Das Mädchen und der Messerwerfer / AfterLight / Broken Fall/ Las Hermanas

Das Mädchen und der Messerwerfer. Ensemble. ©Wilfried Hösl Broken Fall. Ekaterina Petina, Erik Murzagaliyev, Marlon Dino. ©Wilfried Hösl Las Hermanas. Monika Hejduková, Roberta Fernandes, Mia Rudic, Lucia Lacarra. ©Wilfried Hösl
Ballette von Simone Sandroni, Russell Maliphant und Kenneth MacMillan
Musik von 48nord, Eric Satie und Frank Martin

Simone Sandroni gehört zu den zeitgenössischen Choreographen, die wie Sidi Larbi Cherkaoui oder Russell Maliphant sowohl für die freie Szene als auch für klassische Ensembles choreographieren. Symptomatisch für seinen schnellen, physisch betonten Stil, der unter anderem von Kampftechniken beeinflusst ist, sind Reaktion - Gegenreaktion als Prinzip. Sandroni versetzt die Tänzer in ständige lauernde Alarmbereitschaft, die einen hohen Grad an Konzentration und Energie freisetzt. Dem kommt das Thema des Gedichtzyklus' "Das Mädchen und der Messerwerfer" von Wolf Wondratschek aus dem Jahr 1997 entgegen. Ein Mädchen, verloren und unbehaust, selbstbewusst und stolz, vertraut dem Mann, der jeden Abend die Messer auf sie wirft, ihr Leben an. Angesichts der Gefahr verdichten sich Fühlen und Denken.

Der englische Choreograph Russell Maliphant, gebürtiger Kanadier, Jahrgang 1961, absolvierte sein Studium an der Royal Ballet School in London, bevor er zeitgenössische Tanzformen studierte. Er arbeitete als Tänzer mit den wichtigsten und stilbildenden Ensembles der zeitgenössischen englischen Szene – DV8 Physical Theatre, Michael Clark Company, Laurie Booth u.a. Aber auch mit Ensembles wie dem Lyon Opera Ballet oder der Batsheva Company aus Tel Aviv gab es viele gemeinsame Projekte. 2003 begann seine fruchtbare und dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Weltstar Silvie Guillem, für die er zahlreiche international überaus erfolgreiche Kreationen schuf, Soli und Duos, in der er selbst ihr Partner ist. Aus dieser Zusammenarbeit mit Guillem entstand auch das Trio "Broken Fall", das Russell Maliphant beim Bayerischen Staatsballett einstudieren wird. Maliphant ist ein typischer Choreograph des zeitgenössischen London, der in seiner Biographie und seiner Arbeit Tradition und Avantgarde vereint und selbst immer wieder neue Wege geht. Im Rahmen dieses Abends zeigen wir ebenfalls das Solo "AfterLight", das aus seiner Auseinandersetzung mit den Ballets Russes und inspiriert von der Person Nijinskys am Sadler's Wells entstand.

Der Geniestreich des noch jungen Choreographen Kenneth MacMillan übersetzt 1963 Lorcas "Bernarda Albas Haus" in 25 Minuten konzentriertesten Tanz. Frank Martins Konzert scheint wie für MacMillans Strukturierung der Geschichte komponiert. Der englische Choreograph erweiterte die Ausdrucks- und Bewegungsmöglichkeiten des klassischen Balletts und formte das in die Katastrophe führende Geschehen kühn und beklemmend zu einem choreographischen Meisterwerk des 20.Jahrhunderts.



 
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