Forever Young - Biographien

The Moor's Pavane. Cyril Pierre, Tigran Mikayelyan. ©Day Kol Choreartium. Ensemble. ©Wilfried Hösl Broken Fall. Ekaterina Petina, Erik Murzagaliyev, Marlon Dino. ©Wilfried Hösl

Forever Young

José Limón /
Léonide Massine /
Russell Maliphant

Broken Fall / The Moor's Pavane / Choreartium
Choreographien von Russell Maliphant / José Limón / Léonide Massine

Musik von Henry Purcell, arrangiert von Simon Sadoff / Johannes Brahms, Symphony Nr. 4 e Moll op. 98 / Barry Adamson
Nationaltheater

Samstag, 26. Januar 2013

Broken Fall

Russell Maliphant

Choreographie

Russell Maliphant

Russell Maliphant, Choreograph

Russell Maliphant erhielt seine Ausbildung an der Royal Ballet School in London. Nach seinem Abschluss wurde er in die Sadler's Wells Royal Ballet Company übernommen, machte sich bald darauf jedoch selbstständig. Er arbeitete mit einigen der weltweit wichtigsten zeitgenössischen Compagnien zusammen, so zum Beispiel dem DV8 Physical Theatre, Michael Clark & Company, Laurie Booth und Rosemary Butcher. Außerdem studierte er Anatomie, Physiologie und Biomechanik. Im besonderen Maße setzte er sich mit der Rolfing Method of Structural Integration, einer komplementärmedizinischen Behandlungsmethode auseinander, die er seit 1994 selbst anwenden darf. Dies bereicherte ihn in seiner Arbeit als Tanzpädagoge und Choreograph.

Maliphant schuf sein erstes Solo im Jahr 1992. Um seine künstlerischen Ideen frei umsetzen zu können, gründete er 1996 sein eigenes Ensemble, die Russell Maliphant Company. Sie zeichnet sich dadurch aus, verschiedene Bewegungssprachen, unter anderem aus dem klassischen Ballett, der Contact Improvisation, dem Yoga, dem Capoeira, dem Tai Chi und dem Chi Gong, miteinander zu verbinden. Maliphant kreierte nicht nur Stücke für sein eigenes Ensemble, sondern auch für andere Künstler und Compagnien. Dazu gehören Sylvie Guillem, Robert Lepage, The Ballet Boyz, das Lyon Opera Ballet, die Ricochet Dance Company, CobosMika, das Batsheva Ensemble und das Ballet de Lorraine.

2003 entstand in Kooperation mit Sylvie Guillem und George Piper Dances das Stück Broken Fall. Es wurde mit dem Laurence Olivier Award (2003) und dem Critic’s Circle National Dance Award for Best Choreography in der Kategorie ‚Modern’ (2006) ausgezeichnet. In den darauffolgenden Jahren kamen Maliphant und Guillem erneut zusammen, so zum Beispiel für das Stück PUSH, das mit dem South Bank Show Award und dem Laurence Olivier Award (2006) bedacht wurde, und für Eonnagata, an dem der kanadische Regisseur Robert Lepage beteiligt war.

Weitere Werke Maliphants sind Two:Four:Ten, Torsion und AfterLight, ein Solo, das in der Auseinandersetzung mit den Ballets Russes am Sadler’s Wells entstand. Dort war es Teil des abendfüllenden Programms In The Spirit Of Diaghilev. Seine jüngste Kreation erarbeitet Maliphant zusammen mit dem Londoner Szene Komponisten Mukul Patel; ein Auftragswerk des Bayerischen Staatsballetts für den Abend Der gelbe Klang, der Eröffnungspremiere der BallettFestwoche 2014. 
Russell Maliphant © Johan Persson

 



Musik

Barry Adamson

Barry Adamson, Songwriter, Musiker und seit 2011 auch Filmregisseur wurde 1958 in Manchester geboren. Mit zehn Jahren schon schrieb er sein erstes Lied, das den Titel Brain Pain trug.
Musikalisch wurde er stark von der aufblühenden Punkerszene in England geprägt. Sein Durchbruch gelang ihm mit 19 Jahren, als er Bassist der britischen Post-Punk Band Magazine wurde. Er nahm zahlreiche Alben auf und spielte in verschiedensten Bands. So war er unter anderem ein Gründungsmitglied der Gruppe Nick Cave and The Bad Seeds.
Im Jahre 1987 begann Adamson seine Solokarriere, wobei er stark von der Musik von Filmkomponisten wie John Barry oder Ennio Morricone beeinflusst war. Bis heute hat er neun Alben veröffentlicht und steuerte den Soundtrack zu mehreren namenhaften Filmen bei. So war er beispielsweise für die Musik in Natural Born Killers, Lost Highway oder auch The Beach verantwortlich. Für den Film Therapist aus dem Jahr 2011, verfasste er nicht nur selbst das Drehbuch, sondern er führte auch Regie und komponierte die Musik dazu. Mit seinem jüngsten Album "I will set you free", das 2012 veröffentlicht wurde, ging Adamson auf Welttournee. 

 



Licht

Michael Hulls

Michael Hulls studierte Tanz und Theater am Darlington College. Er bekam ein Stipendium vom Arts Council, um an Workshops für Beleuchtung bei Jennifer Tipton in New York und Paris teilzunehmen. Im Verlauf der letzten 20 Jahre hat er ausschließlich für Tanz gearbeitet, besonders mit dem Choreographen Russell Maliphant  zusammen. Ihre gemeinsamen Arbeiten wurden von der internationalen Presse gerühmt und mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet. So gewann z.B. Push vier wichtige Preise, darunter den Laurence Olivier Award für die beste neue Tanzproduktion und jüngst bekam After Light zwei Auszeichnungen des Critics Circle.
Michael Hulls und Russell Maliphant haben auch bei Broken Fall zusammengearbeitet, das vom Ballet Boyz in Auftrag gegeben wurde und ebenfalls einen Olivier Award erhielt. Die große britische Zeitung The Daily Telegraph pries ihre gemeinsame Arbeit als "die wichtigste künstlerische Partnerschaft im modernen britischen Tanz".
Michael Hulls hat viele Jahre lang mit Akram Khan zusammengearbeitet, so in einem Duett mit Juliette Binoche, und kürzlich mit dem Tänzer Aaksh Odedra. Weitere Arbeitspartner waren Javier De Frutos und Jonathan Burrows und William Forsythe, der mit ihm Walking/Music für das Frankfurt Ballett erarbeitete.
Eonnagate schuf Michael Hulls zusammen mit der außergewöhnlichen französischen Ballerina Sylvie Guillem, Robert Lepage und Russell Maliphant, gewann damit 2009 einen Tanzpreis, brachte es zusammen mit After Light am Sadler’s Wells Theater in London heraus und wurde daraufhin für den 2010 Olivier Award für herausragende Leistung im Fach Tanz nominiert.
Michael war glücklich über das Angebot einer festen Mitarbeit beim Sadler’s Wells im Jahr 2009, sowie 2010 seinen Eintrag im Oxford Dictionary of Dance.
Ende Januar hatte er im Théȃtre de Chaillot in Paris Das Rodin Projekt von Hulls und Maliphant Premiere.

 



Solistin

Lucia Lacarra

Erste Solistin

Lucia Lacarra, geboren im spanischen San Sebastián, studierte an der Schule von Victor Ullate in Madrid. In dessen neoklassischer Compagnie, dem Ballett Victor Ullate, trat sie auch ihr erstes Engagement an.

1994 wechselte sie zum Ballet National de Marseille unter Roland Petit und ging 1997 als Principal Dancer zum San Francisco Ballet unter Helgi Tomasson. Bereits in Marseille wurde deutlich, dass mit Lucia Lacarra eine außergewöhnliche Tänzerin herangewachsen war, die sehr bald zur Crème de la Crème der international führenden Ballerinen zählte. Als umworbener Gaststar ist sie seit Jahren regelmäßig in allen Metropolen zwischen London, Paris und Tokio zu sehen.
Sie tanzt die klassischen Hauptrollen wie Giselle, Odette/Odile in Schwanensee und Aurora in Dornröschen, in Roland-Petit-Balletten wie Carmen, Notre Dame de Paris, Le Jeune Homme et la Mort (zusammen mit Nicolas Le Riche) ebenso wie ein weites modernes Repertoire:  Balanchines Agon und Sinfonie in C, Robbins' The Cage und In the Night, Kenneth MacMillans The Invitation sowie zahlreiche Werke von Helgi Tomasson.

Beim Bayerischen Staatsballett tanzte sie, noch vor ihrem offiziellen Antritt als Erste Solistin zu Beginn der Spielzeit 2002/2003, bereits im Juni 2002 in Jerome Robbins' In the Night. Ihr Debüt in einem großen abendfüllenden Klassiker gab sie im Oktober 2002 mit der Titelrolle in Raymonda. Es folgten im November 2002 Schwanensee und die Tatjana in John Crankos Onegin. Ihr Partner war ihr Lebensgefährte Cyril Pierre, der mit ihr als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett kam. In der Premiere von Portrait John Neumeier tanzte sie in Jupiter Sinfonie und in In the Blue Garden.

