Der Nussknacker - Biographien

Der Nussknacker. Katherina Markowskaja, Tigran Mikayelyan. ©Wilfried Hösl Der Nussknacker. Ensemble. ©Wilfried Hösl Der Nussknacker. Ilia Sarkisov, Ensemble. ©Wilfried Hösl

Der Nussknacker

John Neumeier

Musik von Peter I. Tschaikowsky
Nationaltheater

Sonntag, 09. Dezember 2012

Inszenierung und Choreographie


John Neumeier. ©Steven Haberland
John Neumeier
Ihn interessiert der Mensch und seine Beziehungen, er spürt choreographisch dem nach, was mit Worten nicht (mehr) gesagt werden kann, und möchte der Musik durch den Tanz eine weitere Dimension geben. So formulierte John Neumeier einmal den Motor seines Schaffens, dem bisher über hundert Stücke zu verdanken sind: darunter Klassiker-Adaptionen wie Romeo und Julia, Der Nußknacker, Dornröschen und Illusionen – wie Schwanensee, die Menschen zeigen statt Märchenfiguren.

Er hat dem Ballett – ähnlich wie John Cranko – Weltliteratur erschlossen, schuf Die Kameliendame, eine Reihe Shakespeare-Ballette oder Endstation Sehnsucht (nach Tennessee Williams) und wagte sich mit seinem auf der klassischen Technik basierenden, aber durch moderne Bewegungen oder wie improvisiert wirkende Gesten aufgebrochenen Vokabular an Kompositionen, die bis dahin als ganz und gar nicht "vertanzbar" galten: Werke von Gustav Mahler, die Matthäus-Passion, Bachs Magnifikat, das Requiem von Mozart.

John Neumeier stammt aus Milwaukee, kam als einundzwanzigjähriger Tänzer 1963 ans Stuttgarter Ballett, begann zu choreographieren, wurde Ballettdirektor in Frankfurt und ging von dort 1973 nach Hamburg, wo er seitdem künstlerisch zu Hause ist. Hier hat er eine weltweit renommierte Kompanie aufgebaut, ein Ausbildungszentrum für den Nachwuchs eingerichtet und seine eigene, unverwechselbare Tanzsprache entwickelt.

Bühnenbild und Kostüme


Jürgen Rose
Jürgen Rose
Jürgen Rose, geboren in Bernburg/Saale, studierte an der Berliner Akademie der Bildenden Künste. Von 1961 bis 2001 wirkte er als Bühnen- und Kostümbildner für die Münchner Kammerspiele. Ab 1970 entwarf er Opernausstattungen in Wien, Hamburg, Stuttgart, Berlin, London, Paris, Mailand und New York sowie bei den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Von 1973 bis 2000 war er Ordentlicher Professor für Bühnenbild an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 1996 realisiert er auch als Regisseur eigene Operninszenierungen. Durch zahlreiche Arbeiten ist er mit der Bayerischen Staatsoper, dem Staatsballett und dem Bayerischen Staatsschauspiel verbunden. Zu sehen 2013/14: Le nozze di Figaro, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum, Così fan tutte, Die Zauberflöte, Der Nussknacker, Der Rosenkavalier.


Musikalische Leitung


Valery Ovsianikov
Valery Ovsianikov
1960 in Moskau geboren, wurde nach seinem Studium am St. Petersburger Konservatorium bei Prof. W.A. Fjedotow Dirigent am dortigen Mariinski-Theater.

Er ist häufiger Gastdirigent des Royal Ballet, London, des Königlich Schwedischen Balletts in Stockholm und des Finnischen Nationalballetts.

Dazu kommen Konzertverpflichtungen bei zahlreichen Orchestern, u.a. Symphonie San José, Philharmonie Rochester, Pacific SO, Mexico CityPO, in Turin, Ankara, Madrid, Frankfurt, Helsinki.

Außerdem obliegt ihm die musikalische Leitung der Vaganova Ballettakademie in St. Petersburg.

Sein Ballettrepertoire (Auszug):

Schwanensee, Dornröschen, Nußknacker, La Bayadère, Korsar, Don Quijote, Giselle, Romeo und Julia, Cinderella, Sylphide (Løvenskiold),
La Fille mal gardée
, Symphonie in C, Apollon Musaget.

