Mein Ravel: Wohin er auch blickt... / Daphnis und Chloé - Inhaltsangabe

Mein Ravel Daphnis und Chloé Mai Kono, Karen Azatyan.© Wilfried Hösl Mein Ravel Wohin er auch blickt

Mein Ravel: Wohin er auch blickt... / Daphnis und Chloé

Ballette von Jörg Mannes und Terence Kohler
Musik von Maurice Ravel

 

WOHIN ER AUCH BLICKT…
Jörg Mannes/Maurice Ravel

Jörg Mannes erzählt in seinem Ballett keine Geschichte, aber er greift Motive auf, die Maurice Ravels Musik nahe legt.

Im Zentrum steht das „Klavierkonzert für die linke Hand“ von Maurice Ravel. Die Komposition entstand für den virtuosen Pianisten Paul Wittgenstein, der im ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Für Jörg Mannes vermittelt sich durch die Musik ein starkes Gefühl von Bedrohung, Verlust und Einsamkeit, das er choreographisch verarbeitet.

Zunächst aber erklingt „Une barque sur l’océan“, das Ravel seinem Freund, dem Maler Paul Sordes gewidmet hat. Beide gehörten zu einer Gruppe impressionistischer Künstler, die sich „Les Apaches“ nannte. Mannes schafft mit dem Stück ein Prélude, getragen von Sehnsucht und Hoffnung.

Am Schluss steht die „Pavane pour une infante défunte“. Inspiriert von der Spanien-Nostalgie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, beschreibt Ravel sie als „eine Erinnerung an eine Pavane, die eine kleine Prinzessin in alter Zeit am spanischen Hof getanzt haben könnte“. Angeregt durch die Klavierinterpretation des Komponisten selbst, betont Mannes die offene Weite und den winzigen Hoffnungsschimmer, die herausklingen. Und doch bleibt die Verlorenheit des Individuums und die Aussichtslosigkeit, die bereits im Titel des Balletts anklingen – Wohin er auch blickt ...


DAPHNIS UND CHLOÉ
Terence Kohler/Maurice Ravel

Myrthale und Lamon, Nape und Dryas bestellen ihre Felder. Sie finden die ausgesetzten Kinder Daphnis und Chloé und nehmen sie zu sich auf.

Daphnis und Chloé - in all ihrer Kindlichkeit - verfallen einander in Liebe. Ihre Unwissenheit lässt sie immer wieder an beunruhigende Grenzen stoßen, die sie nicht verstehen und nicht überwinden können.

Drei Nymphen und Gott Pan geleiten Daphnis und Chloé auf ihrem Weg ins Leben. Das Schicksal trennt die Liebenden für eine lange Zeit.

Daphnis begegnet Lykanion, mit der er seine Sexualität, sein erwachsenes Empfinden entdeckt und entwickelt.

Chloé verlässt die Heimat und kommt auf eine fremde Insel. Männer entdecken sie und verfolgen sie mit einer Gewalt, die sie noch nicht kannte. Briaxis befreit sie aus der Gefahr; doch bedrängt er sie auch mit einem ihr unbekannten, bedrohlichen Begehren. Sie hält ihm mit wachsender, den Mann schließlich überragender Kraft Stand und kehrt zurück auf ihre Heimatinsel.

Daphnis und Chloé begegnen sich wieder an der Stelle, wo sie vorzeiten gefunden wurden. Ihre Liebe ist erwachsen geworden. Sie brauchen die Begleitung Pans und der Nymphen nicht mehr.

Eine neue Generation wächst heran, um ihre eigenen Entdeckungen und Erfahrungen zu machen.