Als neue Rollen in der Saison 2003/2004 kamen Louise in John Neumeiers Der Nussknacker und Titania/Hippolyta in seinem Sommernachtstraum sowie die Titelpartie in Dornröschen und die Marguerite in John Neumeiers Die Kameliendame hinzu. Weitere Partien ihres Münchner Repertoires sind the second detail (Forsythe) und Brahms-Schönberg Quartett (Balanchine).

Im Dezember 2002 erhielt Lucia Lacarra in Monte Carlo den Nijinsky Award 2002 in der Kategorie "beste Tänzerin" und wurde im Frühjahr 2003 in Moskau mit dem Prix Benois ausgezeichnet. Sowohl 2004 als auch 2005 wurde sie für den Münchner Merkur-Theaterpreis nominiert. Geehrt wurde sie im Herbst 2005 mit dem spanischen Premio Nacional de Danza 2005. Der mit 30.000,- Euro dotierte Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die der spanische Staat vergibt.
Im Frühjahr 2007 wurde Lacarra zur kulturellen Botschafterin und Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt San Sebastián ernannt. 2008 verlieh ihr Kunstminister Dr. Goppel den Titel "Bayerische Kammertänzerin".

Debut 2004/2005
Julia in Crankos Romeo und Julia (J. Cranko) 
Fünf Tangos (H. van Manen)
Black Cake (H. van Manen)
Agon (G. Balanchine)
Nikija in La Bayadère (P. Bart)

Debut 2005/2006
Sophie in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana), Kreation

Debut 2006/2007
Giselle (P. Wright)
Medora in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Die Frau in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Ariel in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)
Legende (J. Cranko), Pas de deux

Debut 2008/2009
Zobeide in Shéhérazade (M. Fokine)
Odette in Once Upon An Ever After
(T. Kohler), Kreation

Debut 2009/2010
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Die französische Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)

Debut 2010/2011
The Old Men and Me (H. van Manen)
Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Die älteste Schwester in Las Hermanas (K. MacMillan)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2013/2014
Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Spiral Pass (R. Maliphant)
Lucia Lacarra © Sascha Kletzsch

 



Solist 1

Marlon Dino

Erster Solist

Marlon Dino wurde in Albanien geboren und begann seine Ausbildung 1991 an der School of Choreography and Ballet in Tirana/Albanien. 1998 wechselte er nach Genf in der Schweiz ans Geneve Dance Center unter der Leitung von David Allen. Im Januar 2001 bekam er einen Vertrag an der Wiener Staatsoper.

Seit 2002 ist er beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Schnell wurde er mit solistischen Partien betraut, so dass schließlich 2005 die Ernennung zum Halbsolisten und zur Spielzeit 2007/2008 die Beförderung zum Solisten erfolgte. In der Spielzeit 2009/2010 wurde er zum Ersten Solisten ernannt.

Sein solistisches klassisches und zeitgenössisches Repertoire umfasst u.a. Jiří Kylián Sechs Tänze und die Solopartie im vierten Satz von George Balanchines Brahms-Schönberg-Quartett. In der Spielzeit 2004/2005 debütierte er als Graf Paris und Tybalt in Crankos Romeo und Julia und übernahm eine wichtige Partie in Balanchines Agon (zweiter Pas de trois). Außerdem tanzte er den Gaston in der Kameliendame (J. Neumeier), den Solo-Part in Hans van Manens Fünf Tangos und Rotbart in Schwanensee (R. Barra).
Seine erste eigene Choreographie, ein Pas de deux für Cheryl Wimperis und ihn selbst, entstand im Sommer 2003 im Rahmen der "Jungen Choreographen". Es folgte im Sommer 2004 die Choreographie Nimm's wie du willst.
Ende 2007 wurde Marlon Dino für sein Debüt als Onegin an der Seite von Lucia Lacarra in John Crankos Ballett mit dem TZ-Rosenstrauß des Jahres ausgezeichnet.

Debut 2003/2004
Brahms-Schoenberg Quartett (G. Balanchine)

Debut 2004/05:
Graf Paris und Tybalt in Romeo und Julia (J. Cranko)
Agon (G. Balanchine), zweiter Pas de trois
Gaston in Kameliendame (J. Neumeier)
Solo in Fünf Tangos (H. van Manen)

Debut 2005/2006
Bérenger in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007 
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Pas de six in Giselle (P. Wright)
Rotbart in Schwanensee (R. Barra)
Ali und Birbanto in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Fotograf in Die Silberne Rose (G. Murphy)
Der Mann in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)
Pas Fabergé in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinz Albrecht in Giselle (P. Wright) im Rahmen von Ballett und Wildnis

Debut 2007/2008
Onegin in Onegin (J. Cranko)
Alonso in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Legende (J. Cranko)
Solor in La Bayadère (Bart)

Debut 2008/2009
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Siegfried in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Zeman in Shéhérazade (M. Fokine)
Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)
Jean de Brienne in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Der goldene Sklave in Shéhérazade (M. Fokine)
Armand in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Bach in Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere (N. Duato)

Debut 2010/2011
Prinz Désiré in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Petruccio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Der Mann im Schatten in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Günther in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2012/2013
Choreartium (L. Massine)
Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2013/2014
Theseus/Oberon in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Marlon Dino © Sascha Kletzsch

 



Solist 2

Erik Murzagaliyev

Corps de ballet

Erik Murzagaliyev, wurde in Almaty, Kasachstan, geboren. An der staatlichen Ballettschule von Almaty erhielt er seine Ausbildung und war 2007-2008 als Volontär am Staatstheater Almaty, sowie von 2009-2010 an der Cinevox Junior Company engagiert.

Seit der Spielzeit 2010/2011 tanzt er am Bayerischen Staatsballett. Ernennung zum Gruppentänzer ab der Spielzeit 2011/12.

Debut 2011/2012
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2012/2013
BIPED (M. Cunningham)

Debut 2013/2014
Graf Paris in Romeo und Julia (J. Cranko)
Spiral Pass (R. Maliphant)
Erik Murzagaliyev.©Sascha Kletzsch

 


Choreartium

Léonide Massine

Choreographie

Léonide Massine

Leonide Massine kam am 08. August 1895 auf die Welt. Er erhielt seine Ausbildung als Tänzer an der berühmten kaiserlichen Ballett Akademie. Noch während er als Solist in Charakterrollen am Bolschoi Theater auftrat, entstand eine immer stärkere Begeisterung für das Schauspiel und so trat er bald in Stücken am Maly Theater auf. Er dachte schon an eine Karriere als Schauspieler, als ihn Serge Diaghilew 1913 als Charaktertänzer sah. Da Diaghilew auf der Suche nach einem Ersatz für Nijinsky war, bot er Massine einen Vertrag bei den Ballets Russes an. Im Jahr 1914 stellte er in Paris den Joseph in Fokines Josephs Legende dar und im Jahr darauf schuf er sein erstes eigenes Werk Soleil de Nuit. Damit wurde er erster Solist und Choreograph der Ballets Russes.