Konsul Stahlbaum


Norbert Graf.©Sascha Kletzsch
Norbert Graf

Solist

Norbert Graf wurde in Köln geboren und erhielt dort seinen ersten Ballettunterricht an einer privaten Ballettschule. Mit 16 Jahren kam er an die Münchner Ballett-Akademie/Heinz-Bosl-Stiftung und ging 1989 nach seinem Diplom  zum Bayerischen Staatsballett, bei dem er bereits in der ersten Saison Soloaufgaben in Große Fuge (H. van Manen) und Die Folterungen der Beatrice Cenci (G. Bohner) übernahm. Seit 1994 ist Norbert Graf Solist.

Sein großes zeitgenössisches und klassisches Repertoire umfasst u.a. Hilarion in Giselle, Tybalt und Paris in Romeo und Julia (J. Cranko), Demetrius in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier), den Großen Brahmanen in La Bayadère, die Titelpartie in John Crankos Onegin, Fünf Tangos, Trois Gnossiennes, Nacht, Concertante, drei Stücke, Grosse Fuge, Lieder ohne Worte (H. van Manen), Bräutigam in Svadebka (J. Kylián), Fearful Symmetries (P. Martins), Artifact II (W. Forsythe), Albrecht in Mats Eks Giselle, Monsieur Duval und des Grieux in Neumeiers Kameliendame, Lehrer und Offizier in Shannon Rose (J. Vamos), Tambourmajor  in Woyzeck-Fragmente  (D. Bombana).

Norbert Graf kreierte Solopartien in Chamber Symphony und Hammerklavier von Lucinda Childs, die Partie des Rotbart in Ray Barras Schwanensee, den Mann von der See in Grand-Maîtres Emma B., den Vater in A Cinderella Story von John Neumeier, in Traumspiel (D. Bombana), in Feuervogel (A. Preljocaj), in Ecclesia (J. Grand-Maître). Er tanzte in der Münchner Premiere von Mats Eks Giselle den Albrecht, eine Partie, mit der er auch beim Gastspiel des Staatsballetts im Kirov-Theater St. Petersburg triumphierte. Außerdem ist Norbert Graf in Hauptpartien wie in Le Sacre du Printemps (S. Teshigawara), Artifact II und The second Detail (W. Forsythe), Intuition Blast (R.Jaroschinski), Boudoir (N. Musin)

In der Spielzeit 2001/2002 debütierte er auch als Petrucchio und Gremio in Crankos Der Widerspenstigen Zähmung. In Porträt John Neumeier  war er in allen drei Teilen prominent vertreten: Er tanzte Solopartien in Dämmern und Jupiter-Symphonie sowie den geheimnisvollen Er im Zentrum von In the Blue Garden. In Ivan Liškas Neuproduktion von Marius Petipas Dornröschen sah man ihn sowohl als die böse Fee Carabosse als auch als Kavalier im Pas Fabergé. Zuletzt hatte er in Porträt Mats Ek mit dem Fernseh-Solo in Apartment als Premierenbesetzung erneut einen großen Erfolg.
Norbert Graf wurde mehrmals in den vergangenen Jahren in Umfragen internationaler Zeitschriften als einer der herausragensten Tänzer Deutschlands genannt.

Im Juni 2002 trat Norbert Graf zum ersten Mal als Choreograph in der Reihe "Junge Choreographen" mit den Werken Loggia und Richard hervor. Loggia war daraufhin zweimal im Rahmen von Matineen der Heinz-Bosl-Stiftung im Nationaltheater zu sehen. In einer Inszenierung in einem italienischen Schloss als Film festgehalten, erhielt die Choreographie 2003 einen wichtigen amerikanischen Video-Preis. 2002 choreographierte er Il Combattimento di Tancredi e Clorinda und 2003, ebenfalls im Rahmen "Junge Choreographen", das Ballett Insections. Der Sommer 2006 brachte zwei neue Werke: Einen gemeinsamen Pas de deux mit Beate Vollack mit thematischem Bezug zu Frida Kahlo (uraufgeführt im Rahmen der Hypo-Vereinsbank-Nacht während der Opernfestspiele 2006) und ein Solo für Tigran Mikayelyan unter dem Titel Evolution. 2007 kreierte er Letter to Leroy zur Musik des amerikanischen Komponisten Andersen - das Stück wurde im Rahmen der "Heinz-Bosl-Matinee" am 29. April 2007 uraufgeführt.
2008 kreierte er den Pas de deux "Avedis" für die Heinz-Bosl-Matinee zur Feier des  30-jährigen Bestehens der Stiftung. 2010 betreute er als Ballettmeister die Uraufführung von "Wohin er auch blickt..." (J. Mannes).

