Epaulement. Die unmögliche Enzyklopädie III
Ein schier unmögliches Unterfangen: Schon die französischen Aufklärer d’Alembert und Diderot hatten die Idee, sämtliches Wissen der Welt festzuhalten und für alle systematisch aufzuarbeiten. Die Enzyklopädie wurde ein großer Erfolg – als gedankliches Projekt hingegen ist sie natürlich bis heute nicht abgeschlossen. Auch die Welt des Musiktheaters bietet eine Fülle an Begriffen, die Künstler bis heute immer wieder beschäftigen.
Die Dramaturgie von Staatsoper und Staatsballett lädt Sie daher auf eine gewagte Entdeckungsreise ein. Werden Sie zum Kenner zahlreicher Geheimnisse von Oper und Ballett und lassen Sie sich einmal im Monat an entlegene, ungesehene Orte der Oper entführen und kommen Sie mit einem Begriff auf die Spur – zusammen mit Künstlern und Musikern unseres Opernhauses sowie mit Experten unterschiedlichster Profession und Passion.
Epaulement
Ein junges Mädchen betritt die Bühne zum ersten Mal, läuft eine Treppe hinunter in den Garten ihres Schlosses, breitet ihre Arme aus, in klassischer Haltung, wendet den Kopf nach rechts, nach links, die Schultern in schönster Harmonie oder in Spannung zu ihren Fußbewegungen, schaut dabei in die ganze große Runde…Es kostet sie genau drei Sekunden und ihr Epaulement - die Haltung ihres Kopfes, ihrer Schultern, die Biegung des Nackens, das Beugen des Rückens, die leichte Öffnung der Hände, der Finger in Richtung ihres Publikums, ihr Wegschauen, ihr Hinsehen, während sich der Körper schon in die entgegen gesetzte Richtung wendet - zieht alle in ihren Bann… Ihr Oberkörper spricht von Unnahbarkeit oder Hingabe, Eleganz oder Gebrochenheit, Freude oder Schmerz, von Aufregung, Angst, der Bürde ihrer Stellung, Spaß an der Jugend und der Lust auf die Liebe, die sie einem der Männer schenken wird, der dort steht…
Das Epaulement ist eine der wichtigsten Qualitäten des Tanze(n)s, ganz gleich, welcher Epoche und welcher Stilrichtung.
Welche Sprache spricht Ihr Oberkörper ?
Termin
| Einlass: 15 Minuten vor Beginn. Treffpunkt: Nationaltheater, Eingang Maximilianstraße |
| Montag, 12. Januar 2009 |
| Nationaltheater |  | | 20.00 Uhr | | Dauer: ca. 75 Minuten |  | | Eintritt: EUR 8,- |
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Mitwirkende
Bettina Wagner-Bergelt
Ivan Liska
Prof. Alexander Ursuliak
Dr. Walter Siegfried
Maria Babanina (Klavier)
Tänzerinnen und Tänzer des Bayerischen Staatsballetts
Raumgestaltung Mirko Hensch
Projektion Silke Holzach