Massine machte Diaghilews aufsehenerregende Vision von einem Zusammenwirken der Künste zu seiner eigenen. Folglich schuf er zahlreiche Werke in enger Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten und bildenden Künstlern der Zeit, darunter Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Braque, André Derain, Leon Bakst, Natalia Goncharova, Michail Larionov, Robert und Sonia Delaunay, sowie Manuel de Falla, Erik Satie, Igor Strawinsky und Sergej Prokofieff. Zwischen 1917 und 1920, während der Turbulenzen der Kriegs- und Nachkriegsjahre des Ersten Weltkriegs, schuf diese Künstlergemeinschaft eine Reihe bahnbrechender Werke, die den Tanz unmittelbar ins Reich der Moderne führten: Parade 1917 choreographiert im Zusammenspiel mit Erik Satie, Pablo Picasso und Jean Cocteau, The Good Humoured Ladies (Scarlatti - Tommasini und Bakst), ebenso 1917, La Boutique Fantasque (Rossini - Respighi und Derain), La Tricorne (De Falla und Picasso), beide 1919, Pulcinella 1920 mit Strawinsky und Roerich. Meist war Massine selbst in diesen Stücken die charismatische Zentralfigur.
Im Jahr 1920 veranlasste ihn sein Drang, sich als eigenständiger schöpferischer Künstler weiter zu entwickeln, dazu, in London eine kleine Kompanie zu gründen, die in Großbritannien und Südamerika Tourneen unternahm, wobei sowohl neue Stücke als auch Wiederaufnahmen höchst erfolgreich waren. Im Jahr 1924 wurde er Mitglied bei Graf Etienne de Beaumont’s "Soirées de Paris" und schuf Salade (Milhaud/ Braque), Mercure (Satie/ Picasso) und das ganz besonders beliebte Le Beau Danube zu Musiken der Brüder Strauß und der Mitarbeit des gräflichen Designers und Ballettmäzens. 1925 kehrte er zu den Ballets Russes zurück und brachte eine Reihe neuer Stücke auf die Bühne, so etwa Zéphyre et Flore (Dukelsky/ Braque), Les Matelots (Georges Auric/ Pruna) und 1928 Ode (Nabokov/ Tchelitchev - Charbonnier).
Im Jahr 1928 reiste er in die Vereinigten Staaten auf der Suche nach neuen Schaffensmöglichkeiten. Mehr als zwei Jahre lang schuf er wöchentlich ein neues Ballett am Roxy Theater in New York City. Im Philadelphia brachte er erfolgreich sein Sacre du Printemps wieder auf die Bühne und 1930 auch an der Metropolitan Oper, wo Martha Graham die Rolle des auserwählten Mädchens darstellte. 1932 kehrte er nach Europa zurück, um bei den neu gegründeten Ballets Russes de Monte Carlo als Ballettmeister und Choreograph, dann als künstlerischer Direktor zu arbeiten. Die Ballets Russes de Monte Carlo bewirkten durch ihr vitales und breit gefächertes Repertoire und die Publikumswirksamkeit der brillanten jungen Tänzer eine  neue Ballets Russes Ära, die zu einem begeisterten Interesse für Ballett führte, bei einem weitgestreuten internationale Publikum – Ballett war bis dahin eher das Privileg einer Oberschicht der Gesellschaft.
Kreativer Leiter der Ballets Russes de Monte Carlo, verwirklichte Massine 1933 sein Ziel, eine bekannte Symphonie als choreographische Partitur zu benutzen. Es war dies das erste Mal im Westen, dass eine Symphonie für ein Ballett genutzt wurde. Unter großen Protesten gegen diesen Gebrauch von Musik schuf er Les Présages zu Tschaikowskys Fünfter Symphonie und später im selben Jahr Choreartium ein vollkommen abstraktes Ballett, das wesentlich ein sichtbarer Ausdruck der Musik sein sollte. Beide Ballette sind Meilensteine in der Geschichte des Tanzes. Er arbeitete weiter an seiner Idee, musikalische Strukturen sichtbar zu interpretieren mit einer Reihe symphonischer Ballette: Symphonie Fantastique (Beethoven/ Berard – Lourie, 1933), Seventh Symphony (= Siebte Symphonie) (Beethoven/ Berard, 1938), Nobilissima Visione (Hindemith, Tchelitchev, 1938), und endlich Le Rouge et le Noir (Schostakowitch, Matisse, 1939). Zu den vielen weiteren Balletten, die er für die Ballets Russes de Monte Carlo schuf, zählen Jeux d’Enfants (Bizet, Miró, 1932), Gaiёté Parisienne (Offenbach, arrangiert von Rosenthal, Etienne de Beaumont, 1938), Capriccio Espagnol (Rimsky-Korsakow, Andreau, 1939), Bacchanale (Wagner, Dalí, 1939) und Labyrinth (Schubert, Dalí, 1941). Zwischen 1933 und 1939, ob auf Tourneen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexico, oder in Europa, wo sie in ihrer Heimstatt am Royal Opera House Convent Garden in London auftraten, gewannen die Ballets Russes de Monte Carlo enormes internationales Ansehen und dies war auch der Höhepunkt von Leonide Massines Laufbahn als Tänzer und Choreograph. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges emigrierte die Kompanie in die Vereinigten Staaten, wo sie drei Jahre lang unter zermürbenden Umständen Tourneen unternahm, meist jeden Tag in einer anderen Stadt. Das Repertoire bestand aus Massine Klassikern, die ungeheuer beliebt geworden waren, aber auch einigen seiner jüngeren Werke. Im Jahre 1942 endete Massines Arbeit für die Ballets Russes und Massine begann eine weitgefächerte internationale Karriere als Choreograph. Er brachte weltweit für bedeutende Ballettkompanien seine Werke auf die Bühne.
1952 verwirklichte er einen lang gehegten Wunsch und choreographierte die Passion Christi als Erzählung in stilisierten Bewegungen, im Geist byzantinischer Mosaiken und primitiver, italienischer Malerei. Ursprünglich hatte er das Werk bereits im Jahr 1916 choreographiert unter dem Titel Liturgie, für Diaghilews Ballets Russes. Es kam aber nie zur Aufführung. Geschaffen zu Gregorianischen Gesängen des dreizehnten Jahrhunderts, für das Orchester bearbeitet von Valentino Bucchi, wurde Laudes Evangelii in europäischen Kathedralen aufgeführt, z.B. in Nantes 1951, Perugia 1952 und an der Scala in Mailand 1959, gepriesen als monumentales künstlerisches Ereignis. Das Werk wurde auch fürs Fernsehen produziert und in Europa und den Vereinigten Staaten im April 1962 gesendet. In seinen letzten Lebensjahren war Massine einerseits damit beschäftigt, Wiederaufnahmen seiner Stücke zu betreuen, widmete aber zugleich viel seiner Zeit dem Erstellen und Lehren einer Theorie des Choreographierens.
Er starb am 15. März 1979 in dem kleinen deutschen Städtchen Borken, wo er neben seiner vierten Frau Hannelore begraben liegt.
Léonide Massine ©Anthony

 



Musik

Johannes Brahms


 

 



Bühne

Keso Dekker

Sowohl in den Niederlanden als auch im Ausland war der Holländer Keso Dekker als Bühnen- und Kostümbildner bei einer großen Anzahl von Theaterproduktionen, vor allem im Tanz- und Ballettbereich, tätig und hat mit vielen großen Tanz- und Ballett-Truppen Europas zusammengearbeitet, u.a. mit den Choreographen Heinz Spoerli, Nina Wiener, Matthew Hawkins, Victor Ullate, Nils Christe, und - vor allem - Hans van Manen.

Seine Zusammenarbeit mit Hans van Manen begann 1978 mit Dumbarton Oaks für das Niederländische Nationalballett. Beim Nederlands Dans Theater entwarf Keso Dekker die Bühnenbilder und Kostüme für die Stücke, die Hans van Manen ab 1985 choreographierte.

Neben seinem Engagement für das Theater ist Dekker mit Ausstellungsdesign beschäftigt. Außerdem tragen eine Reihe von Veröffentlichungen und Innenarchitekturen seinen Namen.

Für das Scapino Ballett choreographierte er 1989 ein Stück mit dem Titel Next.

In München sind seine Ausstattungen zu Before Nightfall (Nils Christe) und zu den van-Manen-Balletten Concertante, Nacht, Black Cake, Déjà vu und Kammerballett im Repertoire zu sehen.

 



Musikalische Leitung

Robertas Šervenikas

Robertas Šervenikas, studierte Dirigieren am Konservatorium in St. Petersburg. 1993 begann er mit dem Nationalen Litauischen Sinfonieorchester in Vilnius zu arbeiten und ist nun sein erster Gastdirigent. Ab 1997 wurde er wiederholt zum Evian Festival/Frankreich eingeladen, wo er die Philharmonie der Nationen, sowie das Orchestra Synfonica di Milano Giuseppe Verdi mit Mstislav Rostropovich als Solisten zu leiten. Seit dieser Zeit dirigierte Šervenikas das Nationale Litauische Sinfonieorchester auf Tourneen nach Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Estland und Lettland. Er machte sich besonders um die Uraufführung litauischer Komponisten verdient und zählt zu den talentiertesten litauischen Dirigenten seiner Generation. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Robertas Šervenikas den Litauischen Nationalpreis und ist Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters. Im Februar 2008 wurde Šervenikas zum Musik-Direktor des litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett (LNOBT) ernannt.

Mit der musikalischen Leitung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina beim Bayerischen Staatsballett gab er im April 2008 sein Debut als Dirigent des Bayerischen Staatsorchesters. Die Zusammenarbeit wurde in der Spielzeit 2008/2009 in größerem Rahmen fortgesetzt, als Šervenikas das Ballett Der Sturm dirigierte, eine Partitur, die den 1. und 4. Satz von Bruckners Vierter Sinfonie, Sibelius 7. Sinfonie und die Sturm-Tondichtungen von Sibelius und Tschaikowsky umfasst. Daneben weitete er seine Arbeit am Nationaltheater in Vilnius aus mit Opern- und Ballettdirigaten (u.a. Boris Godunow).
In der Spielzeit 2012/13 übernimmt Robertas Šervenikas die musikalische Leitung für Forever Young beim Bayerischen Staatsballett.
Robertas Servenikas

 



Einstudierung

Lorca Massine

Lorca Massine, der Sohn Léonide Massines, wurde am 25. Juli 1944 in New York geboren. Er wurde von seinem Vater ausgebildet und studierte auch bei Yves Brieux und Victor Gsovsky in Paris, bevor er begann, mit den bedeutendsten Choreographen unserer Zeit zusammen zu arbeiten: Georges Balanchine, Maurice Béjart und natürlich seinem Vater Léonide Massine. Von ihm hat er auch die Vorliebe für erzählende Ballette geerbt. Dazu kam seine außerordentliche Begabung, zeitgenössische Themen im Tanz darzustellen, auf der Grundlage  des klassischen Ballettvokabulars.
Er hat die Choreographie für mehr als fünfzig Ballette und Musikwerke geschaffen. Darunter sind z.B. Mario and the Magician (Mario und der Zauberer), Metamorphosis, Four Last Songs (Vier letzte Lieder), Esoterik Satie, Ondine, Sebastian, Fortepianissimo, Streets the Musical und Zorba. Die Premiere von Zorba fand 1988 in der Arena von Verona statt. Mehr als drei Millionen begeisterte Zuschauer in mehr als dreißig Ländern haben es gesehen. Lorca Massine setzte völlig neue Maßstäbe, als er für die große Pferde – Schautournée APASIONATA eine extravagante Choreographie lieferte.