Mit seiner Lebenspartnerin, der Ballettmeisterin Valentina Divina, hat er zwei Söhne.

Norbert Graf gehörte auch zum Leitungsteam des Projekts Anna tanzt I, das das Bayerische Staatsballett im Juli 2006 mit über 90 Schülern entwickelte und mit einer Vorstellungsserie in der Reithalle in München abschloss. 2011 gelangt "Young Horses Lounge II" zur Aufführung.

Im Frühjahr 2008 wurde Norbert Graf von Kunstminister Dr. Thomas Goppel zum Bayerischen Kammertänzer ernannt. Im selben Jahr erhielt er den Ballettpreis "Classique" der Heinz-Bosl-Stiftung.

Debut 2005/2006
Baron Ochs in Die silberne Rose (G. Murphy)
Elemental (J. Godani), Kreation

Debut 2006/2007
Lankedem in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška)

Debut 2007/2008
Gremin in Onegin (J. Cranko)
Gonzalo in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Cambio d'abito (S. Sandroni), Kreation

Debut 2008/2009
Schah Zeman in "Shéhérazade" (M. Fokine)

Debut 2009/2010
Seneschal in Raymonda (M. Petipa)
P.S. Norbert Graf - Schütze, Ascendent Skorpion (S. Sandroni)
Der Graf in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Prinz Désiré in Once Upon an Ever After (T. Kohler)

Debut 2010/2011
Prinz Leopold in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Bach in Vielfältigkeit - Formen von Stille und Leere (N. Duato)
Camacho in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Don Quijote in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Konsul Stahlbaum/ "La fille du Pharao" in Der Nussknacker (J. Neumeier)

Debut 2012/2013
Radscha in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)

Debut 2013/2014
Zettel in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Der Weise in Le Sacre du printemps (M. Wigman)


Frau Konsul Stahlbaum


Séverine Ferrolier.©Sascha Kletzsch
Séverine Ferrolier
Solistin

Séverine Ferrolier, geboren in Toulon/Frankreich, erhielt ihre Ausbildung im Centre de Danse Christiane Espitalier de La Valette. Im Anschluss daran tanzte sie an der Oper Toulon, beim Ballet National de Nancy unter Pierre Lacotte und beim English National Ballet in London. Von 1997 bis 2004 war sie beim Leipziger Ballett unter Uwe Scholz engagiert, seit 2002 als Solistin. Scholz kreierte für sie u.a. Rollen in Bruckner 8, das Solo Non, je ne regrette rien und eine Partie in der h-Moll-Messe. Daneben tanzte sie die Mathilde in Rot und Schwarz.

Mit der Spielzeit 2004/2005 trat Séverine Ferrolier ihr Engagement beim Bayerischen Staatsballett an. Bereits beim Athen-Gastspiel des Bayerischen Staatsballetts im Juni 2004 debütierte sie in Balanchines Brahms-Schönberg Quartett. Es folgten die Fliederfee in Dornröschen (M. Petipa/I. Liška), Olympia in Neumeiers Kameliendame sowie gewichtige Solopassagen in der Neuproduktion von Forsythes Limb's Theorem. In der Spielzeit 2005/2006 tanzte sie u.a. die Rekonstruktion des Anna Pavlova-Solos Die Nacht von Nikolai Legat und den Pas de quatre von Léonid Jacobson im Rahmen der Terpsichore Galas V und VI. 2007 kreierte sie in Jörg Mannes Der Sturm die Partie der Miranda.

