Exits and Entrances - Biographien

Unitxt. Ensemble. © Wilfried Hösl Unitxt Katherina Markowskaja und Léonard Engel Foto: Wilfried Hösl Ensemble in BIPED Foto Wilfried Hösl

Exits and Entrances

Merce Cunningham /
Richard Siegal

BIPED / Unitxt
Musik von Gavin Bryars Biped / Carsten Nicolai, alva noto unitxt'
Prinzregententheater

Münchner Opernfestspiele 2013
Freitag, 28. Juni 2013

BIPED (1999)

Merce Cunningham
Richard Siegal

Choreographie

Merce Cunningham

Merce Cunningham (1919-2009) war eine der führenden künstlerischen Persönlichkeiten des  20. Jahrhunderts und einer der wichtigsten und innovativsten Choreographen seiner Zeit.

Er wurde am 16. April 1919 in Centralia, Washington, geboren. Mit 11 Jahren begann er Stepptanz an einer Ballettschule in seiner Heimatstadt zu lernen. Nach dem Schulabschluss ging er nach Seattle und nahm am Cornish College of the Arts Schauspielunterricht, wechselte dann aber zum Tanzunterricht bei Bonnie Bird, einer ehemaligen Tänzerin von Martha Graham.
Im Alter von 20 Jahren begann er seine professionelle Tänzerlaufbahn mit einer sechsjährigen Anstellung als Solist in der Martha Graham Dance Company. Bereits 1942 entwickelte er eigene Choreographien zu Musik von John Cage, der auch sein Arbeits-und Lebenspartner bis zu dessen Tod im Jahre 1992 war. Diese Zusammenarbeit hat Cunninghams Arbeit in größtem Maße geprägt.
1953 gründete er die Merce Cunningham Dance Company, für die im wesentlichen John Cage und David Tudor die Musik schrieben. Zehn Jahre später brachte eine sechsmonatige Welttournee die Bestätigung der nun mehr erreichten internationalen Bedeutung der Compagnie. Im Laufe seiner 70 jährigen Karriere choreographierte Cunningham mehr als 150 Tanzwerke.
Viele seiner Tänzer setzten sich nach ihrer Karriere an die Spitze eigener Compagnien, u.a. Paul Taylor, Trisha Brown, Lucinda Childs, Karole Armitage und Jonah Bokaer.
Cunningham war auch ein Wegbereiter der  Anwendung neuer Verfahrenstechniken in der Kunst des Tanzes, was ein Zeugnis seiner lebenslangen Leidenschaft für Neuerung und Erkundung ist. Der Gebrauch von Computerprogrammen in seinen experimentellen und innovativen Choreographien ist keine Seltenheit. Außerdem beschränkte er sich nicht nur auf traditionelle Spielstätten, sondern zeigte seine Choreographien auch in Museen, Stadien und öffentlichen Plätzen. Seine Werke finden sich heutzutage im Repertoire von zahlreichen Ballett – und Modern Dance –Compagnien in der ganzen Welt. In Deutschland ist das Bayerische Staatsballett, wie so oft Pionier.

Cunningham ist Träger vieler Auszeichnungen und erhielt u. a. 2005 den „Nobelpreis der Künste“ (Praemium Imperiale).
Er starb am 26. Juli 2009 in New York.
Merce Cunningham. ©Annie Leibovitz

 