Seine Werke sind im Repertoire zahlreicher international bedeutender Compagnien, etwa dem New York City Ballett, dem American Ballet Theatre, dem Londoner Royal Ballet, Béjart Ballett des Zwanzigsten Jahrhunderts, dem Ballett der Pariser Oper sowie der Mailänder Scala und haben so die Bühnen großer Opernhäuser wie eben der Metropolitan Oper in New York, der Scala in Mailand, dem königlichen Opernhaus Covent Garden in London, des Teatro la Fenice in Venedig, Teatro San Carlo in Neapel, Teatro Carlo San Felice in Genua, Teatro Massimo in Palermo und der Arena die Verona erobert.
Zusammen mit drei Geschwistern ist Lorca Massine natürlich auch der Erbe der vielgestaltigen Hinterlassenschaft seines Vaters Léonide. Seine Einstudierungen von Balletten seines Vaters werden an der Pariser Oper, beim American Ballet Theatre, dem Joffey Ballet, dem Royal Ballet London, dem Holländischen National Ballett (Dutch National Ballet) getanzt. Am 14. April 2005 fanden drei Werke von Léonide Massine sogar den Weg auf die "heiligen" Bretter des Bolschoi Theaters in Moskau.

 



Einstudierung

Anna Krzyskow

Anna Krzyskow schloss ihre Ballettausbildung an der Staatlichen Ballettschule in Lodz (Polen) ab und wurde anschließend an das Staatstheater Lodz verpflichtet und 1991 zur Ersten Solistin befördert. Während ihrer Tänzerlaufbahn schloss sie ein Pädagogik - und Choreographiestudium an der Musikhochschule in Warschau ab.
Sie kreierte zahlreiche Rollen u. a. die Titania im Sommernachtstraum von Gray Veredon, Silvia von Germinal Cassado, die Witwe in Zorba von Lorca Massine und profilierte sich gleichermaßen im klassischen und modernen Repertoire. Seit 1990 arbeitet Anna Krzyskow als Pädagogin, Ballettmeisterin und freie Choreographin. 1991 wurde sie die maßgebliche Assistentin von Lorca Massine für dessen sowie Werke seines Vaters Léonide und ist für die Einstudierung ihrer Ballette auf der ganzen Welt zuständig. Im Jahr 1997 wurde Anna Krzyskow in Italien mit dem "Premio Danza" geehrt. Bis zum heutigen Tage hat sie über 38 Ballettproduktionen an namenhaften Theatern einstudiert von der Pariser Oper, Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Nationaltheater Kiew, Staatsoper Kairo, National Oper Warschau, Birmingham Royal Ballet, National Oper Sofia, Les Grand Ballets Canadiens, Arena in Verona, Teatro dell‘ Opera Rom, National Oper Ankara bis zum Bolschoi in Moskau.

 



Solistin 1

Ivy Amista

Erste Solistin 

Ivy Amista, geboren in Sao Paolo, Brasilien, studierte an der dortigen Camilla Ballett-Schule. Nach der Teilnahme am IX. Seminario Internacional de danca in Brasilia, bei dem sie die Goldmedaille gewann, erhielt sie im Jahr 2001 ein Stipendium, um in München an der Ballettakademie/Heinz-Bosl-Stiftung ihre Ausbildung zu beenden.
Nach ihrem Examen wurde sie zur Spielzeit 2001/2002 als Mitglied des Bayerischen Staatsballetts übernommen.

Im Oktober 2001 wurde sie von der Heinz-Bosl-Stiftung eingeladen, Paquita unter der Leitung von Konstanze Vernon zu tanzen. 2004/2005 ernannte man sie zur Halbsolistin, zur Spielzeit 2007/2008 folgte die Beförderung zur Solistin.

In der Spielzeit 2003/2004 erarbeitete sie sich den Pas Fabergé, die Feen Fleur de Farine und Miettes qui tombent in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), die Sechs Tänze (J. Kylián), eine der Freundinnen in Raymonda (R. Barra), eine der drei Solo Damen im 2. Satz von Balanchines Brahms-Schönberg-Quartett und die Olympia in Die Kameliendame (J. Neumeier).

Zu Beginn der Spielzeit 2004/2005 debütierte sie in der Rolle der Prinzessin Florine in Dornröschen und tanzte im Juni 2005 zum ersten Mal die Titelpartie in La Bayadère (P. Bart), nachdem sie kurz zuvor bei der Wiederaufnahme des Balletts bereits in der ersten Schattenvariation zu sehen war.

Im Herbst 2005 wurde sie mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Tanz ausgezeichnet.

Mit Beginn der Spielzeit 2014/15 tanzt sie als Erste Solistin an der Spitze des Staatsballetts.

Debut 2006/2007
Pas de six in Giselle (P. Wright)
Charlotte, Verlobte des Prinzen in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Solopartie in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Olga in Onegin (J. Cranko)
Solo-Ariel in Der Sturm (J. Mannes)
Solo-Paar im 3. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Große Fuge (H. van Manen)
Ebony Concerto (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Zweite Variation in Once Upon And Ever After (T. Kohler), Kreation
Dame in blau in Les Biches (B. Nijinska)
Manon Lescaut in Die Kameliendame  (J. Neumeier)

Debut 2010/2011
Nymphe in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Solo im Pas Fabergé 3. Akt in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Prinzessin Aurora in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinzessin Claire in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Kitri in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Zweite Traum-Variation in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2012/2013
1. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Lise in La Fille mal gardée (F. Ashton)
Gamzatti, Tochter des Radscha in La Bayadère (Marius Petipa, Patrice Bart)
2. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)

Debut 2013/2014
1. Pas de trois und 1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Julia in Romeo und Julia (J. Cranko)
3. Schatten-Variation in La Bayadère (M. Petipa/ P. Bart)
Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Ivy Amista.©Sascha Kletzsch

 



Solistin 2

Luiza Bernardes Bertho

Demi-Solo

Geboren in Rio de Janeiro,Brasilien. Ausbildung an der Petite Danse School of Dance und am Brazilian Conservatory of Dance in Rio de Janeiro. Ab 2005 parallel zur Ausbildung tanzt sie im Corps de ballet der Brazilian Company of Ballet, ab 2008 auch im Corps des Municipal Theatre Ballet of Rio de Janeiro. 2007 und 2008 Goldmedaille beim Wettbewerb des Dance Festivals of Joinville im brasilianischen Santa Catarina. 2008 Semi-Finalist beim 36. Prix de Lausanne/Schweiz und Bronzemdedaille beim 2. Internationalen Ballettwettbewerb in Beijing/China. Mit der Brazilian Company of Ballet tanzt sie zwischen 2008 und 2010 Hauptrollen wie die Titelpartie in Giselle, Kitri in Don Quixote, verschiedene Soli in Der Nussknacker und die Gamzatti in La Bayadère. Im Frühjahr 2010, beim Cuban Classical Ballet of Miami/USA die Mercedes in Don Quixote.

Seit der Spielzeit 2010/2011 ist Bayerischen Staatsballett engagiert. Ernennung zur Gruppentänzerin in der Spielzeit 2011/12.
Mit Beginn der Spielzeit 2014/15 wurde sie zur Halbsolistin ernannt.Debut 2012/2013
2. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
5. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)
BIPED (M. Cunningham)
Luiza Bernardes Bertho.©Sascha Kletzsch

 



Solistin 3

Evgenia Dolmatova

Demi-Solo

Evgenia Dolmatova wurde in Lida, Weißrussland geboren. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Waganowa Ballett Akademie. 2005 wurde sie am Mariinsky Theater St. Petersburg engagiert, wo sie in den vergangenen Jahren in nahezu allen großen Klassikern auf der Bühne stand. Zu ihrem Repertoire gehören Partien aus La Sylphide, Giselle, La Bayadère, Raymonda, Der Nussknacker, Dornröschen, Romeo und Julia, Anna Karenina, Shéhérazade, Der Feuervogel, Schwanensee, Symphonie in C, La Valse, Cinderella, Don Quixote und andere. Mit der Compagnie des Mariinsky Theaters tourte sie außerdem durch Europa, die USA und Japan.

Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 trat Evgenia Dolmatova ihr Engagement als Demi-Solistin beim Bayerischen Staatsballett an.