Debut 2005/2006
Marschallin in Die silberne Rose (Graeme Murphy)
Erste und dritte Solovariation im Schattenakt in La Bayadère (P. Bart)
Clémence in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Zweiter Pas de deux in Century Rolls (D. Bombana)
Charlotte, Verlobte von Prinz Siegfried in Schwanensee (R. Barra)
Odaliske und Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Miranda in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Solopaar im 4. Satz in Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)
Violakonzert/II (M. Schläpfer), Kreation
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)

Debut 2008/2009
Mutter in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Dame in Blau in Les Biches (B. Nijinska)
Aurora in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation
Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Henriette in Raymonda (M. Petipa)

Debut 2010/2011
Bathilde, Myrtha in Gisella-Mats Ek (M.Ek)
Ballerina in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Pas de deux in Artifact (W. Forsythe)
Woman 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Lykanion in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Freudenmädchen in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Die Königinmutter in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)
Dulcinea in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Five Brahms Waltzes In The Manner Of Isadora Duncan (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Die Frau des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Solistin 2. Satz in Choreartium (L. Massine)
Athena Parthenos in Helden (T. Kohler)

Debut 2013/2014
Gräfin Capulet in Romeo und Julia (J. Cranko)

Marie, ihre Tochter


Gözde Özgür.©Sascha Kletzsch
Gözde Özgür

Demi-Solo

Gözde Özgür wurde in Ankara/Türkei geboren und erhielt ihre Ausbildung am Staatlichen Konservatorium Ankara. Mit 15 Jahren wechselte sie an die Ballettakademie Zürich und erhielt dort 2008 ihr Diplom.

Mit der Spielzeit 2008/2009 begann sie als Gruppentänzerin beim Bayerischen Staatsballett.
In Jiří Kyliáns Kreation Zugvögel tanzte sie eine Solovarition.
Ernennung zur Halbsolistin ab der Spielzeit 2011/12.

Debut 2009/2010
Mädchen in Grau in Les Biches (B. Nijinska)
Giselle in Giselle - Mats Ek (M. Ek)
Cello in Vielfältigkeit - Formen von Stille und Leere (N. Duato)

Debut 2010/2011
Amor in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Nieves in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
Feenvariation in Dornröschen (I. Liska nach M. Petipa)

Debut 2012/2013
2. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Die Frau des Freundes in The Moor's Pavane (J. Limón)
4. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Marie in Der Nussknacker (J. Neumeier)
1. Variation in Birthday Offering (F. Ashton)


Louise, ihre Schwester, eine Ballerina


Lisa-Maree Cullum.©Sascha Kletzsch
Lisa-Maree Cullum.
Erste Solistin

Lisa-Maree Cullum, in Neuseeland geboren, erhielt ihre Ausbildung in Neuseeland, Sidney und Monte Carlo. Ihr erstes Engagement erhielt sie beim English National Ballet in London. 1990 wechselte sie unter der Direktion von Peter Schaufuss zum Ballett der Deutschen Oper Berlin.

Ihr großes Repertoire umfasst alle klassischen Ballerinenrollen von Giselle über Dornröschen bis Schwanensee und Hauptpartien in Balletten von Balanchine, Béjart, MacMillan, Neumeier, Forsythe, van Manen u.v.a.

Ihre ersten Rollen beim Bayerischen Staatsballett, dem sie sich 1998/1999 anschloss, tanzte sie in Fearful Symmetries (P. Martins) und in Onegin (Olga). Im November 1998 debütierte sie als Nikija in La Bayadère (P. Bart). In der ersten Premiere unter Ivan Liškas Direktion  tanzte sie die Terpsichore in Apollo und eine Hauptpartie in Forsythes Artifact II. Es folgte ihr Debüt als Louise in John Neumeiers Nussknacker. Des Weiteren kreierte sie die Jungfrau Maria in Jean Grand-Maîtres Emma B.

Seither eroberte sie alle großen Rollen des Münchner Repertoires: Manon und Prudence in Neumeiers Kameliendame, Titania in Neumeiers Ein Sommernachtstraum, Odette/Odile in Schwanensee, Titelpartie in Giselle, Tatjana in Onegin, Julia in Crankos Romeo und Julia, Kitri in Don Quijote, sowohl die Titelpartie als auch eine böse Schwester in John Neumeiers A Cinderella Story und die Titelpartie in Kenneth MacMillans Manon. Außerdem tanzte sie in Forsythes the second detail und in Artifact II, in den Balanchine-Balletten Vier Temperamente, Concerto Barocco, Who Cares? und Brahms-Schoenberg Quartett, in Peter Martins' Zakouski und Jerome Robbins In the Night.

Mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 wurde sie zur Ersten Solistin ernannt. Im April 2001 kreierte sie eine Rolle in Lucinda Childs' Händel/Corelli und in der Premiere von Ray Barras Münchner Neuproduktion von Raymonda im Dezember 2001 tanzte sie die Titelpartie. Ihr nächstes Rollendebüt im Januar 2002 war die Katharina in John Crankos Der Widerspenstigen Zähmung. In der Spielzeit 2003/2004 erweiterte sie ihr Repertoire um Prinzessin Aurora in Dornröschen (M. Petipa, I. Liska), Bella Figura (J. Kylián) und Marguerite in Die Kameliendame (J. Neumeier). Zu Beginn der Saison 2004/2005 kam Forsythes Limb's Theorem hinzu. Im Portrait Hans van Manen tanzte sie die deutsche Erstaufführung von van Manens Two, außerdem übernahm sie eine zentrale Partie in Balanchines Agon.

Ihre ersten Preise gewann Lisa-Maree Cullum 1988 (1. Platz beim Adéline Genée-Wettbewerb und beim Prix de Lausanne). 1995 erhielt sie den Leonide Massine-Award im italienischen Positano.
Die Münchner Abendzeitung kürte sie gleich in ihrer ersten Spielzeit mit der Verleihung des AZ-Sterns 1998 zur Tänzerin des Jahres. Die italienische Ballettzeitschrift "DANZA Y DANZA" kürte sie zur "Besten Tänzerin des Jahres 2002" für ihre Interpretation des Dornröschen mit dem Ballett der Oper in Rom. Internationale Gastspiele führten sie u.a. zum Kirov-Ballett in St. Petersburg und dem Royal Danish Ballet in Kopenhagen.
2008 wurde Lisa-Maree Cullum von Kunstminister Dr. Goppel zur Bayerischen Kammertänzerin ernannt.

Debut 2005/2006
Sophie in Die silberne Rose (G. Murphy)
Century Rolls (D. Bombana),  Kreation
Sylvia Pas de deux (G. Balanchine)

Debut 2006/2007
Medora in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2008/2009
Dame des Hauses in Les Biches (B. Nijinska)
Gulnara in Le Corsaire (M. Petipa/I. Liška)
Giselle in Once Upon An Ever After (T. Kohler), Kreation

Debut 2009/2010
Pas de deux 2 in Artifact (W. Forsythe)

Debut 2012/2013
4. Solo-Dame in Choreartium (L. Massine)
Rolle der Primaballerina (7. Variation und Pas de deux) in Birthday Offering (F. Ashton)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Helena in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Priesterin in Le Sacre du printemps (M. Wigman)

Fritz, ihr Bruder, ein Kadett


Nikita Korotkov.©Sascha Kletzsch
Nikita Korotkov

Corps de ballet

Nikita Korotkov wurde in Ekaterinburg / Russland geboren und besuchte das Staatliche Konservatorium in Prag. Seine Ausbildung setzte er dann an der Ballettakademie Zürich fort und erhielt 2008 sein Diplom.

Seit der Spielzeit 2008/09 ist Nikita Korotkov Ensemblemitglied des Bayerischen Staatsballetts. Solistisch ist er u.a. in Cambio d'abito von Simone Sandroni zu sehen.

Debut 2009/2010
Der Faun in L'Aprés-Midi d'un Faune (V.Nijinsky)
Boyfriend in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)

Debut 2010/2011
Daphnis in Mein Ravel: Daphnis und Chloé (T. Kohler)
Der gestiefelte Kater in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2011/2012
Pepe in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Fritz in Der Nussknacker (J. Neumeier)
Russischer Hip-hopper in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Diener in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Alain in La Fille mal gardée (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Broken Fall (R. Maliphant)

Debut 2013/2014
Der Messerwerfer in Das Mädchen und der Messerwerfer (S. Sandroni)


Ballettmeister Drosselmeier


Javier Amo Gonzalez.©Sascha Kletzsch
Javier Amo
Solist

Javier Amo, geboren in Bilbao, erhielt seine Ballettausbildung an der Jon Beitia-Schule in seiner Heimatstadt sowie an der John-Cranko-Schule in Stuttgart.
Mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 wurde er als Eleven am Stuttgarter Ballett engagiert und ein Jahr später ins Corps de ballet übernommen. Dort wurde er in allen wichtigen Produktionen des klassischen und modernen Repertoires eingesetzt und übernahm solistische Partien u.a. in Balanchines Symphony in C, Marguerite Donlons Somewhere Between Remembering and Forgetting, Daniela Kurz' Paper Scissors Stone und Christian Spucks Nocturne, in Jerome Robbins' Dances at a Gathering, Hans van Manens Große Fuge, sowie den Benvolio in Crankos Romeo und Julia.