Musik

Gavin Bryars

Komponist

Gavin Bryars stammt aus Goole, England. Die Vielseitigkeit seiner Arbeit, die Verbindung bildender Kunst mit multi-media Elementen, unkonventionelle Arbeitsmethoden und die kreative Zusammenarbeit mit anderen Komponisten zeichnen ihn als einen wichtigen Künstler des Übergangs zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert aus. Durch die Zugänglichkeit seiner stets innovativen Kompositionen genießt er außerdem hohe Popularität - nicht nur in der Fachwelt.  Gavin Bryars studierte Philosophie an der Universität von Sheffield und trat regelmäßig mit seinen Partnern Derek Bailey und Tony Oxley im Jazzimprovisationstrio „Joseph Holbrooke“ auf.  Ende der 1960er Jahre studierte er unter John Cage in den USA, bevor er eine Professur für schöne Künste am Portsmouth College of Art annahm.  Hier komponierte er  1969 „The Sinking of the Titanic“ – ein umfangreiches Werk, das das Drama des Untergangs der Titanic durch Hinzufügen von immer mehr Instrumenten und Klangvolumen spürbar machte. Sein zweites Stück, „Jesus' Blood Never Failed Me Yet" (1971), baut sowohl konzeptionell wie akustisch auf Gesangszeilen eines Obdachlosen auf. Die leicht schief gesungene Strophe aus dem gleichnamigen Hymnus wird in einer Endlosschleife wiederholt und zunehmend mit komplexen orchestralen Sätzen hinterlegt. William Forsythe choreographierte darauf sein geniales Ballett „Quintet“. Gavin Bryars war Mitbegründer der „Portsmouth Sinfonia“, in der enthusiastische Musikamateure neben erfahrenen Profis Konzerte spielten. 1981 gründete er das „Gavin Bryars Ensemble“, schrieb 1984 eine Version von „Medea“ für die Opéra de Lyon sowie 1988 sein erstes Auftragswerk für das berühmte Hilliard Ensemble, mit dem er künstlerisch eng verbunden blieb. Er leistete außerdem einen musikalischen Beitrag zur Eröffnung der Tate Galery Liverpool. Weitere Auftragswerke für das BBC Symphony Orchestra („The War in Heaven, 1993) und die English National Opera („Doctor Ox's Experiment“, 1998) folgten. Merce Cunningham begleitete Bryars ab 1999 mit seinem Ensemble auf alle Gastspielorte, um BIPED live zu spielen.

 



Bühne

Shelley Eshkar


 

 



Bühne

Paul Kaiser


 

 



Kostüme

Suzanne Gallo


 

 



Licht

Aaron Copp


 

 


Unitxt


Choreographie

Richard Siegal

Der Tänzer und Choreograf Richard Siegal sucht, in Zusammenarbeit mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen, dem zeitgenössischen Tanz ein neues Gesicht zu geben. Im Jahr 2005 gründete er The Bakery, eine Plattform mit Sitz in Berlin und Paris, die es Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern,  Architekten und Softwareentwicklern ermöglicht, in einen kreativen Austausch zu treten und gemeinsam Projekte zu realisieren. Wichtiges Element dieser Projekte ist die von Siegal entwickelte If-then-Methode, die Choreografien auf logische Gleichungen aus Naturwissenschaft und Technik zurückführt.

Richard Siegals stellte seine innovativen Projekte auf Festivals in der ganzen Welt vor und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem New York Dance and Performance Bessie Award, dem S.A.C.D. Prize und dem Deutschen Theaterpreis Der Faust.
Er arbeitete als Choreograph für das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das Bennington College (Vermont, USA) und das Baryshnikov Arts Center (New York City, USA). Als Fakultätsmitglied des American Dance Festival kuratiert er das jährlich stattfindende Forsythe Festival, nicht zuletzt weil er zwischen 1997 und 2004 selbst im Ensemble Forsythes in Frankfurt tanzte.

Derzeit studiert Siegal mit der Junior Company des Bayerischen Staatsballetts The New 45 ein. Für die Spielzeit 2012/2013 ist eine weitere Kooperation mit dem Ensemble geplant. Siegal wird eigens ein Ballett kreieren, das zusammen mit Cunningham's Biped aufgeführt wird.
Richard Siegal

 



Musik

Carsten Nicolai


Carsten Nicolai ist Bildender Künstler, Komponist und Musiker und wurde 1965 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin und Chemnitz. Von wissenschaftlichen Referenzsystemen inspiriert, setzt er sich unter anderem mit mathematischen und kybernetischen Mustern wie Grids und Codes, Fehler-und Zufallsstrukturen sowie dem Phänomen der Selbstorganisation auseinander, wobei er die Grenzen zwischen den verschiedenen künstlerischen Genres zu überwinden sucht. Nicolai erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. Giga-Hertz-Preis, Karlsruhe (2012), Villa Massimo, Rom (2007), Zurich Prize, Basel (2007), Villa Aurora, Los Angeles (2003), Goldene Nica, Ars Electronica, Linz (2000), F6-Philip Morris Graphik-Preis, Dresden (2000). Seine Arbeiten wurden in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen renommierter Galerien und Museen präsentiert und fanden Aufnahme in bedeutende private und öffentliche Sammlungen. Unter den Pseudonymen noto und alva noto veröffentlichte Nicolai eine umfangreiche Anzahl von Tonträgern, welche er bei zahlreichen Live-Performances in nationalen und internationalen Konzerthäusern, Clubs und Museen präsentiert hat. Dabei kooperierte er mit bedeutenden Komponisten und Musikern, u.a. Ryuichi Sakamoto, Blixa Bargeld, Ryoji Ikeda, Michael Nyman, Mika Vainio, Olaf Bender + Frank Bretschneider (signal), sowie mit diversen Orchestern für moderne Musik, u.a. Ensemble Modern, bcn 216 und zeitkratzer.http://www.carstennicolai.de/
http://www.alvanoto.com/