Debut 2012/2013
3. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
3. Schattenvariation in La Bayadère (M. Petipa / P. Bart)
2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
3. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)
BIPED (M. Cunningham)

Debut 2013/2014
Gamzatti in La Bayadère (M. Petipa/ P. Bart) 
Evgenia Dolmatova © Sascha Kletzsch

 



Solistin 4

Lisa-Maree Cullum.

Erste Solistin

Lisa-Maree Cullum, in Neuseeland geboren, erhielt ihre Ausbildung in Neuseeland, Sidney und Monte Carlo. Ihr erstes Engagement erhielt sie beim English National Ballet in London. 1990 wechselte sie unter der Direktion von Peter Schaufuss zum Ballett der Deutschen Oper Berlin.

Ihr großes Repertoire umfasst alle klassischen Ballerinenrollen von Giselle über Dornröschen bis Schwanensee und Hauptpartien in Balletten von Balanchine, Béjart, MacMillan, Neumeier, Forsythe, van Manen u.v.a.

Ihre ersten Rollen beim Bayerischen Staatsballett, dem sie sich 1998/1999 anschloss, tanzte sie in Fearful Symmetries (P. Martins) und in Onegin (Olga). Im November 1998 debütierte sie als Nikija in La Bayadère (P. Bart). In der ersten Premiere unter Ivan Liškas Direktion  tanzte sie die Terpsichore in Apollo und eine Hauptpartie in Forsythes Artifact II. Es folgte ihr Debüt als Louise in John Neumeiers Nussknacker. Des Weiteren kreierte sie die Jungfrau Maria in Jean Grand-Maîtres Emma B.

Seither eroberte sie alle großen Rollen des Münchner Repertoires: Manon und Prudence in Neumeiers Kameliendame, Titania in Neumeiers Ein Sommernachtstraum, Odette/Odile in Schwanensee, Titelpartie in Giselle, Tatjana in Onegin, Julia in Crankos Romeo und Julia, Kitri in Don Quijote, sowohl die Titelpartie als auch eine böse Schwester in John Neumeiers A Cinderella Story und die Titelpartie in Kenneth MacMillans Manon. Außerdem tanzte sie in Forsythes the second detail und in Artifact II, in den Balanchine-Balletten Vier Temperamente, Concerto Barocco, Who Cares? und Brahms-Schoenberg Quartett, in Peter Martins' Zakouski und Jerome Robbins In the Night.

Mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 wurde sie zur Ersten Solistin ernannt. Im April 2001 kreierte sie eine Rolle in Lucinda Childs' Händel/Corelli und in der Premiere von Ray Barras Münchner Neuproduktion von Raymonda im Dezember 2001 tanzte sie die Titelpartie. Ihr nächstes Rollendebüt im Januar 2002 war die Katharina in John Crankos Der Widerspenstigen Zähmung. In der Spielzeit 2003/2004 erweiterte sie ihr Repertoire um Prinzessin Aurora in Dornröschen (M. Petipa, I. Liska), Bella Figura (J. Kylián) und Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier). Zu Beginn der Saison 2004/2005 kam Forsythes Limb's Theorem hinzu. Im Portrait Hans van Manen tanzte sie die deutsche Erstaufführung von van Manens Two, außerdem übernahm sie eine zentrale Partie in Balanchines Agon.

Ihre ersten Preise gewann Lisa-Maree Cullum 1988 (1. Platz beim Adéline Genée-Wettbewerb und beim Prix de Lausanne). 1995 erhielt sie den Leonide Massine-Award im italienischen Positano.
Die Münchner Abendzeitung kürte sie gleich in ihrer ersten Spielzeit mit der Verleihung des AZ-Sterns 1998 zur Tänzerin des Jahres. Die italienische Ballettzeitschrift "DANZA Y DANZA" kürte sie zur "Besten Tänzerin des Jahres 2002" für ihre Interpretation des Dornröschen mit dem Ballett der Oper in Rom. Internationale Gastspiele führten sie u.a. zum Kirov-Ballett in St. Petersburg und dem Royal Danish Ballet in Kopenhagen.
2008 wurde Lisa-Maree Cullum von Kunstminister Dr. Goppel zur Bayerischen Kammertänzerin ernannt.

Debut 2005/2006
Sophie in Die silberne Rose (G. Murphy)
Century Rolls (D. Bombana),  Kreation
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2006/2007
Medora in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2008/2009
Dame des Hauses in Les Biches (B. Nijinska)
Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška)
Giselle in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation

Debut 2009/2010
Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe)

Debut 2012/2013
4. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Rolle der Primaballerina (7. Variation und Pas de deux) in Birthday Offering (F. Ashton)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Helena in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Priesterin in Le Sacre du printemps (M. Wigman)
Lisa-Maree Cullum.©Sascha Kletzsch

 



Solistin 5

Katherina Markowskaja

Solistin

Katherina Markowskaja wurde in Kiew (Ukraine) geboren, wo sie auch ihre Ausbildung an der Nationalen Ballett Akademie der Kunst abschloss. Bereits als Studentin wirkte sie mit bei Aufführungen des Ukrainischen Nationalballetts in Kiev. Mit 16 nahm sie das Angebot von Konstanze Vernon für ein Stipendium der Heinz-Bosl-Stiftung an und vollendete ihr Studium an der Ballett-Akademie München. Direkt nach ihrem Examen erhielt sie ein Engagement an der Sächsischen Staatsoper Dresden unter der Leitung von Vladimir Derevianko, der sie zwei Jahre später zur Ersten Solistin ernannte.1999 wurde sie mit dem Mary Wigman Preis ausgezeichnet.

Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem die klassischen Ballerinen Partien Aurora (Dornröschen), Giselle, Kitri (Don Quijote), Lise (La Fille mal gardée) sowie Bianca (Der Widerspenstigen Zähmung - Cranko), Otilie (Wahlverwandtschaften – Schilling ) und, in den Balletten von John Neumeier Prinzessin Natalia und Prinzessin Claire (Illusionen – wie Schwanensee), Marie (Der Nussknacker), Hermia (Ein Sommernachtsraum), Rosalind (Wie es euch gefällt) und Chloé (Daphnis und Chloé).

Seit 2010 tanzt Katherina Markowskaja als freelance Ballerina und trainiert mit dem Bayerischen Staatsballett. Ab der Spielzeit 2012/13 ist sie Solistin.

Münchener Debuts 2010/2011
Aurora in Dornröschen (M. Petipa/ I. Liška)

Münchener Debuts 2011/2012
Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Bianca in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Frühlingsstimmen (F. Ashton)
1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Lise in La Fille mal gardée (F. Ashton)

Debut 2012/2013
5. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Pandora in Helden (T. Kohler)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Julia in Romeo und Julia (J. Cranko)
Konzert für Violine und Orchester (A. Barton)
Die Erwählte in Le Sacre du printemps  (M. Wigman)
Katherina Markowskaja © Sascha Kletzsch

 



Solistin 2. Satz

Lucia Lacarra

Erste Solistin

Lucia Lacarra, geboren im spanischen San Sebastián, studierte an der Schule von Victor Ullate in Madrid. In dessen neoklassischer Compagnie, dem Ballett Victor Ullate, trat sie auch ihr erstes Engagement an.

1994 wechselte sie zum Ballet National de Marseille unter Roland Petit und ging 1997 als Principal Dancer zum San Francisco Ballet unter Helgi Tomasson. Bereits in Marseille wurde deutlich, dass mit Lucia Lacarra eine außergewöhnliche Tänzerin herangewachsen war, die sehr bald zur Crème de la Crème der international führenden Ballerinen zählte. Als umworbener Gaststar ist sie seit Jahren regelmäßig in allen Metropolen zwischen London, Paris und Tokio zu sehen.
Sie tanzt die klassischen Hauptrollen wie Giselle, Odette/Odile in Schwanensee und Aurora in Dornröschen, in Roland-Petit-Balletten wie Carmen, Notre Dame de Paris, Le Jeune Homme et la Mort (zusammen mit Nicolas Le Riche) ebenso wie ein weites modernes Repertoire:  Balanchines Agon und Sinfonie in C, Robbins' The Cage und In the Night, Kenneth MacMillans The Invitation sowie zahlreiche Werke von Helgi Tomasson.

Beim Bayerischen Staatsballett tanzte sie, noch vor ihrem offiziellen Antritt als Erste Solistin zu Beginn der Spielzeit 2002/2003, bereits im Juni 2002 in Jerome Robbins' In the Night. Ihr Debüt in einem großen abendfüllenden Klassiker gab sie im Oktober 2002 mit der Titelrolle in Raymonda. Es folgten im November 2002 Schwanensee und die Tatjana in John Crankos Onegin. Ihr Partner war ihr Lebensgefährte Cyril Pierre, der mit ihr als Erster Solist zum Bayerischen Staatsballett kam. In der Premiere von Portrait John Neumeier tanzte sie in Jupiter Sinfonie und in In the Blue Garden.