Mit Beginn der Spielzeit 2005/2006 kam Javier Amo als Mitglied des Corps de ballet zum Bayerischen Staatsballett. 2007/2008 folgte die Beförderung zum Halb-Solisten und 2009/2010 zum Solisten.

Debut 2005/2006
Benvolio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Limbs Theorem (W. Forsythe)
Pas de six in Giselle (P. Wright)
Grand Pas und Männervariation in Raymonda (R. Barra)

Debut 2006/2007
Solo (H. van Manen)
Pas de six und russischer Tanz in Schwanensee (R. Barra)
Lied von der Erde (K. MacMillan)
Birbanto in Le Corsaire (I. Liška, M. Petipa)
Blauer Vogel in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Ferdinand in Der Sturm (J. Mannes)
Große Fuge (H. van Manen)

Debut 2008/2009
Vogel-Geister in A Cinderella Story (J. Neumeier)
Athlet in Les Biches (B. Nijinska)
Benno in Schwanensee (R. Barra)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation
Béranger in Raymonda (M. Petipa)
Solo (H. van Manen)

Debut 2009/2010
Albrecht in Giselle - Mats Ek (M. Ek)
Chaconne (J. Limón)

Debut 2010/2011
Französischer Solist in Série Noire - ein choreographischer Krimi (T. Kohler)
Lenski in Onegin (J. Cranko)
Kavalier in Dornröschen (M. Petipa, I. Liška)
Pas de Six in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Pepe in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)

Debut 2011/2012
El Trianero, Matador in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Ballettmeister Drosselmeier in Der Nussknacker (J. Neumeier)
1. Pas de trois in Goldberg-Variationen (J. Robbins)

Debut 2012/2013
3. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Birthday Offering (F. Ashton)
Unitxt (R. Siegal), Kreation

Debut 2013/2014
Demetrius in Ein Sommernachtstraum (J. Neumeier)
Ein Jüngling in Le Sacre du printemps (M. Wigman)

Günther, Anführer der Kadetten


Lukas Slavický Foto: S. Kletzsch
LukᚠSlavický

Erster Solist

Lukáš Slavický, in Prag geboren, absolvierte seine Ausbildung am Prager Konservatorium, dessen Ballettabteilung sein Vater Jaroslav Slavický leitet. Beide Eltern waren Solisten, und so fiel der Apfel tatsächlich nicht weit vom Stamm - Lukáš Slavický machte sehr bald auf sich aufmerksam. Schon in der Schule stieg er hoch ein mit Solorollen im Nussknacker und in La fille mal gardée. Bei einem Gastspiel der Schule am Theater in Brünn zeigte er bereits den Don Quijote- Pas de deux. Für diesen, wie für viele andere Auftritte, wählte er Zuzana Zahradníková als Partnerin, die ebenso wie Lukas mit Beginn der Spielzeit 1999/2000 zum Bayerischen Staatsballett kam.

1997 gewann Lukáš Slavický den 1. Preis beim Ballettwettbewerb in Wien, 1998 war er Finalist beim Prix de Lausanne und gewann den 3. Preis beim Nurejew-Wettbewerb in Budapest; 1999 nahm er am Japanischen Ballettwettbewerb in Nagoja teil und gewann den 3. Preis. Er tanzte schon vor seinem ersten professionellen Engagement bei Gala-Abenden, u.a. 1997 und 1998 bei der Birgit-Keil-Stiftung in Ludwigsburg, 1998 beim Gala-Abend anlässlich der Verleihung des Deutschen Tanzpreises an Birgit Keil, 1999 im Kreml-Palast in Moskau mit dem Jeune Ballet de France und 1999 bei der Nurejew-Gedächtnis-Gala in Budapest.

