Illusionen - wie Schwanensee

Illusionen - wie Schwanensee. Daria Sukhorukova, Cyril Pierre, Ensemble. © Charles Tandy Illusionen - wie Schwanensee. Lucia Lacarra, Tigran Mikayelyan. © Wilfried Hösl Illusionen - wie Schwanensee. Ensemble. © Charles Tandy
John Neumeier

Musik von Peter I. Tschaikowsky

...Stille. Ein kahler Raum im finsteren Schloss. Verstreut ragen verhüllte Gegenstände in die Leere. Hereingeführt von ehrerbietigen Wächtern starrt ein Mann ins Nichts. Hinter ihm schließt sich krachend das Tor. Allmählich begreift der König – eingesperrt und entmachtet - Umgebung und Lage. Den Blick nach innen gerichtet, führt er die Hand ans Herz… Und die Musik hebt an zu klagen – die ersten Takte von Schwanensee...

Der Choreograph und Direktor des Hamburg Balletts, John Neumeier, ließ sich für sein Ballettdrama Illusionen – wie Schwanensee vom Leben und Leiden König Ludwigs II inspirieren. In diese Geschichte verwob er die sorgfältige Rekonstruktion eines balletthistorischen Gipfelpunktes, des zweiten Aktes von Schwanensee in der Choreographie von Lew Ivanow; und den "Schwarzer-Schwan-Pas de deux", womit auch der wesentliche choreographische Beitrag von Marius Petipa zur definitiven St. Petersburger Schwanensee-Version gerettet war.
Der König flüchtet sich in die theatralische Wirklichkeit einer Schwanensee-Aufführung, in der er sich Erlösung von seinen existentiellen Qualen ersehnt. Auch die unvollendeten Mauern des Schlosses von Herrenchiemsee finden sich wieder, ein Bild seiner nicht zu stillenden Sehnsucht nach Vollendung und gleichzeitig sein Gefängnis. Keine der ihn umwerbenden Frauen kann ihm Erfüllung bedeuten; der Tod und der ständig präsente Mann im Schatten werden eins im atemberaubenden Schlussbild, das die existentiell-tragische Dimension menschlichen Liebes-Verlangens in ihrer ganzen Unerfüllbarkeit erfasst.

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren



 
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