Als neue Rollen in der Saison 2003/2004 kamen Louise in John Neumeiers Der Nussknacker und Titania/Hippolyta in seinem Sommernachtstraum sowie die Titelpartie in Dornröschen und die Marguerite in John Neumeiers Die Kameliendame hinzu. Weitere Partien ihres Münchner Repertoires sind the second detail (Forsythe) und Brahms-Schönberg Quartett (Balanchine).

Im Dezember 2002 erhielt Lucia Lacarra in Monte Carlo den Nijinsky Award 2002 in der Kategorie "beste Tänzerin" und wurde im Frühjahr 2003 in Moskau mit dem Prix Benois ausgezeichnet. Sowohl 2004 als auch 2005 wurde sie für den Münchner Merkur-Theaterpreis nominiert. Geehrt wurde sie im Herbst 2005 mit dem spanischen Premio Nacional de Danza 2005. Der mit 30.000,- Euro dotierte Preis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen, die der spanische Staat vergibt.
Im Frühjahr 2007 wurde Lacarra zur kulturellen Botschafterin und Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt San Sebastián ernannt. 2008 verlieh ihr Kunstminister Dr. Goppel den Titel "Bayerische Kammertänzerin".

Debut 2004/2005
Julia in Crankos Romeo und Julia (J. Cranko) 
Fünf Tangos (H. van Manen)
Black Cake (H. van Manen)
Agon (G. Balanchine)
Nikija in La Bayadère (P. Bart)

Debut 2005/2006
Sophie in Die silberne Rose (G.Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana), Kreation

Debut 2006/2007
Giselle (P. Wright)
Medora in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Die Frau in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Ariel in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)
Legende (J. Cranko), Pas de deux

Debut 2008/2009
Zobeide in Shéhérazade (M. Fokine)
Odette in Once Upon An Ever After
(T. Kohler), Kreation

Debut 2009/2010
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Die französische Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)

Debut 2010/2011
The Old Men and Me (H. van Manen)
Prinzessin Natalia in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Katharina in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinzessin Odette in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Die älteste Schwester in Las Hermanas (K. MacMillan)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2013/2014
Hippolyta/Titania in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Spiral Pass (R. Maliphant)
Lucia Lacarra © Sascha Kletzsch

 



Solist 1

LukᚠSlavický

Erster Solist

Lukáš Slavický, in Prag geboren, absolvierte seine Ausbildung am Prager Konservatorium, dessen Ballettabteilung sein Vater Jaroslav Slavický leitet. Beide Eltern waren Solisten, und so fiel der Apfel tatsächlich nicht weit vom Stamm - Lukáš Slavický machte sehr bald auf sich aufmerksam. Schon in der Schule stieg er hoch ein mit Solorollen im Nussknacker und in La fille mal gardée. Bei einem Gastspiel der Schule am Theater in Brünn zeigte er bereits den Don Quijote- Pas de deux. Für diesen, wie für viele andere Auftritte, wählte er Zuzana Zahradníková als Partnerin, die ebenso wie Lukas mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 zum Bayerischen Staatsballett kam.

1997 gewann Lukáš Slavický den 1. Preis beim Ballettwettbewerb in Wien, 1998 war er Finalist beim Prix de Lausanne und gewann den 3. Preis beim Nurejew-Wettbewerb in Budapest; 1999 nahm er am Japanischen Ballettwettbewerb in Nagoja teil und gewann den 3. Preis. Er tanzte schon vor seinem ersten professionellen Engagement bei Gala-Abenden, u.a. 1997 und 1998 bei der Birgit-Keil-Stiftung in Ludwigsburg, 1998 beim Gala-Abend anlässlich der Verleihung des Deutschen Tanzpreises an Birgit Keil, 1999 im Kreml-Palast in Moskau mit dem Jeune Ballet de France und 1999 bei der Nurejew-Gedächtnis-Gala in Budapest.

Im Frühling 2003 wurde ihm in Moskau die höchste Auszeichnung der Tanzwelt zuteil, als eine internationale Jury den Prix Benois de la Danse in der Kategorie "Bester männlicher Tänzer" an ihn verlieh.

Seit der Spielzeit 1999/2000 ist Lukáš Slavický beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Zunächst noch als Gruppentänzer, übernahm er schon bald erste Soloaufgaben im Pas de six in Giselle und als Vogel-Geist in John Neumeiers A Cinderella Story. Zu Beginn der Spielzeit 2000/2001 debütierte er gleich als Romeo in Crankos Romeo und Julia, und nachdem er diese Aufgabe glänzend bewältigt hatte, übertrug Ivan Liška ihm den Prinzen in Neumeiers A Cinderella Story; beides zunächst an der Seite von Anna Villadolid. Lucinda Childs kreierte für Lukáš Slavický 2001 eine Hauptpartie in Händel/Corelli. Im Dezember 2001 tanzte er zum ersten Mal den Jean de Brienne in Raymonda.

Mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 wurde er folgerichtig zum Solisten ernannt und tanzte im September auf dem Venedig-Gastspiel den Basilio in Don Quijote mit Maria Eichwald als Kitri. Danach erarbeitete er sich die Partie des Lenski in Crankos Onegin sowie den Lysander in Neumeiers Ein Sommernachtstraum. Des Weiteren tanzte er eine Solo-Partie in John Neumeiers Jupiter-Sinfonie und in After Dark von Jacopo Godani. Zu Beginn der Spielzeit 2003/04 ernannte Ivan Liška ihn zum Ersten Solisten. Er erweiterte sein Repertoire um Günther in Der Nussknacker (John Neumeier), Prinz Désiré, den Blauen Vogel und Pas Fabergé in Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Liška), den Bräutigam in Svadebka (Jiří Kylián), das Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine), Solo (Hans van Manen), The second detail (W. Forsythe) und Apartment (Mats Ek).

Debut 2004/2005
Limb's Theorem (W. Forsythe)
Agon (G. Balanchine)
Five Tangos (H. van Manen)
Solo (H. van Manen)

Debut 2005/2006
Ricercare (Solo von I. Liska), Kreation für die Terpsichore-Gala V
Octavian in Die silberne Rose (G. Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana)
My Way (S. Thoss)

Debut 2006/2007
Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Ferdinand in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)

Debut 2008/2009
Benvolio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Goldener Sklave in Shéhérazade (M. Fokine)
Armand und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation

Debut 2009/2010
Hilarion in Giselle - Mats Ek (M. Ek)

Debut 2010/2011
Man 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Petruccio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Graf Alexander in Illusionen wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Frühlingsstimmen (F. Ashton)
Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)
1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Colas in La Fille mal gardée (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Solor in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)
1. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Prometheus in Helden (T. Kohler)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2013/2014
Konzert für Violine und Orchester (A. Barton)

Lukas Slavický Foto: S. Kletzsch

 



Solist 2

Tigran Mikayelyan

Erster Solist

Tigran Mikayelyan wurde in Yerevan/ Armenien geboren. Hier begann er seine Tanzausbildung 1989 an der Armenischen Ballettschule Erewan, bevor er 1997 an die Schweizerische Ballettberufsschule SBBS in Zürich wechselte, in der er Stipendiat der Nurejew-Stiftung war. Sein erstes Engagement trat er 1998 beim Zürcher Ballett an, in dem er 1999 zum Halbsolisten und 2003 zum Solisten ernannt wurde. Hier tanzte er das gesamte Repertoire von Heinz Spoerli sowie die Rolle des Dorkon in Daphnis und Chloé, den Solo-Boy in Rubies, in Hans van Manens Solo und dessen Große Fuge sowie Allegro Brillante von George Balanchine.

Seit der Spielzeit 2005/2006 ist er als Solist beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Sein Debüt gab er im Rahmen des China-Gastspiels im Oktober 2005 in Shanghai als Béranger in Raymonda (R. Barra). Seinen ersten Auftritt im Nationaltheater hatte er als Goldenes Idol in La Bayadère (P. Bart). Es folgten der Bauern-Pas de deux in Giselle (P: Wright), sowie Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko), mit dem er auch beim Staatsballett-Gastspiel in Venedig (September 2006) einen großen Erfolg feierte. Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde Tigran Mikayelyan zum Ersten Solisten befördert.

Im Jahr 1997 gewann er den armenischen Ballettwettbewerb "Amadeus" und nur ein Jahr später beim Prix de Lausanne den Prix Niveau Professionell.
Im Frühjahr 2007 wurde Tigran Mikayelyan von seinem Heimatland zum "Honoured Artist of Armenia" ernannt, die höchste Auszeichung, die Künstlern seines Landes zuteil werden kann. Im Sommer 2007 erhielt er zudem den Theaterpreis des Münchner Merkurs. Mit der Partie des Ali in Le Corsaire wurde er im selben Jahr für den FAUST Theaterpreis nominiert.