Im Frühling 2003 wurde ihm in Moskau die höchste Auszeichnung der Tanzwelt zuteil, als eine internationale Jury den Prix Benois de la Danse in der Kategorie "Bester männlicher Tänzer" an ihn verlieh.

Seit der Spielzeit 1999/2000 ist Lukáš Slavický beim Bayerischen Staatsballett engagiert. Zunächst noch als Gruppentänzer, übernahm er schon bald erste Soloaufgaben im Pas de six in Giselle und als Vogel-Geist in John Neumeiers A Cinderella Story. Zu Beginn der Spielzeit 2000/2001 debütierte er gleich als Romeo in Crankos Romeo und Julia, und nachdem er diese Aufgabe glänzend bewältigt hatte, übertrug Ivan Liška ihm den Prinzen in Neumeiers A Cinderella Story; beides zunächst an der Seite von Anna Villadolid. Lucinda Childs kreierte für Lukáš Slavický 2001 eine Hauptpartie in Händel/Corelli. Im Dezember 2001 tanzte er zum ersten Mal den Jean de Brienne in Raymonda.

Mit Beginn der Spielzeit 2002/2003 wurde er folgerichtig zum Solisten ernannt und tanzte im September auf dem Venedig-Gastspiel den Basilio in Don Quijote mit Maria Eichwald als Kitri. Danach erarbeitete er sich die Partie des Lenski in Crankos Onegin sowie den Lysander in Neumeiers Ein Sommernachtstraum. Des Weiteren tanzte er eine Solo-Partie in John Neumeiers Jupiter-Sinfonie und in After Dark von Jacopo Godani. Zu Beginn der Spielzeit 2003/04 ernannte Ivan Liška ihn zum Ersten Solisten. Er erweiterte sein Repertoire um Günther in Der Nussknacker (John Neumeier), Prinz Désiré, den Blauen Vogel und Pas Fabergé in Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Liška), den Bräutigam in Svadebka (Jiří Kylián), das Brahms-Schönberg-Quartett (G. Balanchine), Solo (Hans van Manen), The second detail (W. Forsythe) und Apartment (Mats Ek).

Debut 2004/2005
Limb's Theorem (W. Forsythe)
Agon (G. Balanchine)
Five Tangos (H. van Manen)
Solo (H. van Manen)

Debut 2005/2006
Ricercare (Solo von I. Liska), Kreation für die Terpsichore-Gala V
Octavian in Die silberne Rose (G. Murphy), Kreation
Century Rolls (D. Bombana)
My Way (S. Thoss)

Debut 2006/2007
Konrad in Le Corsaire (M. Petipa, I. Liška)

Debut 2007/2008
Ferdinand in Der Sturm (J. Mannes), Kreation
Große Fuge (H. van Manen)
Aus Holbergs Zeit (J. Cranko)
Adagio Hammerklavier (H. van Manen)

Debut 2008/2009
Benvolio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Mercutio in Romeo und Julia (J. Cranko)
Goldener Sklave in Shéhérazade (M. Fokine)
Armand und Gaston Rieux in Die Kameliendame (J. Neumeier)
Zugvögel (J. Kylián), Kreation

Debut 2009/2010
Hilarion in Giselle - Mats Ek (M. Ek)

Debut 2010/2011
Man 2 in Mein Ravel: Wohin er auch blickt... (J. Mannes)
Petruccio in Der Widerspenstigen Zähmung (J. Cranko)
Graf Alexander in Illusionen wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2011/2012
Basilio in Don Quijote (R. Barra nach M. Petipa, A. Gorski, Tradition)
Frühlingsstimmen (F. Ashton)
Der Ewige in Das Lied von der Erde (K. MacMillan)
1. Pas de deux in Goldberg-Variationen (J. Robbins)
Gods and Dogs (J. Kylián)
Colas in La Fille mal gardée (F. Ashton)

Debut 2012/2013
Solor in La Bayadère (M. Petipa/P. Bart)
1. Solo-Herr in Choreartium (L. Massine)
Der Freund des Mohren in The Moor's Pavane (José Limón)
Prometheus in Helden (T. Kohler)
Der König in Illusionen - wie Schwanensee (J. Neumeier)

Debut 2013/2014
Konzert für Violine und Orchester (A. Barton)