barra). Seinen ersten Auftritt im Nationaltheater hatte er als Goldenes Idol in La Bayadère (P. Bart). Es folgten der Bauern-Pas de deux in Giselle (P: Wright), sowie Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko), mit dem er auch beim Staatsballett-Gastspiel in Venedig (September 2006) einen großen Erfolg feierte. Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde Tigran Mikayelyan zum Ersten Solisten befördert.

Im Jahr 1997 gewann er den armenischen Ballettwettbewerb "Amadeus" und nur ein Jahr später beim Prix de Lausanne den Prix Niveau Professionell.
Im Frühjahr 2007 wurde Tigran Mikayelyan von seinem Heimatland zum "Honoured Artist of Armenia" ernannt, die höchste Auszeichung, die Künstlern seines Landes zuteil werden kann. Im Sommer 2007 erhielt er zudem den Theaterpreis des Münchner Merkurs. Mit der Partie des Ali in Le Corsaire wurde er im selben Jahr für den FAUST Theaterpreis nominiert.

Debut 2006/2007
Elemental (J. Godani)
Limb's Theorem (W. Forsythe)
Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Ali und Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)
Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Antonio in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge  (H. v. Manen)
Solor in La Bayadère (Bart)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Erste Variation in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Des Grieux und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylian), Kreation
Faun in L'après-midi d'un faune (V. Nijinsky)
Béranger in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Lenski in Onegin (J. Cranko)
Abderakhman in Raymonda (M. Petipa)
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Der erste Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2010/2011
Man 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Prinz Désire in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Petrucchio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
2. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Tigran Mikayelyan. ©Sascha Kletzsch

 



Dessen Frau

Gözde Özgür

Demi-Solo

Gözde Özgür wurde in Ankara/Türkei geboren und erhielt ihre Ausbildung am Staatlichen Konservatorium Ankara. Mit 15 Jahren wechselte sie an die Ballettakademie Zürich und erhielt dort 2008 ihr Diplom.

Mit der Spielzeit 2008/2009 begann sie als Gruppentänzerin beim Bayerischen Staatsballett.
In Jiří Kyliáns Kreation Zugvögel tanzte sie eine Solovarition.
Ernennung zur Halbsolistin ab der Spielzeit 2011/12.

Debut 2009/2010
Mädchen in Grau in Les Biches (B. Nijinska)
Giselle in Giselle - Mats Ek (M. Ek)
Cello in Vielfältigkeit - Formen von Stille und Leere (N. Duato)

Debut 2010/2011
Amor in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Feenvariation in Dornröschen (I. Liska nach M. Petipa)

Debut 2012/2013
2. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J.Robbins)
Die Frau des Freundes in The Moor's Pavane (J. Limón)
4. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier)
1. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)

Gözde Özgür.©Sascha Kletzsch