Debut 2006/2007
Elemental (J. Godani)
Limb's Theorem (W. Forsythe)
Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Ali und Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)
Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Antonio in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge  (H. v. Manen)
Solor in La Bayadère (Bart)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Erste Variation in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Des Grieux und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylian), Kreation
Faun in L'après-midi d'un faune (V. Nijinsky)
Béranger in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Lenski in Onegin (J. Cranko)
Abderakhman in Raymonda (M. Petipa)
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Der erste Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2010/2011
Man 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Prinz Désire in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Petrucchio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
2. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Theseus/Oberon in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Anführer des Männertanzes in Le Sacre du printemps (M. Wigman)

Tigran Mikayelyan. ©Sascha Kletzsch

 



Solist 3

Javier Amo

Erster Solist

Javier Amo, geboren in Bilbao, erhielt seine Ballettausbildung an der Jon Beitia-Schule in seiner Heimatstadt sowie an der John-Cranko-Schule in Stuttgart.
Mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 wurde er als Eleven am Stuttgarter Ballett engagiert und ein Jahr später ins Corps de ballet übernommen. Dort wurde er in allen wichtigen Produktionen des klassischen und modernen Repertoires eingesetzt und übernahm solistische Partien u.a. in Balanchines Symphony in C, Marguerite Donlons Somewhere Between Remembering and Forgetting, Daniela Kurz' Paper Scissors Stone und Christian Spucks Nocturne, in Jerome Robbins' Dances at a Gathering, Hans van Manens Große Fuge, sowie den Benvolio in Crankos Romeo und Julia.

Mit Beginn der Spielzeit 2005/2006 kam Javier Amo als Mitglied des Corps de ballet zum Bayerischen Staatsballett. 2007/2008 folgte die Beförderung zum Halb-Solisten und 2009/2010 zum Solisten.
Mit Beginn der Spielzeit 2014/15 tanzt er als Erste Solist an der Spitze des Staatsballetts.

Debut 2005/2006
Benvolio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Limbs Theorem (W. Forsythe)
Pas de six in Giselle (P. Wright)
Grand Pas und Männervariation in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Solo (H. van Manen)
Pas de six und russischer Tanz in Schwanensee (R. Barra)
Lied von der Erde (K. MacMillan)
Birbanto in Le Corsaire (I. Liška, M. Petipa)
Blauer Vogel in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Ferdinand in Der Sturm (J. Mannes)
Große Fuge (H. van Manen)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)
Benno in Schwanensee (R. Barra)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Béranger in Raymonda (M. Petipa)
Solo (H. van Manen)

Debut 2009/2010
Albrecht in Giselle - Mats Ek (M. Ek)
Chaconne (J. Limón)

Debut 2010/2011
Französischer Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Lenski in Onegin (J. Cranko)
Kavalier in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Pepe in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
1. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
3. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Birthday Offering (F. Ashton)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Demetrius in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Ein Jüngling in Le Sacre du printemps (M. Wigman)
Javier Amo Gonzalez.©Sascha Kletzsch

 



Solist 4

Maxim Chashchegorov

Solist

Der gebürtige Russe absolvierte seine Tanzausbildung an der St. Petersburger Ballettakademie und wurde direkt nach seinem Abschluss in das Corps de ballet des Marijinsky Balletts übernommen. Dort wurde er mit zahlreichen tragenden Rollen betraut, z.B. dem Prinz Siegfried bzw. Rotbart in Schwanensee oder dem Blauen Vogel in Dornröschen. Er war in den Vier Temperamenten (G. Balanchine) und verschiedenen Choreographien William Forsythes zu sehen.

Nach einem ersten Gastauftritt als Blauer Vogel im Frühjahr 2007 trat er mit der Spielzeit 2007/2008 sein Engagement als Halbsolist beim Bayerischen Staatsballett an. Zu Beginn der Saison 2009/2010 wurde er zum Solisten ernannt.

Debut 2007/2008
Pas de six und Spanischer Tanz in Schwanensee (R. Barra)
Solo-Paar im 2. Satz von Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Weißes Paar in Katalyse (J. Cranko)
Alonso in Der Sturm (J. Mannes)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Graf Paris in Romeo und Julia (J. Cranko)
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)
Benno in Schwanensee (R. Barra)
Des Grieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Bernard in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Bernard de Ventadour in Raymonda (M. Petipa)
Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe)
Der russische Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko), Pas de deux

Debut 2010/2011
Erster Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Prinz Désiré in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Eduardo in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Erster Solist in Scènes de ballet (F. Ashton)
Günther in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Der Mann im Schatten in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
2. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)

Debut 2012/2013
4. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Solor, ein Krieger in La Bayadère (Marius Petipa, Patrice Bart)
Birthday Offering (F. Ashton)

 


The Moor's Pavane

José Limón

Musikalische Leitung

Robertas Šervenikas

Robertas Šervenikas, studierte Dirigieren am Konservatorium in St. Petersburg. 1993 begann er mit dem Nationalen Litauischen Sinfonieorchester in Vilnius zu arbeiten und ist nun sein erster Gastdirigent. Ab 1997 wurde er wiederholt zum Evian Festival/Frankreich eingeladen, wo er die Philharmonie der Nationen, sowie das Orchestra Synfonica di Milano Giuseppe Verdi mit Mstislav Rostropovich als Solisten zu leiten. Seit dieser Zeit dirigierte Šervenikas das Nationale Litauische Sinfonieorchester auf Tourneen nach Deutschland, Frankreich, Niederlande, Schweden, Finnland, Estland und Lettland. Er machte sich besonders um die Uraufführung litauischer Komponisten verdient und zählt zu den talentiertesten litauischen Dirigenten seiner Generation. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Robertas Šervenikas den Litauischen Nationalpreis und ist Gastdirigent des Litauischen Kammerorchesters. Im Februar 2008 wurde Šervenikas zum Musik-Direktor des litauischen Nationaltheaters für Oper und Ballett (LNOBT) ernannt.

Mit der musikalischen Leitung des Violakonzerts von Sofia Gubaidulina beim Bayerischen Staatsballett gab er im April 2008 sein Debut als Dirigent des Bayerischen Staatsorchesters. Die Zusammenarbeit wurde in der Spielzeit 2008/2009 in größerem Rahmen fortgesetzt, als Šervenikas das Ballett Der Sturm dirigierte, eine Partitur, die den 1. und 4. Satz von Bruckners Vierter Sinfonie, Sibelius 7. Sinfonie und die Sturm-Tondichtungen von Sibelius und Tschaikowsky umfasst. Daneben weitete er seine Arbeit am Nationaltheater in Vilnius aus mit Opern- und Ballettdirigaten (u.a. Boris Godunow).
In der Spielzeit 2012/13 übernimmt Robertas Šervenikas die musikalische Leitung für Forever Young beim Bayerischen Staatsballett.
Robertas Servenikas

 



Kostüme

Pauline Lawrence


 

 



Choreographie

José Limón

geb. 12.1.1908 in Culiacán, Mexiko, gest. 2.12.1972 in New Jersey. Kam als Siebenjähriger in die USA, begann mit 20 Jahren Malerei zu studieren und entschloss sich nach einem Tanzabend von Kreutzberg-Georgi Tänzer zu werden. Studierte bei Doris Humphrey und Charles Weidmann, debütierte 1928 in New York, tanzte dann in der Gruppe Humphrey-Weidmann und begann 1931 seine ersten Stücke zu choreographieren. Sein erster Gruppentanz Danza de la Muerte (Musik: H. Clark) entstand für die Bennington School of Dance. Es folgten 1939 die Danzas mexicanas (Musik: L. Nowak) und 1940 War Lyrics (Musik: E. Williamson); von daher datiert seine Zusammenarbeit mit der Tänzerin May O' Donnell, mit der er erfolgreiche Tourneen unternahm. Er heiratete 1942 seine Kostümbildnerin Pauline Lawrence und choreographierte Chaconne in d- Moll  (Musik: J.S. Bach).
Nach seiner Militärzeit (1943-45) studierte er noch akademischen Tanz und gab eine Reihe von Duo-Abenden mit Beatrice Seckler und Dorothy Bird. 1947 gründete er seine José Limón American Dance Company, die sich mit ihrem Debüt in New York zugleich als eine der wichtigsten Gruppen des Modern Dance etablierte. Mit Doris Humphrey als künstlerischer Kodirektorin und Pauline Korner, R. Currier, B. Jones und L. Hoving sowie ihm selbst in vielen Hauptrollen schuf er seine bedeutendsten Werke, u.a. The Moor's Pavane (Musik: Purcell, 1949), La Malinche (Musik: N. Lloyd, 1949), The Exiles (Musik: Schönberg, 1950), The Traitor (Musik: G. Schuler, 1954), There is a Time (Musik: N. Dello Joio, 1956), The Emperor Jones (Musik: H. Villa Lobos, 1956), Missa Brevis (Musik: Kodály, 1958), My Son, My Enemy (Musik: Faine, 1965), The Winged (Musik: H. Johnson, 1966), Psalm (Musik: E. Lester, 1967), Comedy (Musik: J. Wittmann, 1968), und The Unsung (ohne Musik, Juilliard Dance Ensemble, 1970). Limóns Kompagnie konnte auch nach seinem Tode 1972 ihren Rang als stilbildendes modernes Ensemble behaupten. Sie wird seit 1978 von Carla Maxwell geleitet.José Limón begeisterte die Welt mit seinem dynamischen, maskulinen Bewegungsstil und dramatischer Choreographie. 1928, als er nach New York kam, wo er seine erste Tanzvorstellung sah, sagte Limón: "Was ich gesehen habe, hat einfach und unumstößlich mein Leben verändert. Ich sah den Tanz als Erscheinung von unbeschreiblicher Kraft. Ein Mann kann mit Würde und überragende Majestät tanzen… tanzen wie Michelangelos Erscheinungen und so wie die Musik von Bach tanzt."
José Limon