 



Objekte

Konstantin Grcic

Konstantin Grcic wurde 1965 in München geboren. Nachdem er seine Lehre zum Möbelschreiner in Großbritannien beendet hatte, studierte er Industriedesign im MA-Studium in London. Nach seinem Abschluss arbeitete er bei Jasper Morrison, einem englischen Produkt- und Möbeldesigner. 1991 gründete er das Unternehmen Konstantin Grcic Industrial Design (KGID) in München. Die Arbeit des Büros umfasst sowohl das Design von Möbeln und industriell hergestellten Produkten als auch Ausstellungsgestaltung und Interior Design. KGID ist für einige der führenden Marken der Designindustrie tätig. Viele Produkte wurden mit internationalen Design-Preisen ausgezeichnet und sind Bestandteil der ständigen Sammlungen einiger der weltweit renommiertesten Museen.

Bekannt für seine reduzierten Entwürfe wird Konstantin Grcic oft als Minimalist bezeichnet. Er selbst bevorzugt den Begriff der Einfachheit. Die auf den Menschen zugeschnittene Definition von Funktion wird von einer Mischung aus formaler Strenge, intellektuellem Scharfsinn und einer gewissen Ironie bestimmt. Grcics Begeisterung für neue Technologien und Materialien spielen bei seinen Entwürfen ebenso eine Rolle wie design- und architekturhistorische Bezüge.

Neben einer Reihe von Publikationen, finden sich die Entwürfe Grcics auch in Ausstellungen, Projekten und Sammlungen wieder. So wurden KGID-Ideen unter anderem bereits ins Paris, New York, Zürich oder Chicago exponiert. Für seine Produkte und Werke erhielt Grcic zahlreiche Auszeichnungen, wie beispielsweise 2010 den „Designer of the Year Award“ in den USA oder 2011 den "XIX Compasso d'Oro" für den Stuhl MYTO in Italien. Sein jüngstes Projekt ist die Gestaltung des Ausstellungsdesigns für den Deutschen Pavillon bei der Architekturbiennale in Venedig in diesem Jahr. Unter dem Motto "Reduce – Reuse - Recycle" entwarf Grcic zusammen mit dem Generalkommissar und Kurator des deutschen Pavillons, Muck Petzet, die Ausstellungsarchitektur.
Konstantin Grcic. ©Markus Jans

 



Licht/Projektion

Richard Siegal

Der Tänzer und Choreograf Richard Siegal sucht, in Zusammenarbeit mit Künstlern unterschiedlichster Disziplinen, dem zeitgenössischen Tanz ein neues Gesicht zu geben. Im Jahr 2005 gründete er The Bakery, eine Plattform mit Sitz in Berlin und Paris, die es Tänzern, Musikern, bildenden Künstlern,  Architekten und Softwareentwicklern ermöglicht, in einen kreativen Austausch zu treten und gemeinsam Projekte zu realisieren. Wichtiges Element dieser Projekte ist die von Siegal entwickelte If-then-Methode, die Choreografien auf logische Gleichungen aus Naturwissenschaft und Technik zurückführt.

Richard Siegals stellte seine innovativen Projekte auf Festivals in der ganzen Welt vor und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem New York Dance and Performance Bessie Award, dem S.A.C.D. Prize und dem Deutschen Theaterpreis Der Faust.
Er arbeitete als Choreograph für das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, das Bennington College (Vermont, USA) und das Baryshnikov Arts Center (New York City, USA). Als Fakultätsmitglied des American Dance Festival kuratiert er das jährlich stattfindende Forsythe Festival, nicht zuletzt weil er zwischen 1997 und 2004 selbst im Ensemble Forsythes in Frankfurt tanzte.

Derzeit studiert Siegal mit der Junior Company des Bayerischen Staatsballetts The New 45 ein. Für die Spielzeit 2012/2013 ist eine weitere Kooperation mit dem Ensemble geplant. Siegal wird eigens ein Ballett kreieren, das zusammen mit Cunningham's Biped aufgeführt wird.
Richard Siegal