 



Einstudierung

Sarah Stackhouse

Sarah Stackhouse wurde im Mittleren Westen der USA geboren. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie in Michigan, bis ihre Familie in einen Vorort von New York umzog.
Sie begann ihre moderne Tanzausbildung an einer lokalen Tanzschule. Ein Stipendium ermöglichte ihr die Teilnahme am American Dance Festival (ADF) am Connecticut College, einem sechswöchigen Sommerkurs bei Martha Graham und José Limón.
Es folgte ein Studium im Hauptfach Tanz an der Hochschule in Wisconsin, die diesen Studiengang als erste amerikanische Universität anbot. Die Lehrer und Künstler, die Sarah Stackhouse am meisten prägten waren José Limón, Merce Cunningham und Antony Tudor.
1958 wurde sie Mitglied der José Limón Dance Company, tanzte bis 1969 als erste Solistin sowie auch als Partnerin von José Limón und arbeitete auch als seine Assistentin an der Julliard School. Sie war abwechselnd auch Mitglied des American  Dance Theatre im Lincoln Center, des Alvin Ailey American Dance Theatre, Louis Falco and Featured Dancers, "The Workgroup" von Daniel Nagrin und Annabelle Gamson Dance Solos. 1969 verließ sie die Vereinigten Staaten und zog nach Italien. 1972 kehrte Sarah Stackhouse nach Amerika zurück, um an der State University von New York zu unterrichten und als freischaffende Tänzerin zu arbeiten. Sie unterrichtete an der Juillard School, dem American Dance Festival und dem Conservatory of Dance im Purchase College. Als Kulturbeauftragte des amerikanischen Außenministeriums hielt sie Vorträge und Kurse in Rom, Perugia und Florenz.
Essays von Sarah Stackhouse sind erschienen in "East Meets West in Dance", "Voices in the Cross-Cultural Dialogue", "José Limón: The Artist Reviewed" und "José Limón and La Malinche". Ihr Dokument "The Moor’s Pavane: Notes on the Characters, Casting and Scenes" ist in der Labannotation des Werkes inbegriffen.

Heute wirkt sie als eine der wichtigsten Ballettmeisterinnen, die sich der Einstudierung von José Limón Balletten bei Compagnien auf der ganzen Welt widmet.
Beim Bayerischen Staatsballett war sie zum ersten Mal für die Einstudierung von Limóns "Chaconne" engagiert, die sie 1998 mit Judith Turos und Udo Kersten, zehn Jahre später mit Javier Amo erarbeitete.
 

 



Musik

Henry Purcell


 

 



arrangiert von

Simon Saddoff


 

 



Der Mohr

Léonard Engel

Solist

Léonard Engel ist gebürtiger Franzose und besuchte die Ballettschule der Pariser Oper. Im letzten Ausbildungsjahr tanzte er in Cinderella  im Ballett der Pariser Oper.  Anschließend bekam er 2005 sein erstes Engagement beim Victor Ullate Ballet Madrid und blieb dort für drei Spielzeiten.

Seit der Spielzeit 2008/2009 war Léonard als Gruppentänzer beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Im Juli 2012 folgte die Ernennung zum Halbsolisten.
Mit Beginn der Spielzeit 2014/15 wurde er zum Solisten ernannt.

Debut 2010/2011
Pan in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
1. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2011/2012
Hortensio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
1. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Der Mohr in The Moor's Pavane (José Limón)
Birthday Offering (F. Ashton)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Lysander in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Benvolio in Romeo und Julia (J. Cranko)


Léonard Engel in der NDR-Reportage 7 Tage...
Léonard Engel.©Sascha Kletzsch

 



Seine Frau

Séverine Ferrolier

Solistin

Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz.

Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda.

Debut 2005/2006
Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy)
Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart)
Clémence in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska)
Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Henriette in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2010/2011
Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek)
Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Five Brahms Waltzes In The Manner Of Isadora Duncan (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)
Athena Parthenos in Helden (T. Kohler)

Debut 2013/2014
Gräfin Capulet in Romeo und Julia (J. Cranko)
Séverine Ferrolier.©Sascha Kletzsch

 



Der Freund

Tigran Mikayelyan

Erster Solist

Tigran Mikayelyan wurde in Yerevan/ Armenien geboren. Hier begann er seine Tanzausbildung 1989 an der Armenischen Ballettschule Erewan, bevor er 1997 an die Schweizerische Ballettberufsschule SBBS in Zürich wechselte, in der er Stipendiat der Nurejew-Stiftung war. Sein erstes Engagement trat er 1998 beim Zürcher Ballett an, in dem er 1999 zum Halbsolisten und 2003 zum Solisten ernannt wurde. Hier tanzte er das gesamte Repertoire von Heinz Spoerli sowie die Rolle des Dorkon in Daphnis und Chloé, den Solo-Boy in Rubies, in Hans van Manens Solo und dessen Große Fuge sowie Allegro Brillante von George Balanchine.

Seit der Spielzeit 2005/2006 ist er als Solist beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Sein Debüt gab er im Rahmen des China-Gastspiels im Oktober 2005 in Shanghai als Béranger in Raymonda (R. Barra). Seinen ersten Auftritt im Nationaltheater hatte er als Goldenes Idol in La Bayadère (P. Bart). Es folgten der Bauern-Pas de deux in Giselle (P: Wright), sowie Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko), mit dem er auch beim Staatsballett-Gastspiel in Venedig (September 2006) einen großen Erfolg feierte. Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 wurde Tigran Mikayelyan zum Ersten Solisten befördert.

Im Jahr 1997 gewann er den armenischen Ballettwettbewerb "Amadeus" und nur ein Jahr später beim Prix de Lausanne den Prix Niveau Professionell.
Im Frühjahr 2007 wurde Tigran Mikayelyan von seinem Heimatland zum "Honoured Artist of Armenia" ernannt, die höchste Auszeichung, die Künstlern seines Landes zuteil werden kann. Im Sommer 2007 erhielt er zudem den Theaterpreis des Münchner Merkurs. Mit der Partie des Ali in Le Corsaire wurde er im selben Jahr für den FAUST Theaterpreis nominiert.

Debut 2006/2007
Elemental (J. Godani)
Limb's Theorem (W. Forsythe)
Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Romeo in Romeo und Julia (J. Cranko)
Ali und Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)
Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)

Debut 2007/2008
Antonio in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge  (H. v. Manen)
Solor in La Bayadère (Bart)
Adagio Hammerklavier (H. v. Manen)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Erste Variation in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Des Grieux und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylian), Kreation
Faun in L'après-midi d'un faune (V. Nijinsky)
Béranger in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2009/2010
Lenski in Onegin (J. Cranko)
Abderakhman in Raymonda (M. Petipa)
Pas de deux 1 in Artifact (W. Forsythe)
Der erste Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2010/2011
Man 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Briaxis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Prinz Désire in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Petrucchio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
3. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
2. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Theseus/Oberon in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Anführer des Männertanzes in Le Sacre du printemps (M. Wigman)

Tigran Mikayelyan. ©Sascha Kletzsch

 



Dessen Frau

Emma Barrowman.

Demi-Solo

Emma Barrowman wurde in Sherbrook/Kanada geboren. Sie erhielt ihre Ausbildung an der Royal Winnipeg Ballet School und sammelte wichtige Erfahrungen beim Cannes Jeune Ballet unter der Leitung von Monique Loudières. Bei der Royal Winnipeg Ballet Company tanzte sie unter anderem in Schwanensee, Nußknacker und The Magic Flute von Mark Godden.

Im Herbst 2006 begann sie als Volontärin beim Bayerischen Staatsballett. Ein Jahr später wurde sie ins Corps de ballet übernommen und wurde zur Spielzeit 2010/2011 zur Halbsolistin ernannt.

Debut 2006/2007
Solo in Chamber Symphony (Childs)

Debut 2008/2009
Cambio d'abito (S. Sandroni), Kreation 
Odaliske in Shéhérazade (M. Fokine)
Myrtha in Once Upon An Ever After (T. Kohler)
Zugvögel (J. Kylian), Kreation

Debut 2009/2010
Other Person in Artifact (W. Forsythe)
Bathilde und Myrtha in Giselle - Mats Ek (M. Ek)

Debut 2010/2011
Nymphe in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Frau 1 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)

Debut 2011/2012
Das Mädchen in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)

Debut 2012/2013
Die Frau des Freundes in The Moor's Pavane (José Limón)
Athena Parthenos in Helden (T. Kohler)
BIPED (M. Cunningham)
Emma Barrowman Foto: Sascha Kletzsch